Herr Gautama Siddhartha

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Beitragsbild: Falco Schleier, Fotografie, Hannover.

Je länger ich mich mit dem Buddhismus auseinandersetze, u. wegen Corona hab ich reichlich Zeit dazu, werden mir einige zentrale Probleme bewusst. Nicht, das ich nicht schon vorher darüber nachgedacht hätte, aber jetzt wird es immer deutlicher.

Ich meine den zeitlichen Hintergrund, vor dem man Gautama Siddhartha und seine Lehrzeit sehen muss, die Übersetzungsprobleme, die eine uralte Sprache mit sich bringt und der zeitliche Abstand zwischen den Originalworten zu den heute bekannten Interpretationen. Immerhin liegen zwischen seiner Lebzeit und den ersten Niederschriften seiner Lehren 500 Jahre. Die da aufschrieben, war ein besonderer Kreis Männer. Heute würden wir sagen: Ein testosterongesteuerter Zirkel, der in seiner eigenen Blase lebte. Ein Problem, welches Siddhartha selbst sah und thematisierte. Ehrlicherweise haben die Mönche überliefert, dass er selbst auf die letztmalige Chance seine Worte zu hören hinwies, während eines Tages andere sie niederschreiben werden und eigene Interpretationen einbringen. Letztlich aber völlig unschädlich, wenn man sich an seinen Grundideen orientiert.

In einem Punkt zeigt sich diese Klippe allerdings sehr drastisch. Ich kann mir nicht vorstellen, dass einem klugen Kopf wie Siddhartha nicht der Widerspruch bei der Haltung gegenüber Frauen aufgefallen ist. Bei Mönchen, die 500 Jahre später die Regeln aufschreiben, ist die Überhebung von Männern quasi zwingend zu erwarten. Nonnen sind OK, aber sie haben den Männern zu gehorchen. Wie praktisch, das Siddhartha die Klausel einbaute: Glaubt ohne zu hinterfragen nichts, was Euch eine oder ein anderer sagt. Selbst nichts von mir. Er tat es aus der Sicherheit heraus. Wenn seine Worte einer alles berücksichtigenden Logik entsprachen, mussten sie den Fragen stand halten und jeder, der selbst lange nachdenkt, kommt unweigerlich zum gleichen Ergebnis.

Das macht ihn am Ende aus. Er stellte in seiner Zeit einige grundlegende Überlegungen an, die sich jenseits dessen bewegten, was damals gedacht wurde. Nicht nur damals, sondern auch heute noch, betreffen sie die Basis des menschlichen Handelns. Dafür muss keiner von einer ominösen übergeordneten Macht legitimiert werden. Der Typ war einfach ein brillanter Analytiker.

Das ganze Thema Erleuchtung, Nirvana, Wiedergeburt stell ich mal ganz hinten an. Was hat er getan, dieser Siddhartha? Er kam aus einem besser gestellten Haus. Dies verschaffte ihm genug Freiraum zum Nachdenken. Es ist unwahrscheinlich, dass er vom Rest der Welt nichts mitbekam. Aber hingegen ist anzunehmen, dass es ähnliche Effekte wie in unserer Zeit gab. Politiker entstammen 2020 häufig “Kasten”, die von Armut, Not, Sorgen, Elend herzlich wenig wissen. Auch wenn sie über Kriege entscheiden, Waffenlieferungen genehmigen oder Massnahmen beschliessen, beschränkt sich ihre Erfahrung auf abstrakte Theorie. Was Krieg ist, wie er riecht, sich anhört und mit den Menschen macht, wissen die nicht. Leider wissen wir, die Erfahrung verhindert nichts. Adolf Hitler ist da ein berühmtes Beispiel. Siddhartha wird durchaus gewusst haben, was sich da vor den Türen des Palastes abspielt. Es wird ihm auch nicht der Tod seiner leiblichen Mutter entgangen sein.

In den Schriften sinniert er über Dukkha. Ein Wort, welches sehr unterschiedlich übersetzt wird. Das häufig im Deutschen verwendete “Leid” trifft es nicht. Es ist mehr ein Containerbegriff für Unzufriedenheit, Frustration, Neid, mit dem Schicksal hadern. Nebenbei weiss ich mittlerweile soviel über asiatische Sprachen, dass gern ein Wort für vieles benutzt wird und der Kontext über die Begrifflichkeit entscheidet.

Diese uns stets begleitende Unzufriedenheit in allen erdenklichen Lebensbereichen macht er als ein grundlegendes Problem aus. Es lässt die Leute unglücklich werden, macht sie aggressiv, lässt sie lügen, stehlen, morden, vergewaltigen und jede Menge andere Sachen anstellen. In Palästina, später in Europa wurde das Problem mittels Buchreligionen gelöst. Gott bestimmt! Und wenn schon Kriege, dann innerhalb des Regelwerks. Am Ende kommt eine Abrechnung. Christen und Moslems führten eine praktikable Hölle ein. Als die objektiv zu voll wurde, dachten die Katholiken kurzerhand über eine Art Wartesaal nach.

Siddhartha näherte sich dem anders. Wie kann man diesen inneren Trieb unter Kontrolle bringen und wen dies möglich ist, kann man das irgendwie den Leuten näher bringen?

Er wusste nichts von den Ursprüngen. Wir wissen, dass es für Höhlenmenschen überlebenswichtig war, alles zu horten um z.B. kommende Winter zu überleben. Ebenso hat sich herausgestellt, dass sich solche Sachen tief in die menschlichen Triebe eingraben.

Er setzte auf das Grosshirn, die Vernunft, Verstand und Logik. Dazu sah er sich erstmal an, wie Logik, Triebe, Wahrnehmung, Instinkte, zusammenwirken. Seine Ergebnisse sind bestechend einfach.

Alles was nicht dauerhaft von Bestand ist und sich verändert, muss bei falscher Herangehensweise zwingend zu Unzufriedenheit führen. Gerade darauf setzen die Strategen des Kapitalismus. Statt gegen das Denken vorzugehen, welches sie bedingt, wird sie mit anderen nur vorübergehend bestehenden Dingen temporär gegen Geld befriedigt. Die “Gier”, die “Unzufriedenheit” wird kanalisiert und mit käuflichen Gütern, Attributen in gewünschte Bahnen gelenkt. Ein unschöner Nebeneffekt ist z.B. die Kriminalität, weil manch einer seine persönliche Gier via Abkürzung, also am vorgesehenen kapitalistischen Weg vorbei, befriedigen will.

Wie kann man sich mit etwas abfinden? Gelassenheit gegenüber der Tatsache des alles sich Verändernden entwickeln? Es ist faszinierend, wie viele Worte und Maxime wir haben, die die Unzufriedenheit befeuern. Ehrgeiz, Strebsamkeit, Lifestile, Konsum, Wachstum, Eifersucht … sind nur eine kleine Auswahl. Gelassenheit wird hingegen mit Teilnahmslosigkeit, Faulheit, Beziehungsunfähigkeit, Konsumverweigerung, Systemausstieg, Versagen, Weltentrücktheit usw. belegt.

Siddhartha begriff schnell, dass Askese genausowenig eine gute Idee ist, wie der übermässige Genuss und Konsum. Irgendwo in der Mitte, muss sich alles bewegen. Diese ganze Mönchnummer erscheint einem heute nicht gerade als Mittelweg. Doch vor 3000 Jahren, sah das bestimmt anders aus.

Viele denken, dass das Entsagen von allem Vergnügen der wahre Buddhismus wäre. Das hat der Pragmatiker Siddhartha vermutlich nie gesagt. Was da ist, ist da! Und was nicht da ist, ist eben nicht da. Darum geht es. Anspruchslosigkeit! Essen ist in erster Linie zur Versorgung des Körpers da. Aber warum sollte man leckere Shrimps mit Knoblauchbaguette verachten, wenn sie auf dem Tisch stehen? Aber stehen sie nicht dort, sondern eine Schüssel Reis, ist es auch in Ordnung.

Auch das Anhaften am Bestehenden stand bei Siddhartha auf der Schwarzen Liste. Kritiker stellen schnell fest, dass dazu auch Beziehungen zu Partnern gehören. Allerdings ist dies so. Menschen begegnen sich, und wenn es passt, dann soll es so sein. Beide sind nicht geboren worden um sich mittels Anpassen dem anderen gefällig werden zu lassen. Kleben beide aufeinander, obwohl sie sich gegenseitig nichts geben, ist es an der Zeit ohne Groll voneinander zu lassen. Begriffen dies einige Zeitgenossen, hätten viele Frauen ein besseres Leben und manch Mord wär nicht passiert.

Anhaften am Besitz, am Status, dem Zusammengerafften, wird spätestens beim Verlust zum Problem. Siddhartha sprach seinerseits von der Notwendigkeit des Heimatlosen Lebens, um sich der Erkenntnis zu nähern. Ich habe keine Ahnung, inwiefern dies seiner Zeit geschuldet war. Doch eins hab ich selbst erfahren. Mal eine Weile aus dem Rucksack zu leben, verändert die Perspektive. Es ist auch auffällig, dass nahezu jeder, der der Menschheit bedenkenswerte Überlegungen hinterliess, eine Zeitlang “on the road” ging.

Siddhartha’s Geschichte hätte einen guten Roadmovie abgegeben. Verrückt man einige seiner Lebensabschnitte in die Moderne, erscheint selbst Leuten, die fern jeder Spiritualität sind, vieles einleuchtend. Er soll auch gesagt haben, dass er die volle Breite seiner persönlichen Erkenntnisse nicht in Worten ausdrücken kann. Deshalb beschrieb er vieles in Bildern und Gleichnissen. Zeitlose, die auch 3000 Jahre später zu verstehen sind. Zum Beispiel beschrieb er einen Heiler, der zu einem Krieger gerufen wird, welcher von einem Pfeil getroffen wurde. Was soll der Heiler tun? Nach dem Namen des Schützen fragen? Sich nach dem für den Bogen verwendeten Holz erkundigen? Oder den Pfeil entfernen und die Blutung stoppen?

Auch das ist ein Teil seiner Philosophie. Es ist interessant, wie das Leben entstand. Mit Sicherheit kann man sich bei vielem treffliche Gedanken machen, was denn nun eigentlich in der Vergangenheit alles passierte und in der aktuellen Situation mündete. Aber es bringt einen im wahrsten Sinn des Wortes nicht weiter.

Ich hab mir die unterschiedlichen Richtungen des Buddhismus in der Mongolei, Thailand, Kambodscha, Laos, Myanmar, angesehen. Meinem Eindruck nach wissen die wenigsten in diesen Ländern wirklich etwas über die Philosophie des Vordenkers Siddhartha. Dies ist einigen Intellektuellen und Mönchen vorbehalten, wobei auch unter den Letzteren nicht immer die hellsten Kerzen der Torte versammelt sind. In Thailand fragte ich einen der Gebildeten, wie er dazu steht, dass es Mönche gibt, die mit Drogenhandel, Mord und Rassismus grob gegen die Lehre verstossen. Seine Antwort entsprach zu 100 % der Lehre. “Es ist ein Weg und manch einer ist ganz am Anfang, aber immerhin hat er schon mal den Weg gefunden.”

Siddhartha wuchs innerhalb des Brahmanismus auf. Eine uralte Religionspraxis, die auf noch ältere Praktiken zurück geht. Er ging mit den Göttern recht respektlos um. Sie unterlagen bei ihm schlicht der gleichen Logik, wie Menschen. Wiedergeburt, Karma, sind nicht auf seinem Mist gewachsen, sondern zwangsläufige Übernahmen. Unter dem Strich hat er den Leuten gesagt: “Hey, ihr könnt das System durchbrechen!” Für mich klingt das nach einer Revolution. “Ihr seid nicht Spielball der Götter, ihr habt es selbst in der Hand! Aber ihr könnt an sie glauben oder nicht … jedem ist das freigestellt.” Damit erschuf er eine Art Meta Ebene, die mit allen bereits vorhandenen Naturgeistern, mythischen Wesen und Jenseitsvorstellungen kompatibel ist. Es hilft nicht zwingend den Geistern des Mekong Opfer zu bringen, aber es schadet auch nichts. Ob man nun Buddhist ist oder nicht.

Letztens hörte ich mir über den Buddhismus einen Podcast bei der Deutschen Welle an. Dort kam eine Religionswissenschaftlerin aus Heidelberg zu Wort. Aus irgendwelchen für mich nicht nachvollziehbaren Gründen verneinte sie die zentrale Rolle der Meditation im Buddhismus. Eine seltsame Antwort. Die Meditation ist quasi ein Programmiervorgang. Nachweislich verändert sie die Gehirnstruktur. Alte Querverbindungen werden geknackt und Neues, von alten fremden Vorgaben befreit, bekommt Platz. Ähnlich wie bei einem, der durch den Stress dumm wie Stroh geworden ist und erst nachdem er sich entspannt hat, wieder klar denken kann.

Existenzangst, Frust, Unzufriedenheit, Gelüste, Arme, Reiche gab es schon vor 3000 Jahren. Genau genommen seit der Bronzezeit ab 3000 v. Chr.. Erstmalig kam es zu einem Wertschöpfungsprozess. Die Metallugierkette führte Zinn-, Kupferhändler und Hersteller zusammen. Handel, Wertschöpfung, gegenseitiger Betrug, Anhäufung von Besitz, Neid, Diebstahl, wurden zu unerwünschten Nebeneffekten. Mich wundert nicht, dass es in der nachfolgenden Eisenzeit einen gab, der über dies alles nachdachte.

Im Prinzip passierte mit der Erfindung der Dampfmaschine etwas sehr ähnliches. Mit der Industrialisierung und dem Kapitalismus wurden meiner Meinung nach, die bereits 3000 Jahre zurückliegenden Überlegungen des Philosophen Siddhartha wieder richtig aktuell. Jedenfalls, wenn man den Staub der Geschichte, die Mythen, die unzähligen eingearbeiteten Religionen hinweg bläst.

Anmerkung: Aktuell wird es immer mal wieder zu Textfehlern kommen. Lesebrille weg/ Laptop defekt. Aber was ist, ist halt so und mehr ist während “on the road” zu Zeiten von Covid19 nicht drin. So what …

Die Anfangszeit des 21. Jahrhunderts … bitte übernehmen Sie.

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Nicht ausschliesslich das Corona Virus an sich hat weltweit alles ausgelöst, was geschieht, sondern viele aktuelle offizielle und private Reaktionen spielen ebenfalls eine Rolle.

Social Distance, Mobile Control, Stay Home … irgendwie klingt das alles harmlos. Zu harmlos für meinen Geschmack. Wer nicht gerade Erimit ist, benötigt soziale Kontakte und die digitale Welt ist kein Ersatz. Machen wir uns nichts vor. Wir leben gerade im dystopischen Szenario eines Autors von vor vielleicht 30 Jahren. Eine Pandemie überzieht die Welt. Es ist nicht gerade die Hollywood Zombie Apokalypse oder der in einem Labor gestohlene tödliche Virus, freigesetzt von Terroristen, aber immerhin eine Krankheit, die tödlich verlaufen kann.

Wenigstens erleben wir filmreife Politiker, denen nahezu klischeehaft nichts anderes einfällt, als sich wie die Hohepriester des Kapitalismus vor die Habenden zu stellen und sich aufgrund mangelnder Mindestkenntnisse entblöden. Was der US Präsident von sich gibt, hat mit mangelnder Kompetenz nichts zu tun, sondern ist schlicht verblödeter Mist aus amerikanischen Soaps, präsentiert vom Produzenten himself. Doch auch Orhan, Erdogan, Johnson, Kurz liefern faszinierenden Stoff für die kommenden 20 Jahre.

Täglich stolpere ich über Kleinigkeiten. Zum Beispiel muss ich mir jetzt gerade ein Schriftstück von der Deutschen Botschaft besorgen, in dem bestätigt wird, dass ich in Deutschland einreisen darf und ich nicht an der Grenze abgewiesen werde. Es scheint für die Malayische Regierung nicht selbstverständlich zu sein. Gut, alles andere wäre ein völkerrechtlicher Verstoß. Aber wer gibt heute schon noch was auf Völkerrecht? Allgemein wurde ja auch auf die Schnelle das Asylrecht ausgesetzt. Da mag ich nicht überlegen, wie schnell sich so etwas in einem Kriegsfall erledigt hat. Vor allem: Es interessiert niemanden! Eine der eklatanten Reaktionen der Völkergemeinschaft nach dem II. Weltkrieg einfach mal weg. Bei der bisher ausbleibenden Zombie Apokalypse wäre dies verständlich. Wer will schon Zombies Asyl geben?

Weltweit haben Sicherheitskräfte eine Machtvollkommenheit erreicht, die einem eine Menge darüber sagt, wie sich Frauen und Männer verhalten, wenn ich ihnen die Legitimation gebe, über andere bestimmen zu dürfen. In Indien prügeln sie die Menschen in ihre Elendsviertel zurück. Im gewissen Sinn nachvollziehbar. Ich würde mich dort auch nur mit Prügel einsperren lassen. Hier in Malaysia wurde eine Frau nach dem Grund ihrer Autofahrt gefragt. Sie verwies auf notwenige Einkäufe. Der wichtig dreinschauende junge Malaie, wie überall auf der Welt steigt die Intensität des Blicks mit absinkender Kompetenz, erklärte ihr, dass dieses dem Haushaltsvorstand vorbehalten wäre. Nun … Malaysia ist ein Land mit unzähligen Minoritäten, in dem die Muslime die Oberhand haben. Eine Bestätigung der Aussage, dass die Moral immer von der gerade dominierenden Gesellschaftsschicht bestimmt wird.

Ein Ehepaar musste sich für eine gemeinsame Fahrt zur Arbeit rechtfertigen. Die beiden leben zusammen, ergo macht eine getrennte Fahrt keinen Sinn. Ausserdem haben sie nur dieses eine Fahrzeug. Der Polizist meinte, dass sich dann halt einer ein Taxi nehmen müsse. Das hiermit ein Dritter involviert wird, sprengt den Horizont. Im übrigen trifft dies auch Touristen. Paare dürfen sich nicht gemeinsam ein Taxi teilen. Religiöse Länder sind ohnehin meistens nicht logischen Gesetzen unterworfen, aber nunmehr ist sie völlig abwesend. Für mich verständlich. Wer sich Regeln unterwirft, die Bauern und Nomaden vor 2000 Jahren aufgestellt haben, akzeptiert auch anderen Unsinn. Das sehen wir auch bei den Ultra – Christen in den USA, die Trump stützen, oder polnischen und deutschen katholischen Hardlinern. Auschlaggebend ist nicht der Name der Buchreligion, sondern die Akzeptanz des institutionellen Regelwerks. Sonst wäre die Sache auch langweilig. Dann würden sie sich auf den Konsenz der Existenz einer Höheren Macht einigen können, wer da genau mit wem in den letzten 2000 Jahren sprach, wäre egal. Letztlich war es auf Aramäisch o. Arabisch, was darauf schliessen lässt, dass dieser ominöse Gott kein Talent für Fremdsprachen hat bzw. Asiaten, Europäer und indigene Völker nicht mag. Aber dies nur am Rande.

Demnächst wird ein Freund von mir beerdigt. Er starb jung … halbwegs … aus meiner Perspektive. Der Krebs hat ihn geholt. So wie er schon diverse andere Bekannte holte. Gegen den gibt es keine Isolation, Masken. Vielleicht gäbe es die theoretische Option die den Krebs begünstigenden Umstände zu minimieren. Das Rauchen einstellen und auf Alkohol verzichten. Blieben noch die Dämpfe aus Möbeln, Strahlung, Abgase, Pestizide, Nahrungsbeimengungen, Verseuchte Gewässer, Chemikalien, usw., usw.. Aber da gibt es keine Lobby. Man kann aufgrund der Biografie mutmassen, was ursächlich war. Genau weiss man es nie. Uhr abgelaufen – Ende.

Krebs hat auch etwas mit Naturschutz zu tun. In diesem Zusammenhang amüsiere ich mich im.positiven Sinne über Kapitän Watson von Seashepherd, der ungerührt die Meere auf der Jagd nach Walfängern durchkreuzt. Das Leben jenseits der Nebelkerze Covid19 geht nämlich weiter. Das Abschlachten geht weiter. Irgendwo in der Taiga brennt es und radioaktive Strahlung gelangt per Partikel in die Atmossphäre. Die Kriege gehen munter weiter. Jetzt mal ehrlich, wie soll man auf “Weltpolitiker” reagieren, die Kriegsparteien bitten, sich während der Pandemie nicht mehr zu killen, sondern dies auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben? Sorry, gebt denen eine Tüte Chips, setzt sie vor den Fernseher, damit sie sich Mickey Maus Filme ansehen können. Aber entfernt sie von ihren Posten.

Letztens ging mir diese Argumentation mit den Intensivbetten durch den Kopf. Seit wann gibt es die? Frühe 70ger? Ende der 60ger? Mit der Intensivmedizin wurde mal wieder eine Grenze verschoben. Lebst Du in einem Land, wo es die Dinger für alle gibt, kannst Du richtig übel krank werden und dennoch eine Chance bekommen. Wenn es schlecht läuft, landest Du im Koma. Wenn Du keine Patientenverfügung hast, lassen sie Dich aus äusserst egoistischen Gründen munter vor Dich Hinpiepen. Keiner will die Verantwortung für das Abschalten tragen. Angeblich eine ethische Frage. Aber es gibt kein Problem damit Gerätschaften zu bauen, die Menschen in Krisengebieten zuverlässig in den Zustand bringen, bei dem man eins der Betten benötigt.

Intensivbetten und Pandemie sind eine offensichtliche Verbindung. In Ländern ohne, eine Farce. Flatten the Curve!? Welche? China, Russland, Indien, Kambodscha, Mongolei, Laos, afrikanische Staaten, selbst die USA verfügen nur über Betten für gut situierte Menschen. Wenn die Aussage der Virologen korrekt ist, hat jeder eine gute Chance sich Corona einzufangen. Nur eine Frage der Zeit. In den genannten Ländern bleibt also lediglich Überleben mit eigenen Immunsystem oder nicht. Flatten the Curve ist dort für Krematorien und Friedhöfe interessant. Flat the Curve ist mal wieder ein Erste Welt Problem. Ich weiss, die USA sind die erste Welt, zumindest für einen Teil der Amerikaner. Ist das Motto: Bist Du an der falschen Stelle im falschen Milieu mit falscher Hautfarbe geboren ein Kriterium der Ersten Welt? Weiss ich nicht …Insofern ist dieser mental erkrankte Donald Trump doch völlig egal. Die haben sich über Jahrzehnte ihr Grab selbst geschaufelt. Trump ist das Symptom einer Krankheit, aber kein Präsident. Hätten die USA ab dem Beginn des 20. Jahrhunderts an einem Gesellschaftssystem mit Bildung, sozialer Absicherung und einem Denken jenseits des Profits gearbeitet, wären sie weniger Schlagkräftig und Expansiv, aber intern gäbe es weniger Probleme. Wenn das Militär und der Sport nicht mehr die einzige Chance sind, wird es eng mit einer Berufsarmee.

Will Putin der Welt ernsthaft erklären, dass jenseits der großen Städte eine ausreichende Versorgung besteht? Ich empfehle eine Fahrt mit der Transsibirischen Eisenbahn. Das sind alles Lachnummern und PR Strategien. Interessant ist auch, dass die Russen eben mal so zugegeben haben, wie sehr ihre Überwachung ausgebaut ist. Alle großen Strassen sind mit Kameras versehen, die die Kennzeichen scannen. Wer für dieses Kennzeichen keine Fahrgenehmigung beantragt, wird zur Kasse gebeten. In Deutschland befinden die sich noch in der Testphase.

Ja, in Mitteleuropa kann dieses Flat the Curve rein theoretisch funktionieren. Aber für andere Länder sieht es eher düster aus bzw. macht es alles keinen Sinn.

Die Menschen gehen aufeinander los, wenn sich einer getraut, die Einschränkungen zu hinterfragen. Dabei sollte die Zulässigkeit dieser Fragen u. Zweifel eine Selbstverständlichkeit sein. Interessant ist dabei, wie sehr alles verdreht ist, wenn es statt dessen um das Thema Klima geht. Eine sich Jahr für Jahr bedrohlicher entwickelnde Gefahrenlage. Da will keiner etwas von Einschränkungen wissen. Manch einer spricht immer noch von einer abstrakten Gefahr. Dabei ist sie vieler Orts längst konkret.

Sie regen sich über junge Leute auf, die einen feuchten Kehricht auf die Bestimmungen geben. OK, manche sind vermutlich einfach debil. Aber ich habe in letzter Zeit einige kennengelernt, denen die Zukunft als äusserst bedrohlich erscheint und deshalb klipp und klar sagen: Ich lebe jetzt, ob ich eine Zukunft habe, ist äusserst fraglich. Alle Zeiger stehen auf Sturm. Kann man es ihnen verübeln? Es gibt einiges, was auf einen Zeitenwandel hinweist, der von der Auflösung alter Ordnungen, Klimawandel, Demontage alter Weltmächte, einem sich selbst zerstörenden Geldsystem und dem Untergang des Individuums zu Gunsten von Massengesellschaften, die Ameisenstaaten ähneln.

Ich halte dieses “Flat the Curve” für eine lediglich auf dem Papier funktionierende Massnahme. Sie ist schlicht undurchführbar. Genauso wie die Masken. Beides basiert auf einem Idealbild von Menschen, welches nichts mit der Realität zu tun hat. Die Leute halten sich schlicht nicht dran oder gehen falsch mit den Dingern um. Es gibt einen taktischen Grundsatz für Polizei u. Militärs. Undurchführbare o. Massnahmen sind abzulehnen. Was auch immer passiert, wenn die Raten sinken, es sind nicht die Massnahmen. Glaubt ernsthaft jemand, dass sich Menschen, die vorher keine Handw Handschwaschroutine hatten, plötzlich eine entwickeln? Das Menschen sie Masken nicht abnehmen, weil sie beim Sprechen nerven? Das sich die Leute nicht heimlich treffen? Aber das ist doch verboten … Moment … äh ja!

Am Ende ist es so, wie es nun einmal ist. Der Virus ist in der Welt und es sterben Menschen. Ende! Wer Angst hat, muss wohl oder übel selbst in eine Isolation gehen. Hypochonder und Phobiker gab es schon vor Corona. Irgendwie scheint bei einigen im Kopf zu sein, das Corona die einzige bedrohliche Krankheit ist. Es gäbe da noch einige mehr im Angebot.

Menschenverachtend! Neuerdings wird damit jeder belegt, der auf die Endlichkeit und die Unabwendbarkeit verweist. Hingegen ist es beim Thema Flüchtlinge sehr leise. Da werden ganz andere Töne angeschlagen. Irgendwie sehr Schade, dass die Leute verrecken oder absaufen. Da darf die BILD schon mal auf das Alter der Aufgenommenen hinweisen. Wie nennt es sich, wenn ich einen Menschen entmenschliche, ihn in eine Kategorie einsortiere und sein Leben für weniger wichtig erachte, als das meiner Landsleute? Rassismus? Nationalismus?

Ich erlebe hier in Malaysia gerade Rassismus auf allen Ebenen. Europäer gegenüber Asiaten, Asiaten untereinander, Herkunft, Hautfarbe, Religion, da ist alles dabei. Von Xenophobie kann da nicht mehr die Rede sein. Unverhohlen verweigern Chinesen Leuten mit dunkler Hautfarbe den Zugang zu Einkaufsläden. Auch ich habe hier abfällige Blicke des einen oder anderen chinesischen Ladenbesitzers zu spüren bekommen. Ich dachte mir einfach: Komm Du mal in mein Land, da darfst Du mir die Nummer 173, süss, sauer auf den Tisch stellen.

Corona/Covid19 wird vieles ändern. Einiges was schon lange in der Warteschleife herum dümpelte, bricht nun durch. Die bei uns in manchen Schichten herrschende Dekadenz und Entfremdung vom wirklichen Leben, hat über Jahrzehnte Phobiker, Hypochonder überlebensfähig werden lassen. Der alltägliche Desinfektionswahn, der Run auf die Unfallstellen der Krankenhäuser, weil sich eine Blähung verirrt hat, wäre noch in den 69gern völlig undenkbar gewesen.

Gleichsam verhält es sich mit Impfgegnern, Homöopathie Jüngern. Die einen ruhen sich auf dem hohen medizinischen Niveau aus und die anderen können die Panik vor allen nur erdenklichen – meist eingebildeten Gefahren – mit einem Globuli besänftigen.

Ihnen allen ist die mangelnde Fähigkeit einer rationalen Risikoabwägung und die Akzeptanz der Unabwendbarkeit von Lebensereignissen, inklusive Lebensende gemeinsam.

Sie werden in Zukunft die Stimmung machen. Im Background herrscht bei den Händlern der Angst Goldgräberstimmung. In Sachen Hygiene, Medikamente, Nahrungsergänzungsmittel, Prepper Ausstattung geht demnächst alles.

Nichts ist von Dauer. So auch nicht die Nachkriegszeit, die Ära der Boomer, das 20. Jahrhundert … mit allen Vorzügen und Nachteilen. Ein anderes Denken übernimmt. Die Pragmatiker entschwinden und ziehen sich ziehen zurück.