„Alte“ brauchen kein Geld

Lesedauer 9 Minuten

Sie übernimmt wieder die Führung. „Ich kenne Leute, die etwas verkaufen wollen. Aber sie kennen hier in Berlin niemanden.“ Ich grinse mit der Zigarette zwischen den Lippen. „Nun, jetzt kennst Du jemanden. Sollst Du mit mir sprechen, oder wollen sie mit mir sprechen?“ Kurz wartet sie und spricht dann. „Ich habe ihnen gesagt, dass ich einen guten Bekannten habe, der vielleicht etwas arrangieren könnte.“ Böse Gedanken überkommen mich. Du bürgst für mich? Wie cool ist das denn? Ziemlich weit aus dem Fenster gelehnt.  Jetzt gilt es. „Wann kann ich die Leute sprechen?“ Ziemlich zutraulich kommt von ihr: „Ich muss Ihnen Bescheid sagen, sie sind in einem Lokal hier ganz in der Nähe.“

Wie lange soll ich ihr geben?Ich denke an die Grundregeln. Zu lange warten nur Bullen. Zu kurz kommst sie unter Druck. Leise sage ich zu ihr: „Ich warte hier eine viertel Stunde, danach gehe ich! Schaffst Du das?“ „Ja, ich muss nur kurz gehen. Du wartest hier?“ Fragt sie ein wenig besorgt. „Ich rühre mich nicht vom Fleck.“

Zehn Minuten später. Da ist sie wieder, in Begleitung zweier Männer. Interessante Kombo. Erst einmal unauffällig betrachten. Ein 190 cm fettleibiger schwarzer Kerl und ein deutlich kleinerer Typ. Mit seinen langen schwarzen Haaren sieht er aus wie ein Indianer. Thereska hat wohl Anweisung erhalten voraus zu gehen und mit einem Zeichen mich zu markieren. Ah, jetzt kommt sie zu mir.

„Sind sie das?“ „Ja! Sie wollen, dass Du in fünf Minuten zu Ihnen an den Tisch kommst.“ Die Herrschaften wollen spielen. Na gut, dann spielen wir. „Na dann trinken wir noch etwas?“ „Ich würde noch einen Sekt trinken.“ Es ist an der Zeit das Getränk zu wechseln. Eigentlich ganz nettes Modell die Polin hinter dem Tresen, die denkt sich wahrscheinlich auch ihren Teil, welcher Film hier gerade abläuft.
„Machst Du mir noch einen Sekt und was habt ihr für Whisky da?“ Nun, die Auswahl ist beschränkt.  Glenfiddich geht immer. Jetzt gilt es die Nerven zu behalten. Die beiden haben mich beim Hereinkommen gesehen. Jetzt müssen sie beratschlagen, ob ihnen das gefallen hat, was sie gesehen hatten. Außerdem müssen sie warten, ob nach Ihnen noch andere das Lokal betreten. Ihr werdet nichts zu sehen bekommen. Eure Visagen haben sie draussen garantiert schon im Kasten.

Kommentar verfassen