Dezember 22 2017

Mimimi … Heult doch!

Lesedauer 10 Minuten

Es gehört zu meinem persönlichen Masochismus, dass ich mich nahezu jedem Gespräch oder Meinung stelle. Aus diesem Grunde verfolge ich breit gefächert die Social Media Dienste, Publikationsplattformen der linken Szene, Accounts der AfD, und auch einige Publikationen von Menschen, die weit entfernt von meiner Meinung stehen. Gleichermaßen unterhalte ich mich auch in der realen Welt, mit Menschen aller Couleur und besitze wenige Berührungsängste. Wir müssen miteinander sprechen, egal auf welcher Seite wir stehen. Vor vielen Jahren sagte mal ein alter Kommissar zu mir: «Der Tresen ist heiliger Boden! Verlassen wir das Lokal, sind wir alle wieder natürliche Feinde!»

mensch bleiben

Ich habe diesen Rat immer befolgt. So kam ich mit Zuhältern, Hooligans, Rockern, Rechten, Linken, Autonomen, Flüchtlingen, Prostituierten, Räubern, Mitgliedern von Osteuropäischen Banden und wen man sonst noch alles treffen kann, ins Gespräch. Häufig stellte ich fest, dass die Menschen seltsame Vorstellungen von der Polizei und Polizisten haben. Menschlich nachvollziehbar betrachten sich die Menschen immer nur selbst und ihre eigenen Erfahrungen mit der Polizei. Wobei ich sagen muss, dass meiner Erfahrung nach, die sogenannten «Schweren Jungs», der alten Schule, die fairste Betrachtung der «Bullerei» entwickeln. Ihnen leuchtet es ein, dass die «Bullen» bei verbotenen Treiben etwas unternehmen und unter Umständen auch nicht zimperlich sind.

“OK! Das System wehrt sich verständlicherweise und schickt die Polizei. Wird der Polizei ein Bürgerkrieg geliefert, reagiert sie auch entsprechend. Eigentlich ganz einfach …”

strasse

Bei den politischen Radikalen und Extremisten ärgert mich immer die Unfähigkeit über die eigene Person, hinweg zu blicken. In den zurückliegenden Tagen haben die Rechtspopulisten und die Mitglieder der sogenannten linksextremistischen Szene, einschließlich ihrer jeweiligen Sympathisanten wieder prägnante Beispiele abgegeben. In Hamburg fanden Krawalle statt. Ein großer Teil der Protestler, waren entweder friedlich oder leisteten einen harmlosen zivilen Widerstand. Einige beließen es nicht dabei und randalierten, plünderten und lieferten sich eine Schlacht mit der Polizei. Linksautonome vertreten nun einmal die Auffassung, dass das «Schweinesystem» auch mit Gewalt bekämpft werden muss und friedliche Blockaden nichts bringen. OK! Das System wehrt sich verständlicherweise und schickt die Polizei. Wird der Polizei ein Bürgerkrieg geliefert, reagiert sie auch entsprechend. Eigentlich ganz einfach …

Gleichermaßen kann ich als Teilnehmer des Protestes davon ausgehen, dass die «Bullen» an vielen Stellen bis auf das Blut gereizt wurden oder gar Verluste durch Verletzungen hinnehmen mussten. Selbstverständlich kommt es dann auch zu Ungerechtigkeiten oder unzulässigen Übergriffen. Das Spiel ist bei nahezu jedem Demo – Teilnehmer bekannt. Das soll nicht passieren, aber wer nicht gerade an Einhörner glaubt und die Erde für eine flache Scheibe hält, ist sich dieser Umstände bewusst. Fast jeder weiß auch, dass die gewaltbereiten Teilnehmer die Friedlichen benutzen, dies gehört zum Einmaleins des Straßenkampfes. Eigentlich könnte man das sportlich nehmen und es wegstecken, statt sich weinerlich und hysterisch zu gebaren. Und spätestens wenn am Horizont die «weißen Murmeln» zu tanzen anfangen, ist jedem klar, jetzt geht es rund. Dann kann ich nach Hause gehen oder bleiben. Entscheide ich mich für das Letztere, kann es auch zu einem blauen Auge kommen.

Wer dies nicht kapiert, sollte weiter PC Ballerspiele bemühen, da wehrt sich der Gegner nur virtuell und es kann weitergemacht werden. Die Straße ist das reale Leben. – Mami, Mami, der andere hat sich gewehrt, ist albern.

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Ebenso darf ich mich nicht über eine Fahndung wundern, wenn ich eine Straftat begangen habe. So läuft es nun einmal in einem Staat. Sich dann hinzustellen und plärrend nach rechts zu zeigen: «Nach denen wird aber nicht öffentlich gefahndet!», entspricht dem Verhalten von kleinen Kindern im Buddelkasten: «Der hat aber auch gehauen!» Keine Sorge! Nach und nach bekommt jeder seine Strafe. Ihr habt den Kampf aufgenommen, dann dürft ihr Euch nicht wundern, dass der andere sich wehrt. Wer dies nicht kapiert, sollte weiter PC Ballerspiele bemühen, da wehrt sich der Gegner nur virtuell und es kann weitergemacht werden. Die Straße ist das reale Leben.- Mami, Mami, der andere hat sich gewehrt, ist albern.

rechte

Auf der rechten Seite ein ähnliches Bild. Da werden die Truppen aufgehetzt, was das Zeug hält. Zweifelhafte Gestalten werden als Ordner eingesetzt oder zu Veranstaltungen eingeladen. Wer sich gerade nicht beobachtet fühlt, «klatscht» mal eben einen Andersdenkenden oder Aussehenden um. Wer auf diese Art durch das Leben läuft, darf sich ebenfalls nicht wundern, wenn es einem mit gleicher Münze heimgezahlt wird. Vorsätzlich und mit taktischen Kalkül wird die Bevölkerung aufgestachelt und gegeneinander ausgespielt, das kann auch ins eigene Auge gehen. Auch hier könnte ein gewisser Sportsgeist entwickelt werden, anstatt sich als weinerlicher Verein von Opferlämmern auszugeben. Ohnehin zieht dieser gegenseitig vorgenommene Vergleich links – u. rechts nicht. Linksextreme beschränken sich bei Gewalt gegen Personen im Regelfall auf ausgesuchte Personen und die Polizei. Bei Angriffen auf Sachen oder Gebäude bekennen sie sich in der Regel – was ja einen Sinn ergibt. Damit sind die Taten aber auch einfach zu klassifizieren. Bei den rechten Truppen reichen vier betrunkene Schläger, die einen Ausländer, Homosexuellen oder ein anderes Opfer irgendwo antreffen. Für die Ermittlungen ist es aber deutlich schwerer einen rechten Zusammenhang herzustellen. Genauso gut können es ein paar Vollidioten mit einem homophoben Problem oder einfach nur brutale Prolls gewesen sein.

jusos

Und alle Beteiligten könnten einsehen, dass es da eine dritte Position gibt, die darauf gar keinen Bock hat: Die Polizei! Zumal sie unter unfairen Voraussetzungen an der Nummer beteiligt wird. Es ist halt nicht das klassische «Mexican standoff». Es entspricht mehr der «Zwei Glorreiche Halunken» Konstellation. Zwei haben geladene Revolver und einer nicht, er weiß es nur nicht.

Die Polizei ist sich dessen bewusst, sie ist eingegrenzt durch Recht und Gesetz, und darf nicht ernst machen, während die anderen Parteien der Auffassung sind, dass sie in den Free – Fight übergehen können.

Dann ist allen auch noch gemeinsam, dass sie stets alles nur auf sich beziehen. Es mag nicht in die Köpfe hineingehen, aber die Polizei hat deutlich mehr Aufgaben, als sich um politische Extremisten zu kümmern. In diesem Zusammenhang regt mich diese schon jahrelang aufs Tablett gebrachte Kennzeichnungsdebatte auf. Die Kennzeichnung kommt doch ohnehin fast nur bei gewalttätigen Demonstrationen von links und rechts zum Tragen. Im Alltagsgeschäft ist das kein Thema. Wenn der Bürger eine Dienstnummer haben will, bekommt er sie, fertig. Es gibt aber nicht nur Demonstranten, die ein Interesse an den Personalien eines Polizisten haben. Die Vertreter der Organisierten Kriminalität, vorn weg die Rocker und Clans haben ebenfalls ein starkes Interesse daran, Polizisten auszuspähen und zu bedrohen. Daran könnten lautstark auftretende Politiker auch mal denken, wenn sie Forderungen aufstellen. Es ist schon anstrengend genug, sich mit Rechtsanwälten herumzuschlagen, die nichts anderes im Sinn haben, als Polizisten zu diskreditieren.

Diese Wirrköpfe aus der Rigaer, ich will sie nicht als links bezeichnen, denn dies wäre zuviel der Ehre, sind simplen Gemüts. Sie denken sich: «Wenn die «Bullen» nach uns fahnden, dann dürfen wir das auch.» Seit den Achtzigern habt ihr nicht verstanden, dass die Polizei für deutlich mehr da ist, als sich mit Euch die Zeit zu vertreiben.

Über diese Tatsache hinaus, ist Euer Verhalten schlicht ärgerlich, lästig und extrem kontraproduktiv. Was wollt ihr denn? Gegen die «Faschos» antreten und das System ändern? Kleiner Tipp: Das wird nur mit der Unterstützung der Bevölkerung funktionieren. Ich gebe Euch ein praktisches Beispiel dafür. Ihr hättet im Sommer, als die Rechten zum ehemaligen Hess – Gefängnis marschieren wollten, ohne die breite Masse der Spandauer gar nichts ausgerichtet. Weil aber alles friedlich blieb und keiner die Braunen auf der Straße sehen wollte, war die Unterstützung da. Denkt mal nach, vielleicht ist es sinnvoll, sich die Sympathien der restlichen Bürger zu erarbeiten. Ich habe volles Verständnis dafür, wenn man sich als junger Mensch darüber erregt, wenn ein Energiekonzern sinnlos ein Stück Wald kaputtmachen will. Deshalb wurde die Szene dort auch von den Anwohnern unterstützt. Mit Sicherheit wird es auch dort beidseitige Übergriffe gegeben haben. Und? Das man bei der Aktion ein paar Beulen kassiert ist vorher klar und gehört dazu. Im Zweifelsfall läuft es auf eine Gerichtsverhandlung hinaus, bei der man klar Stellung beziehen kann. «Euer Ehren, ich habe da auf dem Baum gesessen, weil ich das Vorgehen der Landesregierung eine Sauerei finde. Wenn Sie mich dafür verurteilen wollen – Bitte, sehr! Ich habe mich dagegen gestellt.» Das gilt auch für jeden Steinwurf. Da besteht für mich der Unterschied zwischen einfach nur kaputt machen wollen und einen geilen Randale – Abend zu haben, und einer echten politischen Haltung. «Ja! Hier stehe ich. Ich habe die Steine geworfen, weil ich gegen das System kämpfen will.» Wenn man sich dafür entscheidet, muss man auch dazu stehen.

Ich kann dieses: «Die Polizei trägt hierbei eine Mitschuld!», nicht mehr lesen oder hören. Schuld ist entweder moralisch oder gesetzlich begründet. Gesetzlich besteht sie dann, wenn ein Täter bei klaren Verstand und vorsätzlich gehandelt hat. Die Polizei hat aber weder den Vorsatz, dass eine Demonstration eskaliert, ein Terroranschlag passiert oder eine Straftat geschieht. Die Polizei mag Fehler begehen, falsche Entscheidungen treffen oder Lagen falsch einschätzen, doch sie ist nicht am Geschehen bzw. an der Straftat schuld. Die hat der Täter begangen und einzig seine Schuldfrage ist vor Gericht zu klären. Es ist zur Unsitte in unserer Gesellschaft geworden, die Verantwortung für etwas, anderen in die Schuhe zu schieben. Der Terrorist vom Breitscheidplatz heißt immer noch AMRI und nicht die Sicherheitsbehörden. Wer die aktuellen Kommentare liest, muss den Eindruck gewinnen, dass die Behörden den Anschlag initiiert haben. Genauso sieht es beim G20 – Gipfel aus. Die Bundesregierung und der Hamburger Senat haben mit Sicherheit die Demonstrationen und die Sitzblockaden provoziert. Aber wer einen Stein oder Molotow – Cocktails auf Menschen wirft, sich dabei nicht einmal sicher sein kann, wen er trifft, handelt auf eigene Rechnung. Sonst könnte jeder Totschläger behaupten: «Herr Richter, ich wurde provoziert, also ist der Tote selbst schuld.» Vor Gericht heißt das: «Der Beschuldigte zeigte keinerlei Einsicht!»

Jenseits der Elfenbeintürme hat die Polizei es immer mehr mit rücksichtslos agierenden kampfsporterfahrenen Tätern zu tun, die den lieben langen Tag nichts anderes tun, als zu trainieren.

In diese Überlegung passt auch die Diskussion um den Taser – Einsatz. Da ist einer, der setzt eine Ursache. Egal aus welchen Beweggründen, stellt er eine Gefahr dar. Wenn sich der Polizist ihm nähert, muss er sich auf eine körperliche Auseinandersetzung mit ungewissen Ausgang einlassen. Warum sollte er das tun? Der Täter hat gefälligst sein Handeln einzustellen, so einfach ist das. Gern wird von den Gegnern immer mit der potenziellen Herzkrankheit argumentiert. Die ist beim Nahkampf mit einem Polizisten ebenfalls gefährlich. Jenseits der Elfenbeintürme hat die Polizei es immer mehr mit rücksichtslos agierenden kampfsporterfahrenen Tätern zu tun, die den lieben langen Tag nichts anderes tun, als zu trainieren. Einige üben sogar Techniken, mit denen sie die Schutzkleidung der eingesetzten Beamten umgehen. Nochmals die Frage: Warum soll sich ein deutscher Polizist mit diesen Tätern herumschlagen?

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Praxisbezogen ist es ohnehin sinnvoller, mit dem Täter nicht in Kontakt zu kommen. Beidseitig ist das Verletzungsrisiko deutlich geringer, wenn der festnehmende Beamte den Betroffenen mittels Befehlen aus einem Fahrzeug heraus dirigiert, als wenn er an ihm physiotherapeutische Übungen vollzieht. Kommt dieser den Anweisungen nicht nach, muss etwas passieren. In anderen Ländern kommt es dann nicht selten zum Schusswaffengebrauch, dann doch wohl lieber der Taser.

Aber in einer Gesellschaft, die anteilig im Schlaraffenland mit Feen spielt, wird selbstverständlich erst einmal der schießwütige, chronisch schlecht gelaunte und gewalttätige Polizist vermutet. Diesen Menschen wünsche ich mir im Stillen eine Kneipenschlägerei oder die Festnahme eines Clanmitglieds im Kiez. Spätestens wenn die Menge der «Befreier» auf 10 Personen angewachsen ist, schreien sie nach Verteidigungsmitteln. Meiner Auffassung nach, sollten alle Entscheidungsträger, von Politik bis Justiz ein Jahr lang auf einem Schwerpunktabschnitt mitfahren. Ich glaube, einige würden danach anders argumentieren. In erster Linie ist nicht die Polizei brutaler geworden, sondern die

Vorgesetzter

Leute sind aggressiver. Manche sind nicht nur aggressiv, sondern sie leben nach dem Motto: «Schauen wir doch mal, wie weit ich gehen kann und wenn mich keiner bremst, mach ich halt weiter.» Wer sich damit nicht auskennt, muss sich nur einmal ein paar Videos einiger Möchtegern – Rapper anhören, oder sich eine Folge von 4 – Blocks ansehen. Das Landesbeamtengesetz verbietet mir leider, öffentlich die passenden Worte dafür zu finden.

In den Achtzigern, war die Sicherstellung einer Waffe ein herausragendes Ereignis und wurde seitens der Gerichte mit einem Jahr Strafe bedacht. Heute gehört das Mitführen einer Kanone zum guten Ton. Die Anzahl der Messerangriffe war überschaubar, mittlerweile greifen schon Jugendliche zum Messer. Das ist die Realität! Es ist auch Realität, das Ermittler und Ordnungsämter zwischen den Zeilen klar und deutlich von kriminellen Gruppierungen bedroht werden.

Keiner will sich mit Kriminellen, die sich soweit aus dem Fenster lehnen in den Cli

mafiosi

nch begeben. Ich erinnere an die Funkstreife, die in Berlin von Arabern angegriffen wurde, weil sie nach deren Auffassung zu langsam gefahren sind. Ein Taser wäre da hilfreich gewesen. Wenn der Angreifer in diesem Falle herzkrank ist, dann ist das, persönliches Pech. Für die Politik ein kleiner Hinweis: In Berlin müssen Polizisten bei der Überbringung einer Todesnachricht, weil sich die Sprösslinge mit einem gestohlenen Auto um einen Baum gewickelt haben, von einem Spezialeinsatzkommando begleitet werden! Und auch wenn es schon ein paar Tage her ist. Ein Mahmoud El – Zein, der vor laufenden Kameras die Berliner Polizei als “Kinder” bezeichnete, ist kein Einzelfall. Unvergessen ist auch die Ansage einiger Clan – Mitglieder beim Trauermarsch für einen erschossenen Polizisten: “Ihr seid die nächsten!” Das sind Typen, die beim Erkennen einer Chance, ohne große Vorwarnung auf Polizisten los gehen. Da kann ein Taser als Mittel zur Selbstverteidigung durchaus gute Dienste leisten.
Doch es sind nicht nur die, welche sich immer mehr hervortun. Im nachfolgenden Video kann man ein schönes Beispiel dafür sehen, wer sich sonst noch ins Spiel bringt:

Mir muss mal jemand erläutern, warum sich die Polizisten mit diesen Honks prügeln sollen und sich damit erheblichen Gefahren aussetzen. Immerhin haben sie schon die Waffen zur Hand. Mit einem Taser wäre die Lage sehr schnell entschärft gewesen. Im Gegenzuge möchte ich nicht wissen, was bei einer Schußabgabe passiert wäre.

Fazit:

Die «normalen» Bürger, inklusive der politisch Radikalen und Extremisten, sollten sich mal wieder mit dem Wort Verantwortung auseinandersetzen. In Berlin sagt man dazu: «Man kann eine ganze Menge Scheiße bauen, aber irgendwann muss man dafür auch mal gerade stehen.» Die Schwerkriminellen müssen in Deutschland wieder beigebracht bekommen, dass die deutsche Polizei keine «Kindergartentruppe» ist. Bei solchen Typen funktioniert keine

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Prävention, sondern nur Abschreckung.

Auf dem Berliner Wedding und in Neukölln haben die Kriminellen einen höllischen Respekt vor den Spezialeinheiten, weil sie ganz genau wissen, dass es dann für sie eng wird. Den gleichen Respekt müssen sie wieder allen eingesetzten Polizisten wieder aufbringen.

Ein alternder Zuhälter beklagte sich bei mir am Tresen: “Mensch, was sollen wir denn gegen diese neuen Typen machen. Die haben keine Skrupel, sind bis an die Zähne bewaffnet und brutal wie Sau. Da kannst Du nur noch mit der Knarre in der Hand antworten!” Er erkannte das schon vor knappen zwanzig Jahren, ich bin mal gespannt, wann diese Erkenntnis auch in der Politik ankommt.

Und bevor sich wieder irgendein Hansel aus dem AfD – Lager angesprochen fühlt: Mit Flüchtlingen und Islam hat dies überhaupt nichts zu tun. International sitzen bei den Banden die Fäuste, Knarren und Messer lockerer. Je größer Städte werden, die Globalisierung voran schreitet, desto heftiger wird das Problem. Und Merkel ist auch nicht schuld, ihr Pappnasen!

Dezember 20 2017

Gedanken zu Weihnachten 2017

Lesedauer 10 Minuten

Vor etwas mehr als 2000 Jahren hatte eine junge jüdische Frau ein außereheliches Verhältnis mit einem historisch nicht bekannten Mann. Vielleicht war es der Nachbar? Oder der eigene Vater? Keiner weiß es so genau. Unter Umständen waren es aber auch Durchreisende, die dann bei der Niederkunft Geschenke hinterließen und sich vor weiteren Leistungen drückten. Einige Forscher gehen davon aus, dass der Joseph der Zimmermann schon vorher einmal verheiratet war und in die Ehe die Geschwister von Jesus, Jakobus, Joses, Judas und Simon, einbrachte. Mit ziemlicher Sicherheit ist davon auszugehen, dass Maria sehr jung war und über die Liebe noch nicht sonderlich viel wusste. Genausogut kann es ein vorehelicher Unfall gewesen sein, der dann nachträglich als Wunder verkauft wurde. Wirklich zuverlässig sind die alten nordafrikanischen Quellen nicht. Nicht einmal den Zeitpunkt der ganzen Nummer können wir sicher einsortieren. Derzeit orientieren sich Historiker an Herodes, demnach könnte sich alles ca. 4 -7 Jahre vor Christus (also nach christlicher Zeitrechnung) abgespielt haben. Sollte die Geschichte wenigstens in etwa stimmen, spielte sich das meiste in Kleinstädten in Palästina ab.

Immer unter der Voraussetzung, dass es einen Mann (Nafri) mit dem Namen Jesus überhaupt gegeben hat, war er Mitglied einer kleinen Sekte, die sich vom Judentum abgespalten hatte. Eine Sekte, die im Verhältnis zur Lebensart der Römer, ziemlich spaßbefreit war. Die Ur – Religion beschränkte sich global betrachtet, auf ein relativ kleines Gebiet. Deshalb beherrschte die Gottheit ausschließlich ägyptisch, aramäisch und ein wenig arabisch und erschien auch nur den versklavten Nordafrikanern. Setzen wir statt des römischen Imperiums der Römer, die USA ein, haben wir heute ein ähnliches Bild. Nur das wir es aktuell mit einer Weiterentwicklung dieser alten «Sklavenreligion» zu tun haben. mohamedMohammed erkannte das Machtpotenzial der Religion, bastelte sie ein wenig um und setzte sie erfolgreich politisch ein.

Die Jahre gingen ins Land und die Religion trat ihren Siegeszug an. Mit ihr ließ sich ziemlich jede Machtintervention und Expansion begründen. Kreuzzüge, Plünderung der Völker, Abschlachten der amerikanischen Ureinwohner, Befriedigung männlicher Allmachtsfantasien, Ehescheidungen per Inquistion, und die Begründung eines Herrschaftsanspruchs ließen sich bewerkstelligen.

Irgendwann waren dann auch die Germanen fällig. Die huldigten Ihren Gottheiten in der freien Natur (Also auf der Heide, woher dann auch später der Name abgeleitet wurde.) Und da es in Europa ziemlich lange dunkel und kalt werden kann, freuten sie sich im Winter, wenn die Tage wieder länger wurden. Wer Parties feiert, schmückt die Bude und was liegt bei einem Waldbewohner näher, als Bäume zu schmücken. Als Missionar darf man nicht kleinlich sein und muss kreativ werden, wenn man am Leben bleiben will. Deshalb machten sie den wehrhaften Heidenhäuptlingen einige Zugeständnisse, überzeugten sie von den Vorteilen und bauten Sitten und Bräuche mit ein. Fertig war das Weihnachtsfest.

2017! Die AfD heult herum, weil Muslime keinen Bock auf Weihnachten haben und die meistens ziemlich langweiligen Kirchenlieder ablehnen. Die Muslime haben ebenfalls, den Knall nicht gehört, denn immerhin hat Mohammed die Story aufgegriffen und Jesus flugs zum Propheten erklärt, dessen Eltern natürlich ebenso ehrenwert sind. Als Atheist steht man vor dem ganzen Schauspiel und schlägt sich mit der flachen Hand vor die Stirn.

“Wir würden 2017 Jesus nicht mehr kreuzigen, aber wenn er mit seinen Jüngern über den Weihnachtsmarkt wüten würde, weil ihm wie damals im Tempel, der Kommerz nicht passt, wäre ihm eine Nacht in der Zelle u. eine Verurteilung sicher.”

Nichts gegen Weihnachten an sich! Wenn Menschen im Jahr einen Anlass haben, aufeinander zuzugehen, ist das eine gute Sache. Wie sie den Termin nennen, ist eigentlich egal. Dem Einzelhandel sei die Tradition des Schenkens gegönnt, immerhin werden auf diese Art und Weise Arbeitsplätze erhalten. Die Asiaten sind diesbezüglich absolut schmerzfrei. Mehrheitlich wissen sie nichts mit Weihnachten anzufangen. Doch sie finden die Weihnachtsbäume und das Drumherum schön, deshalb verkaufen sie Weihnachtsartikel bis weit in den Januar hinein. Ich kann den Besuch eines großen Kaufhauses in Bangkok zu dieser Zeit nur empfehlen. Bereits im Mittelalter bekamen die Handwerker auf diesem Wege eine Gelegenheit ihre Waren unters Volk zu bringen. Warum nicht? Orientiert man sich zu eng an die alten Missionare, kommt man auf zu wenige Wochenenden. nazisDa macht es durchaus Sinn, andere Namen für die Veranstaltung zu finden. Winter – Handwerker – Markt, Lichtermarkt, Wintermeile, der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Also, wenn man nicht gerade als achtzehnmonatiges Kleinkind vor den nahenden Russen, von der Mutter aus Ostpreußen gerettet wurde und an Amnesie leidet. Anders lässt sich Frau Steinbachs Sicht auf Flüchtlinge kaum erklären. Mit Jesus hat sie sich augenscheinlich auch noch nie ernsthaft beschäftigt, sonst wüsste sie, dass er ziemlich dunkelhäutig gewesen sein muss, eben ein Palästinenser oder heute: Nafri! Wir würden 2017 Jesus nicht mehr kreuzigen, aber wenn er mit seinen Jüngern über den Weihnachtsmarkt wüten würde, weil ihm wie damals im Tempel, der Kommerz nicht passt, wäre ihm eine Nacht in der Zelle u. eine Verurteilung sicher. Da er nicht einmal einen festen Wohnsitz hatte, könnte man sogar eine richterliche Vorführung in Erwägung ziehen.

“Einmal im Jahr kommen die Gnus zu den Wasserlöchern und die Krokodile warten schon. Taschendiebe, Räuber und Trickbetrüger verhalten sich nicht anders.”

Weihnachten ist auch das Fest, an dem in Familien Leute aufeinandertreffen, die sich das ganze Jahr nicht leiden konnten und plötzlich auf «Friede, Backe Eierkuchen» machen wollen. Das Ergebnis ist dann «Zickenschulzes Hochzeit» und endet in einem zünftigen Streit. Millionen von Menschen hetzen durch die Gegend und versuchen verzweifelt Dinge zu kaufen, die irgendwie passend erscheinen. Bei Geld endet die Religion und wird zur Nebensache. In Berlin dürfte jeder zweite Verkäufer an den Freßständen, ein als Muslim geborener Mensch sein. Dem spricht ja auch nichts entgegen. Und nicht nur der Einzelhandel hat Hochkonjunktur, sondern traditionell auch die Verbrecher. Im Prinzip verhalten sie sich wie jedes andere Raubtier auch.

Einmal im Jahr kommen die Gnus zu den Wasserlöchern und die Krokodile warten schon. Taschendiebe, Räuber und Trickbetrüger verhalten sich nicht anders. Letztens twitterte einer: «Jetzt ist ein Rentner schon nicht mehr vor dem KaDeWe sicher!» Natürlich nicht! Ebenso wenig, wie ein altes Gnu, das den Kopf ins Wasser hält. Wenn ich reiche Beute machen kann, dann am KaDeWe. Die Kaufleute bunkern zu Weihnachten mehr Waren und Bargeld, als zu anderen Terminen. Da liegt es nahe, als Verbrecher jetzt zuzuschlagen.

elektroUnd wieder wettern die Rechtspopulisten «Merkel ist schuld!». Dann muss sie aber schon ziemlich alt sein. Die Wikinger wussten auch ziemlich genau, zu welcher Zeit ein Raubzug auf ein Kloster erfolgversprechend ist. Albern! Jede Truppe hat ihre Spezialgebiete. Bei den Taschendieben sind es die Banden aus Rumänien, Polen, Südamerika und dem ehemaligen Jugoslawien. Die Elektromärkte werden in Berlin häufig von den Clans erleichtert und die Geldtransporter von Deutschen Schwerkriminellen. Juweliere bangen vor einem neuen Überfall der «Pink Panther» aus Serbien.

“Ethik und AfD -finde den Fehler! Die Leitkultur ist mal wieder in Gefahr. Ist schon ein wenig amüsant, wenn die Redner der AfD im Bundestag neuerdings Einstein und Adorno zitieren.”

Neuerdings scheint sich Weihnachten ein weiteres Delikt zu etablieren – § 130 StGB, Volksverhetzung – , als wenn die Justiz nicht schon genug zu tun hätte. Ein paar Schüler  des 600 Jahre alten Lüneburger Gymnasiums Johanneum  haben darüber diskutiert, ob es in einer Zeit voller Religionshass gut ist, im Unterricht religiöse Weihnachtslieder zu singen. Keine schlechte Frage! Die haben nicht umsonst das Motto DOCTRINAE – VIRTUTI – HUMANITATI. Denn zum Leidwesen der Kirchen haben wir jenseits der Weißwurstgrenze in Deutschland die Religion aus der Schule verbannt. Der entscheidende Grund liegt auf der Hand. Immer wenn Religion ins Spiel kommt, lässt der Streit nicht lange auf sich warten. Wem das nicht gefällt, muss sein Kind auf einer Konfessionsschule anmelden. Lehrer, Eltern und Schüler einigten sich auf einen Kompromiss und verlegten die Weihnachtsfeier auf den Nachmittag. Die gewonnene Unterrichtszeit könnte man für eine kritische Auseinandersetzung mit Religionen im Rahmen eines Ethikunterrichts nutzen.

Ethik und AfD – finde den Fehler! Die Leitkultur ist mal wieder in Gefahr. Ist schon ein wenig amüsant, wenn die Redner der AfD im Bundestag neuerdings Einstein und Adorno zitieren. Vielleicht sollte sich endlich mal einer erbarmen und den Mädels und Jungs klar machen, dass die Aufklärung intensiv mit der Religion abgerechnet hat. Mystik zog erst wieder mit den Nationalsozialisten erfolgreich in Deutschland ein. Die katholische Kirche dankte es ihnen mit der Segnung der Waffen und später als Fluchthelfer nach Südamerika. (Heute nennt man das «Schleuser»). Jedenfalls stürzen sich die Rechtspopulisten nun auf die arme Schule. Dabei haben die nur das Grundgesetz umgesetzt. Frechheit, wie konnten sie nur. Ich räume ein, dass ich in Teilen auch die falschen Bekannten habe. Auf WhatsApp habe ich von Empörten Benachrichtigungen zu dieser Geschichte bekommen, die in ihrem ganzen Leben noch keine Bibel in der Hand hatten. Bescheuerter geht es kaum noch! Gegen religiöse Dogmatiker wettern, in dem man sich auf die Seite anderer Religionstrottel stellt, ohne selbst gläubig zu sein. Den muss mir mal einer erklären.

Ich habe zu Weihnachten die merkwürdigsten Dinge erlebt. Vom Pornofilmfestival auf der Funkleitstelle bis zum Durchgedrehten, der mit einem Kaftan durch Berlins Straßen lief und sich für Jesus hielt, war alles dabei. zalandoLeider kommen auch viele mit den zur Schau getragenen Sentimentalitäten nicht klar und nehmen sich das Leben, ein eher trauriger Nebeneffekt von Weihnachten. Seit ich erwachsen bin, betrachte ich Weihnachten als ein Fest für die Kinder. Ich bin da absolut frei von Skrupel. Ich habe kirchlich geheiratet, weil es für meine Frau dazu gehörte. Die Konformation habe ich wegen der Geschenke mitgenommen und Weihnachten wird zelebriert, damit alle ihren Spaß haben. Und wenn es sich anbietet, nehme ich auch jeden Feiertag, egal aus welcher Ecke er abgeleitet wird, mit. Ich finde auch die Rituale ganz nett. Bin ich im Urlaub, verschließe ich mich nicht vor den Festen anderer Religionen. Wenn es nett ist und Spaß macht, spricht für mich nichts dagegen.

Doch bei der Ausnutzung eines religiösen Festes für dummdreisten Dogmatismus hört der Spaß auf. Egal, wer sich da nach vorn schiebt. Da ist es mir vollkommen egal, ob es sich um einen Islamfanatiker, Evangelikalen oder ein AfD – Parteimitglied handelt. Berliner, als die Nachfahren der ehemaligen Preußen – Hauptstadt, haben es traditionell nicht so mit der Religion. Im Gegensatz zu den Süddeutschen, die ganz gern mal auch Sekten beitreten, sind die meisten von uns recht nüchtern bei dieser Angelegenheit. Wäre schön, wenn das so bleiben könnte.

mutterDie Mehrheit der jungen Muslime in Berlin ist von diesem gottlosen Virus ebenfalls angesteckt worden. Und wenn mal einer vor die Kameras gezerrt wird und diesen unsäglichen Blödsinn über seine Schwester absondert, sollte jeder mal genau hinsehen, welcher spätpubertierende Kretin da redet. Viele von den quatschen diesen Blödsinn in der Schule nur, um sich wichtig zu machen. Wenn er es doch ernst meint, steht ihm das frei. Wenn sein familiärer Stammbaum am Ende ein Kreis ist, muss er doch damit klar kommen, nicht ich. Wir brauchen auch Menschen, die nur einfachste Arbeiten verrichten können. Das einige von denen auch dem Sozialsystem zu Lasten fallen ist mir persönlich ziemlich egal. Dieser Umstand ist nicht mit der Herkunft oder der Religion verknüpft, sondern mit den Sozialverhältnissen. Im Berliner Dialekt gibt es diesen schönen politisch unkorrekten Begriff: «Proll!» Woran dieser «Proll» glaubt, ist mir schnuppe. Manche glauben an Hertha und vegetieren besoffen von einem Spiel zum nächsten und andere eben fanatisch an irgendeinen Gott. Einen Blumentopf werden sie damit beide nicht gewinnen. Wer keinen religiösen Fanatismus haben will, muss immer zuerst die sozialen Verhältnisse ändern, diesbezüglich bin überzeugter Marxist: Religion ist Opium für das Volk.

In einem Retweet schrieb einer unter dem Pseudonym @Irrelephant: “Nur ist Weihnachten kein rein religiöses Fest mehr, Weihnachten ist in aller erster Linie ein kulturelles Fest. Es hat eine religiöse Geschichte und einen religiösen Hintergrund, wird aber von Menschen unabhängig ihrer Religion gefeiert.

So kann man Schenken und Glühweintrinken auch umschreiben. Spätestens wenn die Familie zum verpflichtenden Weihnachtsgottesdienst mit Kind und Kegel anrückt, damit der Familienspross kommuniert oder konformiert wird, sind wir bei der Religion. Ob man bei der Predigt nun an die herannahende bucklige Verwandschaft denkt oder nicht.

Weihnachten 2017 und die Kommentare der AfD nebst ihrer Anhängerschar zeigt mir eines wieder sehr deutlich. Zwei Dinge werden sich meiner Auffassung nach, mit absoluter Sicherheit in Deutschland niemals durchsetzen. Echte Linke (Nicht diese rot lackierten Faschisten aus der ehem. DDR) und religiöser Fanatismus. Für Links bedarf es mehr Bildung und Verstand, denn nur dann könnte eine Umverteilung und gemeinsame Versorgung aller umgesetzt werden, als wir in Deutschland umsetzen können. Vorher werden sich immer die Rechten in den Vordergrund spielen. Es passt einfach so schön zu uns. Wenig denken, einem oder einer Gruppe hinterher rennen, sich selbst als Opfer sehen und die eigene Unzulänglichkeit mittels Diffamierung anderer übertünchen. Viele trauern heute aufrichtig um die Opfer eines sozial abgeschlagenen Arbeitslosen Nordafrikaners. Nicht alle trauern wirklich um die Opfer, viele benutzen das Ereignis für ihre Zwecke.

13516461_925942587515474_7735397091666025850_nDa liegt der Gedankenfehler der Terroristen. Sie wollen Angst und Schrecken verbreiten, der dann zu Ressentiments gegenüber den gemäßigten Muslimen führt. In ihrem Denken werden diese dann begreifen, dass sie sich gegen die Ungläubigen erheben werden. Eine fatale Selbstüberschätzung! Der erste Teil der Rechnung geht auf, der zweite Teil führt für sie in die Katastrophe. Das heutige Christentum basiert mehrheitlich auf Kommerz, die rechte Wange hin halten ist nicht unser Ding. Wir haben 1945 die Bestie eingesperrt, aber nicht getötet. Die Wärter der Bestie sind die Demokraten und Anhänger einer offenen Gesellschaft. Verlieren die Wärter durch Terroranschläge die Kontrolle über den Käfig, wird es übel. Es ist ein wenig, wie beim «Herrn der Ringe». Sauron wird wieder stärker und bedroht das Auenland. Überall werden wieder die dunklen Geschöpfe des Bösen gesichtet. Die Armeen der ORKS formieren sich. Liebe Salafisten oder wie Ihr Euch auch immer bezeichnen wollt: Auf die Elben und Hobbits würde ich an Eurer Stelle nicht hoffen. Irgendwann können wir Demokraten, Atheisten und Humanisten Euch nicht mehr vor der Bestie schützen. Islamisierung des Abendlandes ist Schwachsinn, es geht immer nur darum, die Bestie unter Kontrolle zu halten. Europäer differenzieren nur über einen gewissen Zeitraum, dann kommt der Zeitpunkt, wo alle wieder durchdrehen. Ihr müsst auch nicht immer nur auf Deutschland schauen. Die letzten Diktaturen in Europa sind noch nicht solange her. Griechenland und Spanien haben es noch nicht lange hinter sich.

konvertitEs gibt unterschiedliche Sorten von Trottel. Doch ihr Terroristen seid in der Rangliste der Dämlichen recht weit oben angesiedelt. Ihr beteiligt Euch am Aufeinanderhetzen der Menschen und sprengt Euch damit selbst in Katastrophe. Am meisten tun mir dabei die Flüchtlinge leid. Wie immer in der Geschichte trifft es die ärmsten der Armen. Und auch wenn Weihnachten das Fest des Friedens sein soll, die Hetzer unter den AfD Vertretern verdienen nur Verachtung. In der warmen Stube sitzen, sich den Braten schmecken lassen und rülpsend auf Menschen schimpfen, die währendessen zusammengepfercht die Suppe auslöffeln dürfen, ist einfach nur widerlich.

Vor 2000 Jahren fing es in Nordafrika mit einer Sekte alles an und aktuell scheint eine Sekte, die ihren Ursprung in der gleichen Gegend hat, wieder eine Rolle zu spielen. Ich stelle mir einen Ford Prefekt vor, der sich beim Warten auf das Gorgonenschiff über die Menschheit dusslig lacht. «Ihr seid so doof!» Wer mit Ford Prefekt nichts anfangen kann, dem sei das Buch “Per Anhalter durch die Galaxis” empfohlen. Douglas Adams hilft zuverlässig gegen Dogmatismus, Religion und schlechte Laune.

 

Juni 7 2017

Die Sache mit der Religion

Lesedauer 7 Minuten

Spätestens nach der Lektüre von Douglas Adams, entschied ich mich dazu, meinen Status von Agnostiker, auf Atheist zu ändern. Ich fand den Gedankengang von Adams nachvollziehbar. Ein Agnostiker ist jemand, der zu feige ist, sich zu entscheiden. Nun, das war ich noch nie. In der mehrheitlich vom Glauben befreiten Stadt Berlin, war das auch nie eine echte Frage.

Dann lernte ich den gläubigen Süden Deutschlands näher kennen. Für einen Berliner unter diesem Aspekt eine sehr schräge Gegend. Freikirchen ohne Ende, Evangelikale, amerikanische Show Kirchen, kleine private Sekten und andere Freizeitgestaltungsmöglichkeiten. Da staunt der Berliner! Womit sich Menschen ihre Freiheiten ohne jeglichen Zwang einschränken, ist wahrlich erstaunlich. Da ich mich immer für Menschen und ihre Marotten interessiere, beschloss ich, mich damit etwas näher auseinanderzusetzen.

Als aller Erstes sprang mich die Theorie an, dass ein Atheist letztlich auch nur ein Gläubiger ist. Ach was? Der Sache musste ich auf die Spur gehen. Ziemlich zügig stieß ich dabei auf den medialen Vorzeigephilosophen Richard David Precht. Das ist dieser Typ, der für ethische Fragen zur Zeit in jede Talkshow eingeladen wird und dabei aussieht wie David Garrett. Wenn Frauen anfangen, sich wegen ihm für Philosophie zu interessieren, dann kann ich dies nachvollziehen. Manch ein Mann fing ja auch erst an, sich für linke Politik zu interessieren, als Sarah Wagenknecht auf der Bildfläche erschien.

Der Mann sagt:

«Aber meine Rationalität kann die Welt nicht erklären. Die großen Fragen wie „Warum gibt es alles und nicht nichts?“ bleiben religiöse Fragen. Und auch der Atheismus, der etwas zu wissen glaubt, was er nicht wissen kann, ist für mich eine Religion, die ich ablehne. Denn jemand wie Richard Dawkins („Der Gotteswahn“) ist gewissermaßen ein Mullah des Atheismus. Deshalb bin ich Agnostiker, der im sokratischen Sinne weiß, dass er nichts weiß.»

Ich kann also nicht wissen, ob es einen Gott oder eine übergeordnete Spirituelle Kraft gibt. Aber ich kann doch behaupten, dass es vollkommen unsinnig ist, sich überhaupt diese Frage zu stellen. Ich meine, es kann ja theoretisch jeder daher kommen und etwas behaupten. Wenn ich ihm dann die Frage stelle: Warum behauptest Du das? Bekomme ich die Antwort: «Na ich habe mir halt die Frage gestellt, und glaube nun die Antwort gefunden zu haben. Wenn Du jetzt nicht an meine Antwort glaubst, glaubst Du daran, allwissend zu sein! Niemand ist allwissend, also habe ich recht!» Oh ja, ich erinnere mich an eine Nacht mit Absinth und Cannabis, da ging es mir ziemlich schlecht und …, lassen wir das.

Kann ich wissen, dass es keine übergeordnete Macht gibt? Wissen nicht! Aber ich kann mich der Frage mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nähern und das ist schon eine ganze Menge.
Stephen Hawking äußert sich zum Thema dahingehend, dass die Existenz eines Gottes schlicht überflüssig ist, da sich nach und nach in der Physik  Erkenntnisse einstellen, nach denen sich dass Universum durchaus allein erschaffen haben kann. Da setzt mein Glauben ein. Ich hatte mit Mathematik und Physik immer meine Probleme und musste schon auf unterster Stufe selbst meinem Mathematiklehrer Glauben und Vertrauen schenken, dass das an der Tafel alles seine Richtigkeit hat. Aber da ich mich nicht für allwissend halte, bin ich durchaus dazu bereit, einem sehr intelligenten Menschen diesbezüglich über den Weg zu trauen. Gleichermaßen verfahre ich nebenbei unvernünftigerweise mit Ärzten. Da ich aber mit 51 Jahren weit über die Verfallszeit des menschlichen Körpers hinweg gekommen bin, sogar noch viel ältere Menschen kenne, scheint dieser Weg gar nicht so falsch zu sein.

Physikalisch und mathematisch stehe ich also auf verlorenen Posten, wenn ich mir selbst ein Bild verschaffen will. Also versuche ich mich der Sache mit dem gesunden Menschenverstand zu nähern.

Da wäre das Problem mit den Buchreligionen. Der Gott des Judentums, dessen Ableger Christentum und die Weiterentwicklung Islam, scheint statische, zeitliche und vor allem sprachliche Probleme zu haben. Faktisch ist er nämlich nur regional in Nordafrika erschienen und kann offensichtlich nur aramäisch, hebräisch und arabisch. Seine Kenntnisse diverser Indianerdialekte, Nahuatl (Sprache der Atzteken), Altnordisch, Sumerisch, Chinesisch, Sanskrit usw. scheinen recht beschränkt zu sein, sonst hätte er sich dort auch mal blicken lassen. Es erscheint mir jetzt nicht logisch, warum ein Gott, der ein ganzes Univerum erschafft, nun ausgerechnet die Hebräer zu seinem Volk auserwählt. Besser noch, dann schickt er im Christentum ausgerechnet seinen Stellvertreter Jesus wieder in die gleiche Gegend. Warum nicht nach Mexiko? Australien oder Asien wäre auch nett gewesen. Das klingt dann doch stark nach einer Insellösung zum Zwecke der Regelung gesellschaftlicher Probleme. Ich meine Zeit genug hatte er nach der Schöpfung. Vor allem hätte er schon viel früher mit seinen tollen Erscheinungen anfangen können. Und warum startet er furios und endet so schweigsam?

Ok! Ich sehe ein, nach dem Denken der Buchreligionen hat dieser Gott ganz schön zu tun, immerhin ist er für ein ganzes Universum verantwortlich. Da kann er nicht jede Woche vorbei kommen. Aber da stolpere ich schon wieder. Warum sollte sich eine derart universelle Institution, die ein ganzes Universum erschafft, ausgerechnet mit einer Kohlenwasserstoffverbindung mit der selbsterschaffenen Definition Mensch auseinandersetzen? Ich meine, eine Macht, die so unendlich ist, erschafft etwas völlig Unvollkommenes und redet dann auch noch damit? Ich rede ja auch nicht mit einem misslungenen Omelette.

Die Anhänger dieser Buchreligionen treiben dies auf die Spitze. Wenn sich einer nicht an die Regeln hält, die vor 2000 Jahren aufgestellt wurden, dann kommt er nicht ins Paradies, sondern landet ein paar Treppen tiefer in der Hölle. Regeln die 2000 Jahre alt sind, sind mindestens irgendwann mal zu überdenken, nur mal so.

Aber die Sache mit den Regeln ist ohnehin nur eine Kannbestimmung, am Ende kommt die Vergebung. Ich muss zugeben, die Typen, die sich das ausgedacht haben, hatten echt was drauf. Näherungsweise geht man davon aus, dass sich nach 6 Millionen Jahren Existenz, ca. 100 Milliarden Menschen auf der Erde befunden haben. Wenn auch nur eine Sekunde lang die Sünden eines jeden Menschen ausgewertet werden, außerirdische Lebensformen mal außen vor, hat diese Instanz richtig zu tun. Ich kann verstehen, dass die Katholiken früher eine Vorhölle installierten, ein Wartezimmer macht da echt Sinn.

Ich könnte mich wenigstens mit dem Konstrukt der Buchreligionen anfreunden, wenn es denn logisch in sich wäre. Lebt ein Mensch nicht alleine, bedarf es Regeln des Zusammenlebens, wie ich mein Regelwerk nenne, ist mir letztlich vollkommen selbst überlassen. Aber die regeln nicht nur mein Verhalten gegenüber anderen Menschen, sondern gehen auch arg ins private. Ich finde, das geht zu weit. Ob ich nun onaniere oder schwul bin, Enthaltsamkeit lebe oder mir gleichgesinnte Sexualpartner suche, geht niemanden etwas an.

Aber auch auf solche Dinge gibt es sinnhafte Antworten, die absolut nichts mit irgendwelchen Gottheiten zu tun haben. Die zeigen sich heute mehr, als früher. Es gibt da diverse Menschen, die in völlige Panik ausbrechen, weil ihre Religion ins Hintertreffen gerät. Erst kürzlich stand in einer Tageszeitung, dass 2050 mehr Muslime als Christen auf dieser Welt gibt. Jetzt bekomme ich es mit der Angst zu tun. Ich habe mir sofort notiert, dass ich mich dringend mit ein paar Hindus und Buddhisten treffen muss, da die schon längere Erfahrungen mit dieser Angst haben. Das scheint so eine Konkurrenzangelegenheit zu sein. Ich muss mich auch mal dringend mit einem Urologen unterhalten, ob meine jahrzehntelange Onanie dazu führte, dass ich nur zwei Töchter habe, statt dessen bei Enthaltsamkeit 14 Söhne gezeugt hätte. Aber wenn es so immanent wichtig ist, Nachkommen zu zeugen, warum dürfen dann die katholischen Priester und Nonnen nicht vögeln? Da steckt doch ein unglaubliches Potenzial an Gläubigen in den Hoden und Eierstöcken. Die sind ja noch schlimmere Verweigerer als Homosexuelle, die adoptieren wenigstens Kinder.

32 % Christen, 19 % Muslime, 5,7 % Buddhisten und 13 % Hindu teilen sich den größten Anteil des religiösen Kuchen. Was machen die Buddhisten falsch? Haben die keinen Sex? Und wenn es der Religion wichtig ist, per Fortpflanzung die Welt zu beherrschen, warum verbieten sie dann Ehebruch?

Da war sie wieder, die Sache mit den Sünden. Auch ein Ding, das ich nicht verstehe. Gemäß den Überlieferungen, also die Sachen, die rein durften in die Bibel, alles was nicht die Zeit passte, haben sie ja weggeworfen, hat dieser Gott den Menschen nach seinem Abbild erschaffen. Also mit allem, was wir so haben. Insbesondere gehört dazu unser Großhirn. Dieser unerschöpfliche Quell für Neid, Frustration, Wut, Mordlust, Gewalt und viele andere schöne Dinge. Warum?
Und warum soll etwas nicht in Ordnung sein, was demnach göttlich ist? Diese Elternnummer? Ich will, dass ihr es mal besser habt als ich, deshalb macht nicht das, was ich auch getan habe.
Dieser ganze Kram, der da in der Tora, Bibel und Koran steht, erscheint mir doch sehr menschlich. Teile der Buddhisten sind da schon weiter. Buddha soll gesagt haben: «Ihr werdet die letzten sein, die die wahre Lehre zu hören bekommen. Danach kommen die Schriftgelehrten und werden Abweichungen aufschreiben.» Der andere Teil der Buddhisten haben in ihrer Verzweiflung beschlossen, alles nur mündlich weiter zu geben. Ich denke mal, wir haben alle mal «Stille Post» gespielt, dass da nach ein paar tausend Jahren überhaupt noch etwas Brauchbares weiter erzählt wird, ist ein Wunder für sich.

Unterhalte ich mich mit verzweifelten Christen, kommt irgendwann der Teil, in dem es heißt: «Du kannst doch an Gott glauben, einen Mehrwert dadurch im Leben haben und wenn es nicht stimmt, dann ist es eben so.» Welcher Mehrwert? Das ich mich an der Krücke festhalte, dass mein Leben mit dem Tod nicht endet? Sorry, ich bringe noch einmal die Zahl: Diese Erde hat 100 Milliarden Menschen gesehen. Ich habe ein ziemlich großes Ego, aber so groß ist es dann auch wieder nicht, dass ich mich bei dieser Konkurrenz für besonders wichtig, insbesondere für die Ewigkeit, nehme. Auf diesen Blödsinn im Islam mit den 100 Jungfrauen kann ich schon kaum noch eingehen. Es erscheint mir aber nachvollziehbar, dass das damals ein probates Mittel war, junge Kerle für das Sterben im Kampf zu motivieren. 2017 sieht das ein wenig anders aus. Jungs! Ich weiß von Euch, dass ihr Euch jede Menge Pornos reinzieht. Ein kleines Geheimnis von einem erfahrenen Mann, die MILFS haben meistens keine Kinder, der Hinweis: “Sie macht das zum ersten Mal” ist ein Fake. Jungfrauen sind nichts für Euch -langweilig! Und habt ihr schon mal darüber nachgedacht, dass nach hundert Entjungferungen Ende ist? Da habt Ihr noch eine ganze Ewigkeit vor Euch. Sagt jedenfalls Eure Religion. 100 Frauen? Das wollt Ihr nicht! Das ist ähnlich wie bei den homosexuellen Christen, die um alles in der Welt heiraten wollen. Das mit der Ehe ist so eine ganz eigene Geschichte. Die kann mächtig schief laufen und dann hängt ihr drin in der Sache. Ich kenne eine ganze Menge geschiedene Männer, die würden nachträglich Geld dafür bezahlen, wenn ihnen jemand das Heiraten untersagt hätte. Ihr müsst Religion manchmal auch ganz praktisch bis zu Ende durchdenken.

In einem Bericht über Evangelikale wurde mit einer Mutter gesprochen. Die sagte: «Wir vermitteln unser Kind, dass Jesus immer bei ihm ist und es beschützt. Die Frau kam irgendwo aus Süddeutschland. Wenn sie in einem rumänischen Kinderheim arbeiten würde, wäre ich auf ihre Aussage dort gespannt. Wenn der weltliche Schutz mit UNO Mitteln vorbei kommt, hat sie vermutlich mehr davon. Aber ich sehe ein, der Gedankengang: Ich habe verkackt, weil ich im falschen Land geboren wurde, ist nicht sehr befriedigend. Aber ich stellte es selbst fest, dass Universum ist groß, und wenn sich dieser angenommene Gott gerade an einer anderen Stelle des Univerums befindet, wird es in diesem Leben eng und die Rückfallebene «Ewiges Leben» muss herhalten.

Summasummarum … ich entscheide mich dann doch lieber für den Atheismus. Ich denke ich weiß es, ebenso wie ich weiß, dass ich geboren wurde und sterben werde. Ich habe eine nicht vorhersehbare Zeit x und gedenke diese so angenehm wie möglich zu gestalten, ohne Angst vor Sünden und dem ganzen anderen Zinnober.

Nur eines stört mich. Der blanke Zufall hat mich in ein eigentlich ganz brauchbares Land geworfen. Nun kommen immer mehr «Gläubige» aus allen Richtungen daher und fangen an auf die Nerven zu gehen. Theoretisch können sie machen, was sie wollen. Aber wenn sie durch ihren Glauben keiner Arbeit nachgehen können, hat das auch Auswirkungen auf mich. Wenn sie sich in die Luft sprengen oder versuchen mich zu töten, hat das klare Folgen. Wenn sie dämlich grinsend und verzückt durch die Straßen rennen, sich nicht an der Gestaltung und Sicherung der Gesellschaft beteiligen, entwickelt sich die Sache für meine Restjahre und meine von mir gezeugten Kinder problematisch. Ebenso schwierig ist es, wenn sich die Kinder dieser Religiösen als Erwachsene in Behandlung begeben müssen, weil sie vollkommen kaputt gemacht wurden. Deshalb müssen sich auch Atheisten manchmal zu Wort melden.

 

 

 

 

 

 

 

Dezember 29 2015

Halbzeit

Lesedauer 4 Minuten

Mein Jahrgang ist der erste nach der Baby – Boomer Generation. Wir sind die letzten, die noch Urgroßeltern kennen lernen konnten, die noch einen Deutschen Kaiser erlebt hatten. Wir hatten Großeltern, die noch aktiv den II. Weltkrieg miterlebten. Erzogen wurden wir von Eltern, die in Ihrer eigenen Kindheit die Entbehrungen einer Nachkriegsgeneration kennen lernten.

Als West-Berliner lernte ich die Mauer als festen Bestandteil kennen. Sie war einfach da und würde vermutlich auch nie verschwinden. Der Kalte Krieg war der Begleiter unserer Jugend, er prägte unser politisches Denken. Die APO war uns noch gegenwärtig, an dem Thema Politik ist man de facto nicht vorbei gekommen. startbahnwestIch erinnere mich noch an Startbahn – West, Anti – Atomkraft, Stoppt – Strauß, Hausbesetzer Szene, Brockdorf, Freies Wendland, Lenné – Dreieck … Straßenkampf, Demonstrationen, Mauerfall und viele weitere Ereignisse. Meine Herkunft und Ausbildung würde man heute eher als links bezeichnen obwohl ich einen eher konservativen Beruf am Ende der 80ziger ergriffen habe.

Ich erinnere mich noch sehr gut an das Jahr 1980. In der Nacht vom 24. zum 25. April saßen wir in einer Spandauer Kneipe und nahmen mit Schrecken die Nachricht auf, dass die Amerikaner die Botschaft in Teheran stürmen wollten. Wir hatten Panik, dass ein Flächenbrand ausbrechen würde.

Die 80ziger waren eine verrückte Zeit. Waren die 70ziger Jahre die erste Drogengeneration, waren wir die ersten, die Drogen konsequent mit Spaß verbanden. Gleichzeitig waren wir auch immer ein wenig depressiv oder wie es die ÄRZTE mal zum Ausdruck brachten: “… dann hörten wir die Smith.” Aber wir waren auch NENA und SPLIFF. Wir waren die ersten mit MP3, Internet, Mobiltelefon und jede Menge Fernsehkanälen.

1989 standen wir auf der Mauer und nicht alle waren ausgelassen. Noch hatten wir die Geschichten unserer Eltern vom 17. Juni und vom Prager Frühling im Kopf.61hukpyuxol-_sl500_aa240_

Nun kommen wir in ein Alter, in dem sich die Menschen befanden, gegen die wir damals demonstrierten. Wir sind angekommen, angekommen in einem Alter, in dem man von uns Vorbildverhalten und die politische Umsetzung unserer Erfahrungen erwartet. Die Politiker unserer Jugend waren damals um die 60zig Jahre alt.

Und in welcher Zeit befinden wir uns heute? Radikale erobern wieder die Straße, die Polarisierung unserer Gesellschaft ist nicht mehr zu übersehen. Die Schere zwischen arm und reich geht immer weiter aus einander. Vieles von dem, was wir in den 80zigern und 90zigern befürchtet haben, ist eingetreten. Wir befinden uns an der Schwelle eines neuen Kalten Krieges oder vielleicht bereits mitten drin.

Wir, die mit Propaganda seitens der Großmächte herangewachsen sind, 280px-Der_schwarze_Kanal_Logoerweisen uns als unfähig, diese zu durchschauen. Wir lassen zu, dass wir mit Nebenkriegsschauplätzen von den wahren Problemen abgelenkt werdenmagazin. Wir sollten es besser wissen! Wir haben unseren Kindern beigebracht, dass es wichtig ist einen Beruf zu haben, erfolgreich im Leben zu sein.

2016 werden viele um mich herum 50zig Jahre alt/jung. Dank eines Herrn Zuckerberg können wir uns immer noch über unsere Meinungen austauschen, auch wenn wir uns im eigentlichen Leben nicht mehr sehen. Das linke Bild ist neu und das rechte Bild stammt aus unserer dunklen Vergangenheit. Wann lernen wir hinzu?islampropaganda

Am nachdenklichsten vor-jahren-nspropagandaschauhat mich die Aussage eines ehemaligen Schulkameraden gemacht: Wenn man Jung ist, ist man links. Wird man älter, wird man erfahrener, wird man rechts. Das Plakat links stammt von der NSDAP, das rechte Bild stammt von einer Internetseite, die sich Poltical Incorrect,  die Parallelen in der Darstellung sind erschreckend.

Die Islamisierung Europas muss gestoppt werden. 1989 hätte ich diese Aussage aus meinem damaligen Freundeskreis heraus für unmöglich gehalten. pegida

Kaum einer wird diesen Text hier lesen. Ich denke, ich schreibe ihn mehr für mich im Angesicht eines kommenden Geburtstags. Es ist an der Zeit wieder mehr Verantwortung zu übernehmen und sich wieder einzumischen. Den Anfang machen die hier veröffentlichten Texte, mal sehen wo die Reise hin führt.