9 Juli 2021

Corona und Terrorismus

white ceramic sculpture with black face mask Lesedauer < 1 Minute

Bisher erlebte ich in der Bundesrepublik Deutschland noch nie eine derart intensive Diskussion über Risiken, Wahrscheinlichkeiten, Studien und wie man mit all diesen Aspekten umgeht. Oftmals geht es um das Verhältnis zwischen Freiheit, Risiko und Sicherheit. Interessanterweise ist dies die identische Basis für Diskussionen die bei der Terrorismusbekämpfung geführt werden. Einerseits der Wunsch nach einer 100 % Sicherheit, andererseits die Erkenntnis, was dafür alles geopfert werden müsste. Völlig paradox ist dabei, wie sehr sich gegen relativ harmlose Maßnahmen ausgerechnet die Leute wehren, die im Bereich Terrorismus ständig Verschärfungen und Erweiterungen der Eingriffsmöglichkeiten durch Sicherheitsbehörden einfordern.

Bundestrojaner, Telefonüberwachungen, Aufstockung des Personals für die Überwachung, vereinfachter Datenaustausch zwischen den Bundesländern, Behörden und Aufhebung des Trennungsgebots zwischen Nachrichtendiensten und Polizei, werden eingefordert, während das Tragen einer Maske, Testverfahren, Datenerfassung und Apps, Vorteile für Geimpfte, Beschränkungen in der Bewegungsfreiheit, kritisch betrachtet werden. Plötzlich besteht eine Sorge bezüglich eines kontrollierenden Überwachungsstaats, die an anderer Stelle vielmehr angebracht wäre.

Tausende Tote durch einen Virus stehen wenige Opfer von einigen vereinzelt auftretenden Terroristen gegenüber. Bei letzteren werden keine Wahrscheinlichkeiten berechnet und berücksichtigt. Nach jedem Anschlag werden neue Eingriffe in die Privatsphäre der Bürger nebst Ausländern eingefordert und seitens des bürgerlichen Lagers und der Konservativen beklatscht. Eben jene, die innerhalb der Pandemie wütend gegen die Eingriffe staatlicher Institutionen anrennen. Wieder einmal ein deutlicher Indikator, wie die Psyche des Menschen funktioniert und wie das Großhirn Risiken vollkommen unterschiedlich bewertet. Man könnte auch sagen, wir sind bei der Entwicklung der Fähigkeiten bei der Bewertung vor langer Zeit stehen geblieben und scheitern in der Moderne grandios.

22 November 2019

Im Wendekreis des Zwiebelfisches

Lesedauer < 1 Minute

Teil I meines Buchprojekts ist abgeschlossen. Das vorläufige Manuskript steht. Immer wieder neu auf eine Fehlersuche zu gehen, bringt nichts mehr. Ich habe mein “Baby” ein paar Leuten zum Lesen gegeben und erwarte von denen noch ein Feedback. Danach werde ich auf die hoffnungsvolle Suche nach einem Lektorat und einem Verlag gehen. Wer etwas passendes kennt, darf sich gern – bitte – bei mir melden.

Vorab stelle ich den vorläufigen Prolog online, der eine Auskunft gibt, worum es geht. Ich ziehe nach dreissig Jahren Kriminalpolizei aus mehreren Perspektiven Bilanz. Darüber hinaus beschreibe ich, wie ich nach diesen Jahren, als gelernter Polizist, die Welt, die Gesellschaft und den weitere Werdegang von beiden einschätze. Für die berühmten Zeilen dazwischen habe ich mir das Ziel gesetzt, einen Einblick in das Innenleben eines Berliner Kriminalbeamten im Jahr 2019 zu geben. Mir geht es dabei weniger um die Auffassungen, sondern mehr um die Tatsache, dass bei der Polizei durchaus nachgedacht wird. Weit über die üblichen Klischees hinaus.

Wer meinen BLOG schon ein paar Male besucht hat, weiß um mein Fremdschämen, wenn sich Polizisten in merkwürdige politische Law & Order Positionen hinein begegeben, stets neue Gesetze, Techniken und Überwachungen einfordern. Eins kann ich vorab kund tun: Es sind keine Interna zu erwarten, die unbefugte Personen unnötig schlau werden lassen oder Anlass für neugierige Fragen geben könnten. Solche Aktionen überlasse ich Ausschüssen, Gewerkschaftlern und Personalräten. Dennoch gehe ich auf Dinge ein, die bereits an unterschiedlichsten Stellen beschrieben wurden. Da ich aber viele Hintergründe kenne, habe ich eigene Interpretationen. So genug der Ankündigungen von dem, was alles noch nicht online ist. Ich lasse lieber meine Worte sprechen.

Bereits beim Prolog bin ich für jeden Kommentar und kritische Auseinandersetzung offen. Denn hierfür habe ich dieses Buch geschrieben. Wie es weiter geht, wird sich noch zeigen.

zum Prolog =>

29 Juni 2018

Faschismus? – nur eine PR Methode!

Lesedauer 8 MinutenWer kennt sie nicht? Die lieben Zeitgenossen, die weder ein Nazi sind, noch jemanden etwas zu Leide tun wollen, sich die Kritik an ihrer Wortwahl verbitten und lediglich ein aufrechter Deutscher sein wollen. Meistens ist für sie längst der Zeitpunkt gekommen, mit der deutschen Vergangenheit abzuschließen. Nicht wenige dieser Leute, haben auch keinerlei Skrupel, die Verfolgungsmethoden, Propaganda der Nationalsozialisten, Pogrome und den Holocaust, mit Ihnen begegnenden Anfeindungen gleich zu setzen. Einstmals befanden sich diese Menschen irgendwo in ihren versteckten Nischen und gaben dies häufig im kleinen Kreis beim dritten und vierten Bier. Heute verfügen sie über einen Rechner und Smartphone. Ein Kommentar ist schnell getippt.

Dabei fällt keinem dieser Kommentatoren auf, wie uniformiert, gleichlautend und monoton sie sich gemeinsam äußern. Der Begriff Faschismus bzw. eine der Unterarten, der Nationalsozialismus wird inflationär benutzt, da muss man einigen zustimmen. Faschisten sind im allgemeinen Verständnis Monster und werden in Deutschland verständlicherweise sofort mit dem Holocaust verbunden. Da geht es in den Diskussionen wild durcheinander. Nationalismus, Patriotismus, werden allzugern mit dem Faschismus in einen Topf geworfen.

Nationalismus ist das Eingehen einer Verpflichtung gegenüber einer Nation. Ein gemeinsamer Nenner vieler unterschiedlicher Menschen, die sich gegenseitig nicht kennen, aber unter diesem Deckel gemeinsam agieren können. Parallel dazu haben sie unzählige zusätzlich voneinander verschiedene Verpflichtungen und Verantwortungen. Familie, Verein, dem persönlichen Way of Life, der Ethik, und was sonst noch alles denkbar ist. Faschisten ticken anders. Sie kennen ausschließlich eine Verpflichtung: Die eigene Nation! Ihrer Auffassung nach ist sie die tollste, schönste, einzigartige, allen anderen Überlegene. Halbwegs akzeptabel können allein ähnliche Nationen sein. Im Licht dieses überzogenen irrealen Bildes sonnen sie sich. Fehler, Unzulänglichkeiten, kulturelle Fehlentwicklungen, Marotten, werden gnadenlos ausgeblendet. Wen wundert es, wenn die Verblendeten allergisch auf Satire, Humor oder Querdenker reagieren?

Bei der Demonstration gegen die Kundgebung der AfD trat ein Überlebender des Holocaust ans Mikrofon und wies die Zuhörer darauf hin, dass die durch den Faschismus Verführten nichts mehr Hassen, als das Lachen über sie. Gehässiges Lachen über andere, um sie klein zu machen, beherrschen sie dagegen in Perfektion. Faschismus ist eine Verführung, die einem schmeichelt. Die Könige der Verführung und Manipulation sind die Strategen der Werbung. Angst, Hass, Eitelkeit, sind die Schalter in jedem Kopf. Es gilt sie in der richtigen Art und Weise zu drücken. Die PR Strategen haben dies immer mehr verfeinert und die Faschisten bedienen sich an ihrem Repertoire. Ich glaube sehr wenige Menschen treffen bei der Wahl eine rationale Entscheidung. Schon deshalb nicht, weil unsere Welt und die politischen Vorgänge viel zu komplex sind. Ich wähle die, welche genau dieses einräumen und mir das Vertrauen geben, dass sie keine einfachen Lösungen parat haben.

Jeder, der mir erzählt, dass die Kultur meiner Nation hochwertiger ist, wie die einer anderen Nation und ich als Deutscher eine besondere Stellung einnehme, lässt bei mir alle Alarmglocken angehen. Gleichfalls reagiere ich skeptisch, wenn mir Angst gemacht werden soll.

Die Verführer sind für mich die Faschisten. Menschen die gezielt, Angst, Hass, Eitelkeit, zur Manipulation einsetzen, damit sie eine Machtstellung bekommen. Der echte Faschist ist ein Verkäufer, sein Lohn ist die Macht. Die Kommentatoren sind dankbare Käufer und da liegt das Problem. Denn es handelt sich um einen Markt, mit mehreren Mitbewerbern. Die Währung Macht haben wir alle in der Tasche. Alle die sich daran beteiligen, arbeiten gemeinsam in eine Richtung. Ob es nun die Presse ist, die sich zum willfährigen Werkzeug machen lässt oder unter Umständen unmittelbar bezahlt wird, Politiker die in der Bevölkerung abstrakte Ängste schüren bzw. nicht beruhigend einwirken, Konzerne die mit der Angst Unsummen umsetzen, sie alle sind beteiligt.

Letztens schrieb ein Twitterer in einer Diskussion, man solle doch den Deutschen vertrauen, sie hätten aus der Geschichte gelernt und die Übernahme der Republik durch Faschisten wäre unwahrscheinlich. Sie startete mit einem Tweet, in dem davon berichtet wurde, dass Schüler einen jüdischen Mitschüler an der Berliner John – F. – Kennedy Schule mobbten. Ich denke, er übersieht die Möglichkeiten der Digitalisierung. Ich teile seine Meinung, dass wir Faschisten der alten Machart nicht erleben werden. Wer in Zukunft eine ganze Nation diktatorisch führen will, braucht die Daten der Menschen. Diese befähigen ihn oder sie quasi zu einer biologischen Hackerattacke. Die Kampagnen der AfD sind erst der harmlose Anfang einer dunklen Zukunft. Mittels der gesammelten Daten lässt sich eruieren, wie die Schalter am effektivsten umgelegt werden können.

Es geht um die Macht, Menschenmassen zu manipulieren. Was sich da am Horizont abzeichnet, ist nichts Neues. Zumindest hat sich bereits Aldous Huxley darüber Gedanken gemacht. Ihm fehlte für seine Utopie «A brave new World» eine Zutat: die Digitalisierung. Bei ihm mussten Wissenschaftler die Konditionierung für die spätere Rolle im Leben, mühsam mit einfachsten Mitteln vornehmen. Heute braucht dafür keiner mehr Wissenschaftler, sondern eine PR Agentur und einige Computerspezialisten. In den letzten Tagen bemerkte ich, wie sich nach und nach die eingeblendeten Nachrichten, Werbung und die Charaktere der Kommentatoren bei Twitter und Facebook in meiner Timeline veränderten. Zu informativen Zwecken hatte ich alles rund um die AfD abonniert. Prompt bekam ich auch die passenden Meldungen und verstärkt Twitterer aus dem Umfeld der AfD eingespielt.

Ich machte die Gegenprobe. Nachdem ich alle offiziellen Accounts der AfD abgeschaltet hatte, stattdessen sie gegen die CDU eintauschte, veränderte sich das Bild. Prompt drängten sich einschlägige CDU nahe Presseveröffentlichungen in den Vordergrund.Ich erweiterte den Versuch um einige Optionen. Der Algorithmus passte sich mit einem Verzug von drei Tagen an. Mit Google erging es mir nicht viel anders. Das bedeutet: Selbst, wenn sich einer die Mühe macht, täglich Pressemeldungen, Artikel, Abhandlungen, aus den unterschiedlichsten Richtungen zu lesen, landet er nach ca. zwei Wochen auf einer vorbereiteten Bahn. Nur, wer versiert im Umgang mit den passenden Gegenmaßnahmen ist, hat eine Chance neue Anregungen für Analysen zu bekommen. Wer macht das schon und hat vor allem die Zeit dafür?

Seither prüfe ich jedes mir wichtige Suchergebnis mit der Suchmaschine Metager gegen. Ich schließe aus, dass sich diese Mühe viele Menschen machen.

Die Faschisten von Morgen sind die Schüler Edward Louis Bernays, dem Erfinder des Public Relation. Sie kombinieren seine Techniken, mit Daten sammeln und den darauf basierenden Erkenntnissen. Es wird nicht mehr lange dauern, dann wird Propaganda überflüssig sein, da die Leute ohnehin schon die passende Meinung implantiert bekommen haben. Meine Sorge vor der AfD habe ich längst verloren. Meiner persönlichen Prognose nach, ist es nur eine Frage der Zeit, dass kommerzielle finanziell gut ausgestattete Kräfte still und heimlich eine Gegenoffensive starten werden. Flüchtende Menschen sind bares Geld. Innereuropäische Grenzen liegen ganz und gar nicht im Interesse dieser Kräfte, wohingegen eine vorgelagerte Abwehr, durchaus ein passendes Konzept sind. Zumal sich humanitäre Katastrophen in anderen Ländern deutlich besser medial verkaufen lassen, wie wenn sie direkt vor der Haustür stattfinden. Der Export und Verkauf von Drohnen, Kameras, Grenzanlagen und Spezialfahrzeugen ist bereits im vollen Gange. Wer sich die Reportagen über die Sicherungen der uralten Handelswege auf dem afrikanischen Kontinent, die Grenzzäune und die Elendslager vor den europäischen Enklaven, ansieht, weiß dass diese vorgelagerten Sicherungen längst existieren. Im Prinzip funktioniert das alles, wie ein Ventil. Der in Europa teuer und schwer zu entsorgende Müll, die Waffen, in Europa nicht verkaufbare Essensabfälle gehen rein, Rohstoffe gehen raus und die flüchtenden Menschen werden drin behalten.

Begleitet wird das von Kampagnen, die den Europäer darüber hinwegsehen lassen sollen, bzw. diese Vorgehensweise legitimieren. Im übertragenen Sinne werden die Menschen in den Ländern der Dritten Welt die von Huxley beschriebenen Wilden.

Ähnliches wird sich im Inland abspielen. Das Arbeitsmotto lautet: Wer nichts zu verbergen hat, muss nichts befürchten. Theoretisch müsste diese Aussage für alle gelten. Dann würden wir in einer Welt leben, in der auch Konzerne, Mächtige und Reiche nichts zu verbergen hätten. Das wird nicht passieren. Kameras, Sicherungskonzepte, Manipulationen werden hauptsächlich in den sozialen Brennpunkten zum Einsatz kommen. Dies mittels Kampagnen den zukünftig Überwachten schmackhaft zu machen, läuft schon lange. Ich bin der festen Überzeugung, dass sich Smart Fernseher identisch zu Computern entwickeln. Bisher wird die Werbung lediglich oben links eingeblendet. In naher Zukunft werden sich komplette Werbeblöcke nach den Fernsehgewohnheiten ausrichten. Seitens einiger PR Strategen wurden bereits Versuche unternommen, über die Ausstattung und Produktplatzierungen hinaus, Texte der Skripte zu beeinflussen.

Diktaturen durch eine klassische Regierung sind Schnee von Gestern. Regieren bedeutet nichts anderes, wie die Regulierung des öffentlichen Lebens im Innern und nach außen hin. Meiner Meinung nach, wird das Rennen derjenige machen, der die Möglichkeit besitzt die meisten Daten zu ergattern und über die Möglichkeiten verfügt, sie auszuwerten. Bislang sind alle zuvor daran gescheitert. Zu meiner Schulzeit hieß es noch, dass eine zentrale Planwirtschaft immer an der Individualität und der mangelnden Berechenbarkeit des Verbrauchers scheitern wird. Gleichermaßen verhielte es sich mit Diktaturen. Nun wird es nicht mehr allzu lange dauern, bis wird die Möglichkeiten haben. Es ist ein Weg entstanden, die Individualität unter Kontrolle zu bekommen. Das Monster Faschist ist ein Dinosaurier. All die Kommentatoren, die sich alle mehr oder weniger gleich äußern, befinden sich in den Fängen von etwas Neuen, welches sich der alten Erkenntnisse bedient. Große Teile der Bevölkerung haben längst ihre Identität und Persönlichkeit verloren, sie wissen es teilweise nicht. Die «Hartzer», «bildungsfernen Schichten», «Flüchtlinge», «Migranten», alle zusammenfassenden Bezeichnungen berauben sie der Persönlichkeit, sie werden zur verfügbaren Masse.

Flüchtlinge, Islamisierung usw. sind lediglich der Beginn. Vernichtungslager wird es keine mehr geben. Der Mensch ist kommerziell viel zu wertvoll, solange er am Leben ist. Es ist nicht verwunderlich, wie ärgerlich massenhafte Fluchten sind. Immerhin gehen den Minenbesitzern, den Konzernen mit ausgelagerten Billigproduktionen und den Rüstungsschmieden Kunden bzw. Sklavenarbeiter aus. Inländisch war der nunmehr bereits zurückliegende erste Schritt die Veränderung der Sozialsysteme. Die neue unterste Schicht wird gerade noch so am Leben erhalten, damit sie nicht auf die Straße gehen. Zugleich wird sie immer mehr an die Ränder der Städte in Silos verdrängt, während sich die darüber liegende Schicht in den Innenstädten tummelt. Mittels Fernsehen, Sportveranstaltungen, Computerspielen pp. werden die in den ausgelagerten Ghettos bei Laune gehalten.
Der neueste Trend ist der Bau von Siedlungen um von Konzernen aus betriebenen Discountern, durch diese selbst. Die Verfügungsmasse wird um den Konsumtempel herum geschart. Eine logische und nachvollziehbare Entwicklung. Wer in einer Gegend mit tausenden unmittelbaren Nachbarn wohnt, in der nicht einmal mehr dieses passiert, sollte sich Gedanken machen.

Wir Deutschen, wir Mittel – Europäer, mit unseren hervorragenden einzigartigen kulturellen Leistungen, basierend auf den bemerkenswerten weltweit einzigartigen Tugenden, bestimmen darüber, wer es aus den anderen Kulturen wert ist, zu uns zu kommen. Jedoch nur, wenn sie oder er bereit ist, die eigene zu Gunsten der Siegerkultur aufzugeben. Es besteht ein Anspruch darauf, dass zu uns nur die Besten der Besten kommen, denn wir sind die Bundesliga der internationalen Gesellschaften, sonst wären die anderen nicht vor ihrer geflüchtet. Es gilt die herannahenden primitiven Horden abzuwehren. Zur Erinnerung: Wenn Nationalismus, dazu führt, dass man sich nur noch ausschließlich der eigenen Nation gegenüber verpflichtet fühlt, steht man beidbeinig im Faschismus. Selbst ethische Verpflichtungen treten dann gegenüber dem Nationalismus zurück. Unter dieser Maßgabe, kann man zur Rettung der Nation schon mal ein paar Tausend absaufen lassen, die gleiche Anzahl und mehr in Lagern zusammensperren und den Rest vom Schützenfest in der Sahara verhungern lassen.

Selbstredend haben diverse Ankömmlinge keinerlei Kultur mehr. Mit Verlaub: Wenn ich mich durch eine Wüste gekämpft hätte, einige hundert hart zusammengekratzte Dollar an übelriechende Unsympathen gegeben habe, danach ein halbes Jahr in einem wilden Lager lebte, mich dann in ein Schlauchboot setzte … wären Kultur und Ethik auch nicht mehr meine vorrangigen Lebensprobleme.

Gestern Abend war ich beinahe ein wenig um Edmund Stoiber besorgt. Er saß in einer Talkshow und stand vor kurz vor einer Herzattacke, als der CSU Rechtspopulismus vorgeworfen wurde. Dabei ist es nicht der Fall, dass Rechtspopulismus in der Republik etwas Unerwartetes ist. Nach 1945 musste die Nachfolgeneration bis zum Mauerfall intensiv gegen die Reste des Nationalsozialismus und den Auswirkungen in den Köpfen der Deutschen kämpfen. Dieser Kampf wurde je durch die Wende unterbrochen. Ich kenne viele, die ein grosses Deutschland kritisch betrachteten.

Mich wundert es überhaupt nicht, dass ausgerechnet Vertreter aus dem provinziell geprägten Bürgertum, wie es ein Söder, Seehofer, Dobrindt, eine Bär oder ähnliche Kandidaten repräsentieren, sich der Sprachmuster einer AfD anpassen. Stoiber verwies in seiner Gegenrede, auf die vielen engagierten Bürgermeister. Er übersieht dabei, dass es zwischen den konservativen Strömungen und den Faschisten schon immer einen breiten Grauszonenbereich gab. Was aktuell passiert, ist die organisierte Verteidigung einer gut aufgestellten Schicht, gegen alles darunter. Ein Verteidigungsmittel war schon immer der nackte Fingerzeig auf einen Buhmann, das Bedienen von Eitelkeiten, das Schüren von Hass und die Angstmacherei. Nichts anderes macht die CSU. Wie sie das nennen, ist ihnen selbst überlassen. Bezeichnungen sind Schall und Rauch, die Handlungen, Strategien und die verfolgten Ziele zählen.

Rhetorisch gibt es einen klassischen Unterschied zwischen der Überredungs- und der Überzeugungskunst. Einen mündigen Bürger muss ich mittels Argumente überzeugen, einen sich devot unterordnenden Bürger, ergreife ich bei seinen niederen Instinkten. Spätestens mit seinem Euphemismus Asyltourismus, wenn nicht schon bei der Flüchtlingsindustrie, hat Söder die Karten auf den Tisch gepackt. Von einem mündigen Bürger gehen die alle nicht aus. Würde ich selbst vermutlich auch nicht tun. Bleibt die Frage offen, wo sie die Bürger hinführen wollen. Verführen oder in eine ethisch vertretbare Richtung lenken?

Ich kann zwischen den Aufsichtsräten und der Regierung keinen Unterschied mehr erkennen, spätestens dann nicht, wenn sie nach ihrer politischen Karriere bei den Konzernen in Lohn und Brot stehen. Damit haben die Konzerne längst übernommen und eine kaschierte Diktatur installiert, die der unteren Ebene eine pseudo – Demokratie auf der regionalen Ebene zugesteht. Faschismus, Nationalsozialismus sind meines Erachtens nicht mehr das Thema. Dies sind nur noch Bezeichnungen dafür, wie sie es machen – aber vielleicht war das nie anders? Immerhin wurde Hitler auch von der Hochfinanz unterstützt. In der alten Zeit gab es Sklavenhandel und Kolonialismus. Beides haben wir der “politischen” Führung untersagt. In die entstehende Lücke sind die “kommerziellen” Regierungen gegrätscht.

Und was mache ich dagegen? Dusseliges Zeug schreiben und beobachten. Hat sich nichts geändert, nur durfte ich früher am Ende den Täter festnehmen. Das hat sich erledigt. Na mal schauen. Es gibt da draußen richtig viele junge schlaue Köpfe, vielleicht lassen sich nicht alle kaufen. Die Trottel aus dem “linksextremistischen” Lager werden es nicht ändern. Die befinden sich in einer vorübergehenden Lebensphase, einer Art verlängerter Pubertät, bis sie sich vom Kommerz einkaufen lassen. Auf den kleinbürgerlichen Trümmerhaufen, der die Mehrheit der Wählerstimmen erhielt und vermutlich auch wieder bekommen wird, setze ich jedenfalls nicht mehr.

15 März 2018

Anti – Terror -Zentrum Berlin …

Lesedauer 6 Minuten

«Sie dürfen nicht in die Vergangenheit schauen. Das Zurückliegende können wir nicht ändern, aber nun kündigen sich Änderungen an …» , lautet ein beliebter Satz von Vorgesetzten im Öffentlichen Dienst. Anders gesagt: «Eine Genugtuung für die gravierenden Fehler der Vergangenheit wird es nicht geben.» Okay, das muss jeder Mitarbeiter hinnehmen. Die dahinter liegende perfide Rhetorik ist geschickt gewählt.

Der RBB24, Jo Goll, berichtet über ein internes Papier der Senatsinnenverwaltung, demnach der Standort der Spezialeinheiten SEK/MEK von Berlin – Lichterfelde nach Tempelhof verlegt werden soll.

https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2018/03/neues-anti-terror-zentrum-berlin-tempelhof-ringbahnstrasse.html

Vermutlich wird dieses auch geschehen. Die Begründung hierfür könnte einfach formuliert werden.

Der alte Standort ist seit Jahrzehnten in mehrfacher Hinsicht vollkommen ungeeignet. Taktisch ist der Weg zur BAB viel zu lang und führt durch Seitenstraßen, in denen die ausrückenden Einsatzkräfte sich und andere gefährden. Getarnte Fahrzeuge wurden jahrzehntelang von der Presse und Tätern ausspioniert. Über Jahre hinweg befand sich auf dem Gelände eine Meldestelle mit Publikumsverkehr, der von den Fenstern aus die Fahrzeuge beobachten konnte. Straftätern, die mit Meldeauflagen regelmäßig den Abschnitt aufsuchen, wurden Beamte und Fahrzeuge ebenfalls jeden Tag präsentiert.

Aufgrund finanzieller Streitigkeiten zwischen dem Bund und dem Land Berlin, war es nicht möglich eine zweite Ausfahrt über das benachbarte Gelände des BND zu ermöglichen. Ebenso wenig konnten Fahrzeuge überdacht abgestellt werden, so dass sie nicht nur gegen Witterungen, sondern auch gegen Ausspähungen geschützt gewesen wären. (Unvergessen sind die fast schon traumatischen Erinnerungen an die berühmt berüchtigte Hammerbande, deren Chef ein umfangreiches Dossier über die Fahrzeuge anlegte.) Im Zeitalter von Google Earth stellen sich noch diverse andere Fragen, die ich nicht näher ausführen möchte.

Die Gebäude sind historisch und stehen unter Denkmalsschutz. Dieser bezog sich offensichtlich auch auf die sanitären Anlagen, trotz mehrfacher Nachbesserungen, kam es dort nie zu sinnvollen Lösungen. Der innenpolitische Sprecher der CDU Fraktion Herr Burkhard Dregger, wird von Herrn Goll zitiert. Neuzugänge können nicht einmal einen Schreibtisch zugewiesen bekommen. Was stellt sich der Bürger unter einem Schreibtisch vor? Ich nehme an, einen Tisch mit Schubladen, der in einem Büro steht und dort hat dann der Mitarbeiter seinen Platz. Tatsächlich kommen in diesen Genuss nur Führungskräfte und Stabs – Mitarbeiter. Alle anderen haben lediglich einen Sitzplatz in unterdimensionierten Mannschaftsräumen. Seit den Achtzigern galt das Motto: «Sie sind Operative Beamte, sie benötigen keinen Schreibtisch – Ihr Platz ist draußen!» Neuzugänge bekommen demnach nicht einmal einen eigenen Sitzplatz. Über Unterbringungsmöglichkeiten des umfangreichen Equipment, Sozialräume, Ruheräume pp. will man da gar nicht nachdenken.

Polizeipräsidenten und Innensenatoren spazierten über 40 Jahre durch die Räume, ohne jemals eine Änderung herbeizuführen. Kaum erschienen sie, wurden potemkinsche Dörfer angeordnet. Eine junge Polizistin soll dazu einst gesagt haben: «Ist wie früher. Wenn Honecker kam, mussten die Straßen sauber sein.»
Es soll gar Führungskräfte gegeben haben, die dem SEK die Schlafplätze wegnehmen wollten. Lösungsvorschläge gab es immer wieder, doch der Haushalt sprach am Ende immer dagegen.

Dies, und vieles mehr, könnte als Begründung für einen Umzug vollkommen ausreichen. Doch weit gefehlt, liest man den Artikel, bekommt man einen anderen Eindruck. Die steigende Terrorgefahr, die mutmaßlichen Versäumnisse beim Anschlag am Breitscheidplatz, die mangelnde Kommunikation zwischen den Führungskräften und der örtlich unterbrochene Kontakt zur Sachbearbeitung wird ins Rennen gebracht. Als vor einigen Jahren die Funkleitstelle und große Teile des Führungskopfes des LKA 6 nach Tempelhof zogen, war die Argumentation ähnlich. Doch damals legte man mehr Wert auf die Kommunikation oben, während der Kontakt nach unten weniger wichtig schien. Auch diese Entscheidung hatten Führungskräfte zu verantworten, die heute sagen: «Sie dürfen nicht nach hinten sehen …» Das sind alles keine Geheimnisse, sondern ist nur eine Zusammenfassung von Ereignissen, die jederzeit öffentlich nachgelesen werden können.

Entgegensetzt zur heute gern vertretenen Meinung, ist der Terror und insbesondere die Schwerstkriminalität (die soll es auch noch geben), keine neue Erscheinung. Das LKA 6 bewältigte unter den oft unzumutbaren Zuständen, mit beinahe fanatischen Engagement und Improvisationstalent bundesweit herausragende Einsatzlagen. Anschläge wurden verhindert, Geiselnahmen konnten beendet werden, Entführungen, Erpressungen, große Raubserien, Links- u. Rechtsextremismus wurden bekämpft, Rocker, Türsteher, so ziemlich alles, was das Gesetzbuch ab einem Jahr anzubieten hat, wurde am Ende irgendwie geregelt. Interessanterweise geschah dieses sogar schon vor der Erfindung des Mobiltelefons und der modernen IT (bei der Polizei immer noch EDV).

Da muten die Aussagen: Amri sei u.a. ein Problem der Kommunikation zwischen der zuständigen Sachbearbeitung und den in einem anderen Gebäude residierenden Spezialkräften gewesen; die Kommunikation von Angesicht zu Angesicht verhindere weitere Fehler; eine Bewertung der Gefährdungsanalyse sei besser, wenn sich die Sachbearbeitung und die Operativen Einsatzkräfte in einem Gebäude befinden – wie ein übles Foul an.

Als Leser stelle ich mir die Frage: Hat man denen diese kleinen Dinger mit der Bezeichnung Telefon abgenommen? Dürfen die sich mit ihren Dienstfahrzeugen nicht gegenseitig besuchen? Was machen die eigentlich bei Einsatzlagen über die Landesgrenzen hinaus? Wie haben die bis AMRI eigentlich alles verhindern können? Was ist mit den Dienststellen, die zwar keinen islamistischen Terror bekämpfen, aber mit links- und rechtsextremen Anschlägen, Organisierte Kriminalität, schweren Raubtaten usw. durchaus ihre Daseinsberechtigung haben?

Wie gesagt, ein Umzug erscheint wünschenswert und vor allem längst überfällig. Die Begründungen sind hingegen merkwürdig. Da war sie wieder die Wertschätzung! Okay, Leute, ihr habt Mist gebaut, aber wir verzeihen Euch, weil wir Euch nicht das passende Gebäude gegeben haben, da musstet ihr ja Scheitern. Fällt eigentlich jemanden auf, dass die Effizienz eines Mobilen Einsatzkommandos an Führungskräften in Immobilien festgemacht wird? Die Stärke dieser Truppen besteht in ihrer Motivation, der Aufopferungsbereitschaft und im Zusammenhalt der Mitarbeiter.

Wieder einmal hätte die Aussage lauten können:

Liebe Bevölkerung, die Beamten der Berliner Polizei, MEK, SEK geben alles, selbst unter schwierigen Umständen. Dennoch muss jedem klar sein – nicht jeder Anschlag ist zu verhindern. In erster Linie ist nicht die Kommunikation oder die Taktik ursächlich, sondern der Attentäter mit seinem Handeln. Vollkommen losgelöst von der Terrorbekämpfung haben wir erkannt, dass wir mit unseren Leuten – gelinde gesagt: ein wenig unwürdig umgegangen sind – innerhalb dieser Einsicht ändern wir Peut à Peut diese unhaltbaren Zustände. Genau aus diesem Grund, und nur aus diesem heraus, haben wir Gelder für unsere Polizisten bewilligt.

Im Artikel steht zwischen den Zeilen etwas anderes. Wir haben Geld für die Terrorbekämpfung bekommen, damit können wir endlich die Zustände ändern, sonst wäre uns die Unterbringung weitere 40 Jahre ziemlich egal. Politik ist ein Geschäft, darüber bin ich mir im Klaren. Herrn Innensenator Geisel kann kein Vorwurf gemacht werden. Um den Haushaltstopf stehen die Bedürftigen und jeder will seinen Anteil haben. In einem anderen Beitrag schrieb ich bereits: Der beste Personalrat des Polizisten ist ein Terroranschlag! Das klingt zynisch, ist aber die Realität. Mit Terror bekommt man in der aktuellen hysterischen Gesellschaft fast alles begründet. Aber ich bin kein Politiker, sondern in erster Linie ein Bürger. Und dieser Bürger in mir fordert eine nachvollziehbare Aussage. Weniger vom Innensenator, als von meinen Mitbürgern, der Stadt Berlin, und dem kompletten Senat. Warum muss ein Berliner Innensenator eine überfällige Standortentscheidung mit dem Verweis auf Terrorismus begründen?

Die Steuerzahler zahlen für das Gemeinwesen ein. Dazu gehört auch die Sicherheit. Der Steuerzahler muss sich vertreten durch die Politiker entscheiden, wofür er wie viel bezahlen will. Bezahlt wird nicht nur für die Terrorbekämpfung, sondern für die Kriminalitätsbekämpfung. Hierfür benötige ich Personal, dem ich nicht nur ein Gehalt zahlen muss, sondern es braucht auch menschenwürdige Unterkünfte, Material und Ausstattung. Bisher läuft das anders. Bezahlt wird für eine hoch qualifizierte Dienstleistung, wo und wie die zustande kommt, ist egal. Hauptsache sie wird erbracht.

Welche Firma käme auf die Idee einen hochqualifizierten IT Spezialisten bei Wasser und Brot in einem dunklen nassen Kellerloch hausen zu lassen, um dann von ihm auf Zuruf die Rettung des Firmennetzwerks vor einem Hackerangriff zu erwarten?

Abschließend möchte ich noch etwas zum Thema AMRI und Konsorten anmerken, da auch in diesem Artikel wieder über eine Priorisierung geschrieben wurde, die zukünftig besser werden wird, weil alle in einem Gebäude sitzen. Auf der gesamten Welt verfügen Polizei und Militär nicht über unbegrenzte Mittel. Deshalb müssen taktische Entscheidungen getroffen werden. Wahrscheinlichkeiten werden bewertet und sogenannte kalkulierte Risiken werden eingegangen. Die sich ergebende Lücke, innerhalb derer es dennoch zu einem Ereignis kommen kann, nennt sich in Deutschland dann Versagen der Sicherheitsbehörden. Mit Verlaub … dies ist Bullshit. Auch hier bietet sich der Vergleich mit einem anderen Bereich an.

Wenn eine Fußballmannschaft ein Spiel verliert, kann das viele Gründe haben. Einer ist mit Sicherheit: Man kann nicht immer gewinnen. Würde ein Verein auf die Idee kommen, die taktische Bewertung des Spiels dem Sponsor aus der Textilbranche zu überlassen? Ich denke eher nicht. Selbstverständlich wissen wir aber, dass nach einem verlorenen Spiel der Nationalmannschaft Millionen Bundestrainer vor dem Fernseher sitzen. Die Lächerlichkeit dieses Umstand ist aber den meisten vernünftigen Zuschauern gegenwärtig. Wenn schon, dann müssten wir Leute heranziehen, die sich mit taktischen Notwendigkeiten auskennen. Doch das hysterische Geschrei höre ich bis hierher: Vergleicht er wirklich einen Terroranschlag mit einem lapidaren Fußballspiel? Da sind Menschen gestorben! Yeap! Exakt so emotionslos denken Taktiker und Strategen. Man nennt das professionellen Abstand. Die sich immer mehr nach vorne schiebenden Populisten mögen das nicht, denn damit lässt sich keine brauchbare Propaganda machen.

Der Beitrag ist denen gewidmet, von denen einst gesagt wurde: “Wenn ich meine Leute nachts um 03:00 Uhr anrufe und ihnen sage, sie sollen in einer Stunde auf dem Platz Flik -Flak schlagen, dann sind die in voller Stärke anwesend.” Zitat F.T., Führungskraft bei der Berliner Polizei

20 Dezember 2017

Gedanken zu Weihnachten 2017

Lesedauer 10 Minuten

Vor etwas mehr als 2000 Jahren hatte eine junge jüdische Frau ein außereheliches Verhältnis mit einem historisch nicht bekannten Mann. Vielleicht war es der Nachbar? Oder der eigene Vater? Keiner weiß es so genau. Unter Umständen waren es aber auch Durchreisende, die dann bei der Niederkunft Geschenke hinterließen und sich vor weiteren Leistungen drückten. Einige Forscher gehen davon aus, dass der Joseph der Zimmermann schon vorher einmal verheiratet war und in die Ehe die Geschwister von Jesus, Jakobus, Joses, Judas und Simon, einbrachte. Mit ziemlicher Sicherheit ist davon auszugehen, dass Maria sehr jung war und über die Liebe noch nicht sonderlich viel wusste. Genausogut kann es ein vorehelicher Unfall gewesen sein, der dann nachträglich als Wunder verkauft wurde. Wirklich zuverlässig sind die alten nordafrikanischen Quellen nicht. Nicht einmal den Zeitpunkt der ganzen Nummer können wir sicher einsortieren. Derzeit orientieren sich Historiker an Herodes, demnach könnte sich alles ca. 4 -7 Jahre vor Christus (also nach christlicher Zeitrechnung) abgespielt haben. Sollte die Geschichte wenigstens in etwa stimmen, spielte sich das meiste in Kleinstädten in Palästina ab.

Immer unter der Voraussetzung, dass es einen Mann (Nafri) mit dem Namen Jesus überhaupt gegeben hat, war er Mitglied einer kleinen Sekte, die sich vom Judentum abgespalten hatte. Eine Sekte, die im Verhältnis zur Lebensart der Römer, ziemlich spaßbefreit war. Die Ur – Religion beschränkte sich global betrachtet, auf ein relativ kleines Gebiet. Deshalb beherrschte die Gottheit ausschließlich ägyptisch, aramäisch und ein wenig arabisch und erschien auch nur den versklavten Nordafrikanern. Setzen wir statt des römischen Imperiums der Römer, die USA ein, haben wir heute ein ähnliches Bild. Nur das wir es aktuell mit einer Weiterentwicklung dieser alten «Sklavenreligion» zu tun haben. mohamedMohammed erkannte das Machtpotenzial der Religion, bastelte sie ein wenig um und setzte sie erfolgreich politisch ein.

Die Jahre gingen ins Land und die Religion trat ihren Siegeszug an. Mit ihr ließ sich ziemlich jede Machtintervention und Expansion begründen. Kreuzzüge, Plünderung der Völker, Abschlachten der amerikanischen Ureinwohner, Befriedigung männlicher Allmachtsfantasien, Ehescheidungen per Inquistion, und die Begründung eines Herrschaftsanspruchs ließen sich bewerkstelligen.

Irgendwann waren dann auch die Germanen fällig. Die huldigten Ihren Gottheiten in der freien Natur (Also auf der Heide, woher dann auch später der Name abgeleitet wurde.) Und da es in Europa ziemlich lange dunkel und kalt werden kann, freuten sie sich im Winter, wenn die Tage wieder länger wurden. Wer Parties feiert, schmückt die Bude und was liegt bei einem Waldbewohner näher, als Bäume zu schmücken. Als Missionar darf man nicht kleinlich sein und muss kreativ werden, wenn man am Leben bleiben will. Deshalb machten sie den wehrhaften Heidenhäuptlingen einige Zugeständnisse, überzeugten sie von den Vorteilen und bauten Sitten und Bräuche mit ein. Fertig war das Weihnachtsfest.

2017! Die AfD heult herum, weil Muslime keinen Bock auf Weihnachten haben und die meistens ziemlich langweiligen Kirchenlieder ablehnen. Die Muslime haben ebenfalls, den Knall nicht gehört, denn immerhin hat Mohammed die Story aufgegriffen und Jesus flugs zum Propheten erklärt, dessen Eltern natürlich ebenso ehrenwert sind. Als Atheist steht man vor dem ganzen Schauspiel und schlägt sich mit der flachen Hand vor die Stirn.

“Wir würden 2017 Jesus nicht mehr kreuzigen, aber wenn er mit seinen Jüngern über den Weihnachtsmarkt wüten würde, weil ihm wie damals im Tempel, der Kommerz nicht passt, wäre ihm eine Nacht in der Zelle u. eine Verurteilung sicher.”

Nichts gegen Weihnachten an sich! Wenn Menschen im Jahr einen Anlass haben, aufeinander zuzugehen, ist das eine gute Sache. Wie sie den Termin nennen, ist eigentlich egal. Dem Einzelhandel sei die Tradition des Schenkens gegönnt, immerhin werden auf diese Art und Weise Arbeitsplätze erhalten. Die Asiaten sind diesbezüglich absolut schmerzfrei. Mehrheitlich wissen sie nichts mit Weihnachten anzufangen. Doch sie finden die Weihnachtsbäume und das Drumherum schön, deshalb verkaufen sie Weihnachtsartikel bis weit in den Januar hinein. Ich kann den Besuch eines großen Kaufhauses in Bangkok zu dieser Zeit nur empfehlen. Bereits im Mittelalter bekamen die Handwerker auf diesem Wege eine Gelegenheit ihre Waren unters Volk zu bringen. Warum nicht? Orientiert man sich zu eng an die alten Missionare, kommt man auf zu wenige Wochenenden. nazisDa macht es durchaus Sinn, andere Namen für die Veranstaltung zu finden. Winter – Handwerker – Markt, Lichtermarkt, Wintermeile, der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Also, wenn man nicht gerade als achtzehnmonatiges Kleinkind vor den nahenden Russen, von der Mutter aus Ostpreußen gerettet wurde und an Amnesie leidet. Anders lässt sich Frau Steinbachs Sicht auf Flüchtlinge kaum erklären. Mit Jesus hat sie sich augenscheinlich auch noch nie ernsthaft beschäftigt, sonst wüsste sie, dass er ziemlich dunkelhäutig gewesen sein muss, eben ein Palästinenser oder heute: Nafri! Wir würden 2017 Jesus nicht mehr kreuzigen, aber wenn er mit seinen Jüngern über den Weihnachtsmarkt wüten würde, weil ihm wie damals im Tempel, der Kommerz nicht passt, wäre ihm eine Nacht in der Zelle u. eine Verurteilung sicher. Da er nicht einmal einen festen Wohnsitz hatte, könnte man sogar eine richterliche Vorführung in Erwägung ziehen.

“Einmal im Jahr kommen die Gnus zu den Wasserlöchern und die Krokodile warten schon. Taschendiebe, Räuber und Trickbetrüger verhalten sich nicht anders.”

Weihnachten ist auch das Fest, an dem in Familien Leute aufeinandertreffen, die sich das ganze Jahr nicht leiden konnten und plötzlich auf «Friede, Backe Eierkuchen» machen wollen. Das Ergebnis ist dann «Zickenschulzes Hochzeit» und endet in einem zünftigen Streit. Millionen von Menschen hetzen durch die Gegend und versuchen verzweifelt Dinge zu kaufen, die irgendwie passend erscheinen. Bei Geld endet die Religion und wird zur Nebensache. In Berlin dürfte jeder zweite Verkäufer an den Freßständen, ein als Muslim geborener Mensch sein. Dem spricht ja auch nichts entgegen. Und nicht nur der Einzelhandel hat Hochkonjunktur, sondern traditionell auch die Verbrecher. Im Prinzip verhalten sie sich wie jedes andere Raubtier auch.

Einmal im Jahr kommen die Gnus zu den Wasserlöchern und die Krokodile warten schon. Taschendiebe, Räuber und Trickbetrüger verhalten sich nicht anders. Letztens twitterte einer: «Jetzt ist ein Rentner schon nicht mehr vor dem KaDeWe sicher!» Natürlich nicht! Ebenso wenig, wie ein altes Gnu, das den Kopf ins Wasser hält. Wenn ich reiche Beute machen kann, dann am KaDeWe. Die Kaufleute bunkern zu Weihnachten mehr Waren und Bargeld, als zu anderen Terminen. Da liegt es nahe, als Verbrecher jetzt zuzuschlagen.

elektroUnd wieder wettern die Rechtspopulisten «Merkel ist schuld!». Dann muss sie aber schon ziemlich alt sein. Die Wikinger wussten auch ziemlich genau, zu welcher Zeit ein Raubzug auf ein Kloster erfolgversprechend ist. Albern! Jede Truppe hat ihre Spezialgebiete. Bei den Taschendieben sind es die Banden aus Rumänien, Polen, Südamerika und dem ehemaligen Jugoslawien. Die Elektromärkte werden in Berlin häufig von den Clans erleichtert und die Geldtransporter von Deutschen Schwerkriminellen. Juweliere bangen vor einem neuen Überfall der «Pink Panther» aus Serbien.

“Ethik und AfD -finde den Fehler! Die Leitkultur ist mal wieder in Gefahr. Ist schon ein wenig amüsant, wenn die Redner der AfD im Bundestag neuerdings Einstein und Adorno zitieren.”

Neuerdings scheint sich Weihnachten ein weiteres Delikt zu etablieren – § 130 StGB, Volksverhetzung – , als wenn die Justiz nicht schon genug zu tun hätte. Ein paar Schüler  des 600 Jahre alten Lüneburger Gymnasiums Johanneum  haben darüber diskutiert, ob es in einer Zeit voller Religionshass gut ist, im Unterricht religiöse Weihnachtslieder zu singen. Keine schlechte Frage! Die haben nicht umsonst das Motto DOCTRINAE – VIRTUTI – HUMANITATI. Denn zum Leidwesen der Kirchen haben wir jenseits der Weißwurstgrenze in Deutschland die Religion aus der Schule verbannt. Der entscheidende Grund liegt auf der Hand. Immer wenn Religion ins Spiel kommt, lässt der Streit nicht lange auf sich warten. Wem das nicht gefällt, muss sein Kind auf einer Konfessionsschule anmelden. Lehrer, Eltern und Schüler einigten sich auf einen Kompromiss und verlegten die Weihnachtsfeier auf den Nachmittag. Die gewonnene Unterrichtszeit könnte man für eine kritische Auseinandersetzung mit Religionen im Rahmen eines Ethikunterrichts nutzen.

Ethik und AfD – finde den Fehler! Die Leitkultur ist mal wieder in Gefahr. Ist schon ein wenig amüsant, wenn die Redner der AfD im Bundestag neuerdings Einstein und Adorno zitieren. Vielleicht sollte sich endlich mal einer erbarmen und den Mädels und Jungs klar machen, dass die Aufklärung intensiv mit der Religion abgerechnet hat. Mystik zog erst wieder mit den Nationalsozialisten erfolgreich in Deutschland ein. Die katholische Kirche dankte es ihnen mit der Segnung der Waffen und später als Fluchthelfer nach Südamerika. (Heute nennt man das «Schleuser»). Jedenfalls stürzen sich die Rechtspopulisten nun auf die arme Schule. Dabei haben die nur das Grundgesetz umgesetzt. Frechheit, wie konnten sie nur. Ich räume ein, dass ich in Teilen auch die falschen Bekannten habe. Auf WhatsApp habe ich von Empörten Benachrichtigungen zu dieser Geschichte bekommen, die in ihrem ganzen Leben noch keine Bibel in der Hand hatten. Bescheuerter geht es kaum noch! Gegen religiöse Dogmatiker wettern, in dem man sich auf die Seite anderer Religionstrottel stellt, ohne selbst gläubig zu sein. Den muss mir mal einer erklären.

Ich habe zu Weihnachten die merkwürdigsten Dinge erlebt. Vom Pornofilmfestival auf der Funkleitstelle bis zum Durchgedrehten, der mit einem Kaftan durch Berlins Straßen lief und sich für Jesus hielt, war alles dabei. zalandoLeider kommen auch viele mit den zur Schau getragenen Sentimentalitäten nicht klar und nehmen sich das Leben, ein eher trauriger Nebeneffekt von Weihnachten. Seit ich erwachsen bin, betrachte ich Weihnachten als ein Fest für die Kinder. Ich bin da absolut frei von Skrupel. Ich habe kirchlich geheiratet, weil es für meine Frau dazu gehörte. Die Konformation habe ich wegen der Geschenke mitgenommen und Weihnachten wird zelebriert, damit alle ihren Spaß haben. Und wenn es sich anbietet, nehme ich auch jeden Feiertag, egal aus welcher Ecke er abgeleitet wird, mit. Ich finde auch die Rituale ganz nett. Bin ich im Urlaub, verschließe ich mich nicht vor den Festen anderer Religionen. Wenn es nett ist und Spaß macht, spricht für mich nichts dagegen.

Doch bei der Ausnutzung eines religiösen Festes für dummdreisten Dogmatismus hört der Spaß auf. Egal, wer sich da nach vorn schiebt. Da ist es mir vollkommen egal, ob es sich um einen Islamfanatiker, Evangelikalen oder ein AfD – Parteimitglied handelt. Berliner, als die Nachfahren der ehemaligen Preußen – Hauptstadt, haben es traditionell nicht so mit der Religion. Im Gegensatz zu den Süddeutschen, die ganz gern mal auch Sekten beitreten, sind die meisten von uns recht nüchtern bei dieser Angelegenheit. Wäre schön, wenn das so bleiben könnte.

mutterDie Mehrheit der jungen Muslime in Berlin ist von diesem gottlosen Virus ebenfalls angesteckt worden. Und wenn mal einer vor die Kameras gezerrt wird und diesen unsäglichen Blödsinn über seine Schwester absondert, sollte jeder mal genau hinsehen, welcher spätpubertierende Kretin da redet. Viele von den quatschen diesen Blödsinn in der Schule nur, um sich wichtig zu machen. Wenn er es doch ernst meint, steht ihm das frei. Wenn sein familiärer Stammbaum am Ende ein Kreis ist, muss er doch damit klar kommen, nicht ich. Wir brauchen auch Menschen, die nur einfachste Arbeiten verrichten können. Das einige von denen auch dem Sozialsystem zu Lasten fallen ist mir persönlich ziemlich egal. Dieser Umstand ist nicht mit der Herkunft oder der Religion verknüpft, sondern mit den Sozialverhältnissen. Im Berliner Dialekt gibt es diesen schönen politisch unkorrekten Begriff: «Proll!» Woran dieser «Proll» glaubt, ist mir schnuppe. Manche glauben an Hertha und vegetieren besoffen von einem Spiel zum nächsten und andere eben fanatisch an irgendeinen Gott. Einen Blumentopf werden sie damit beide nicht gewinnen. Wer keinen religiösen Fanatismus haben will, muss immer zuerst die sozialen Verhältnisse ändern, diesbezüglich bin überzeugter Marxist: Religion ist Opium für das Volk.

In einem Retweet schrieb einer unter dem Pseudonym @Irrelephant: “Nur ist Weihnachten kein rein religiöses Fest mehr, Weihnachten ist in aller erster Linie ein kulturelles Fest. Es hat eine religiöse Geschichte und einen religiösen Hintergrund, wird aber von Menschen unabhängig ihrer Religion gefeiert.

So kann man Schenken und Glühweintrinken auch umschreiben. Spätestens wenn die Familie zum verpflichtenden Weihnachtsgottesdienst mit Kind und Kegel anrückt, damit der Familienspross kommuniert oder konformiert wird, sind wir bei der Religion. Ob man bei der Predigt nun an die herannahende bucklige Verwandschaft denkt oder nicht.

Weihnachten 2017 und die Kommentare der AfD nebst ihrer Anhängerschar zeigt mir eines wieder sehr deutlich. Zwei Dinge werden sich meiner Auffassung nach, mit absoluter Sicherheit in Deutschland niemals durchsetzen. Echte Linke (Nicht diese rot lackierten Faschisten aus der ehem. DDR) und religiöser Fanatismus. Für Links bedarf es mehr Bildung und Verstand, denn nur dann könnte eine Umverteilung und gemeinsame Versorgung aller umgesetzt werden, als wir in Deutschland umsetzen können. Vorher werden sich immer die Rechten in den Vordergrund spielen. Es passt einfach so schön zu uns. Wenig denken, einem oder einer Gruppe hinterher rennen, sich selbst als Opfer sehen und die eigene Unzulänglichkeit mittels Diffamierung anderer übertünchen. Viele trauern heute aufrichtig um die Opfer eines sozial abgeschlagenen Arbeitslosen Nordafrikaners. Nicht alle trauern wirklich um die Opfer, viele benutzen das Ereignis für ihre Zwecke.

13516461_925942587515474_7735397091666025850_nDa liegt der Gedankenfehler der Terroristen. Sie wollen Angst und Schrecken verbreiten, der dann zu Ressentiments gegenüber den gemäßigten Muslimen führt. In ihrem Denken werden diese dann begreifen, dass sie sich gegen die Ungläubigen erheben werden. Eine fatale Selbstüberschätzung! Der erste Teil der Rechnung geht auf, der zweite Teil führt für sie in die Katastrophe. Das heutige Christentum basiert mehrheitlich auf Kommerz, die rechte Wange hin halten ist nicht unser Ding. Wir haben 1945 die Bestie eingesperrt, aber nicht getötet. Die Wärter der Bestie sind die Demokraten und Anhänger einer offenen Gesellschaft. Verlieren die Wärter durch Terroranschläge die Kontrolle über den Käfig, wird es übel. Es ist ein wenig, wie beim «Herrn der Ringe». Sauron wird wieder stärker und bedroht das Auenland. Überall werden wieder die dunklen Geschöpfe des Bösen gesichtet. Die Armeen der ORKS formieren sich. Liebe Salafisten oder wie Ihr Euch auch immer bezeichnen wollt: Auf die Elben und Hobbits würde ich an Eurer Stelle nicht hoffen. Irgendwann können wir Demokraten, Atheisten und Humanisten Euch nicht mehr vor der Bestie schützen. Islamisierung des Abendlandes ist Schwachsinn, es geht immer nur darum, die Bestie unter Kontrolle zu halten. Europäer differenzieren nur über einen gewissen Zeitraum, dann kommt der Zeitpunkt, wo alle wieder durchdrehen. Ihr müsst auch nicht immer nur auf Deutschland schauen. Die letzten Diktaturen in Europa sind noch nicht solange her. Griechenland und Spanien haben es noch nicht lange hinter sich.

konvertitEs gibt unterschiedliche Sorten von Trottel. Doch ihr Terroristen seid in der Rangliste der Dämlichen recht weit oben angesiedelt. Ihr beteiligt Euch am Aufeinanderhetzen der Menschen und sprengt Euch damit selbst in Katastrophe. Am meisten tun mir dabei die Flüchtlinge leid. Wie immer in der Geschichte trifft es die ärmsten der Armen. Und auch wenn Weihnachten das Fest des Friedens sein soll, die Hetzer unter den AfD Vertretern verdienen nur Verachtung. In der warmen Stube sitzen, sich den Braten schmecken lassen und rülpsend auf Menschen schimpfen, die währendessen zusammengepfercht die Suppe auslöffeln dürfen, ist einfach nur widerlich.

Vor 2000 Jahren fing es in Nordafrika mit einer Sekte alles an und aktuell scheint eine Sekte, die ihren Ursprung in der gleichen Gegend hat, wieder eine Rolle zu spielen. Ich stelle mir einen Ford Prefekt vor, der sich beim Warten auf das Gorgonenschiff über die Menschheit dusslig lacht. «Ihr seid so doof!» Wer mit Ford Prefekt nichts anfangen kann, dem sei das Buch “Per Anhalter durch die Galaxis” empfohlen. Douglas Adams hilft zuverlässig gegen Dogmatismus, Religion und schlechte Laune.

 

14 Dezember 2017

2017 – Nachlese

Lesedauer 11 Minuten

Die letzten Tage des Jahres 2017 brechen an. Ungewohnt häufig wurde in diesem Jahr über die Berliner Polizei berichtet. Prinzipiell begann es mit dem Ende des Vorjahres. Ein Anfang zwanzigjähriger Sohn eines verarmten tunesischen Gemüsehändlers ermordete erst einen polnischen LKW – Fahrer, bemächtigte sich des Fahrzeugs und raste in eine Menschenmenge am Berliner Breitscheidplatz. Der junge Mann ist kein Einzelfall, sondern Teil einer ganzen Bewegung. Es sind desorientierte Jungerwachsene die ziellos durch Nordafrika und Europa ziehen und denen seitens einer radikalen Sekte, die sich vom Islam abgespalten hat, ein Heilsversprechen bekommen. Sie müssen nur einen Satz aussprechen, werden damit in einer Gemeinschaft aufgenommen und ihrem bisher unbedeutenden Leben wird ein Sinn gegeben.
Anteile der Deutschen Bevölkerung sind fassungslos, da sie nicht verstehen können, dass ein derart erfolgloser Typ so viele Menschen töten oder schwer verletzen kann. Dies hätte doch verhindert werden müssen. Im Nachgang schwärmen alle aus und suchen nach einem Schuldigen. Schnell ist von einem Versagen der Berliner Polizei und des Staats die Rede. Vergessen sind die verhinderten Anschläge. Gleichermaßen erinnert sich niemand mehr an all die Verfahren der Vergangenheit, in denen die Polizei hervorragende Arbeit leistete. Reda Seyam, der Deutsch – Ägypter, welcher zusammen mit Pierre Vogel auf Menschenfang ging, ist kein Thema mehr. Deniz Cuspert, eines dieser aus der Indoktrination hervorgegangenen Geschöpfe interessiert nach seinem vermeintlichen Tod niemand mehr. Ein Labahn, der einst für Seyam das Kamerakind spielte und von einer Berliner Arbeitsvermittlung eine Sicherheitsstelle am immer noch nicht geöffneten Flughafen BER zugewiesen bekam, ist Historie. Diverse radikale Prediger aus der Al nur – Moschee in Neukölln, die Salafisten in der ehemaligen Moschee in der Tromsöerstr., Berlin – Wedding, sind ebenfalls Geschichte. Jedenfalls für die Öffentlichkeit und die Presse. Tausende Einsatzstunden und immensen Ermittlungsaufwand produzierten diese Typen. Mehrfach wurde es in den zurückliegenden Jahren brenzlig und die Polizei ging weit über ihre Belastungsgrenzen hinaus.

Doch eines war immer klar! Eines Tages wird einer von den vielen durchschlüpfen. Es wird nicht der klassische Bartträger im Schlafanzug sein, sondern einer der relativ normal aussieht. Selbst die gewählte Methode war nicht überraschend. Schon zur Zeit der Loveparade wurde ein Anschlag verhindert, bei denen die Täter mit einem Fahrzeug in die Menschenmenge rasen wollte.
Weltweit hat jedes Land diese Erfahrung gemacht: Terror lässt sich nicht vollständig bekämpfen. Israel, USA, Spanien, Frankreich, England und viele mehr wurden Ziel für den Terror. Doch dem Bürger ist das egal, den interessiert nur die Sicherheit. Wenn es zu einem Anschlag kommt, muss jemand innerhalb des Systems versagt haben.

Der zynische Aspekt an diesem Anschlag wurde bereits vor langer Zeit formuliert: «Ein Terroranschlag ist mehr wert als 100 Personalräte!»

Das ist nichts Neues in der Bundesrepublik Deutschland. Es gäbe in Deutschland keine Rasterfahndung, Schleierfahndung, Spezialeinheiten und ausgeklügelte Informationssysteme, wenn es nicht RAF gegeben hätte. Die Polizei hat in Deutschland immer erst die volle Aufmerksamkeit und Geldzuwendungen, wenn etwas passiert. Heute ist dies nicht anders.
Zynismus ist auch der Umstand, dass sich nun Politiker gegenseitig auf die Schulter klopfen und Verbesserungen versprechen. Nach dem Anschlag ging es weiter. Die Schießtraineraffäre kochte hoch und fiel auf einen guten Nährboden, der zuvor vom Terror gedüngt worden war. Nun ist es aber nicht der Fall, dass Krebs im Körper eines Menschen plötzlich und unerwartet auftritt, sondern es handelt sich um einen langjährigen Prozess.
Auffälligerweise handelt es sich bei den Betroffenen um viele ehemalige Mitglieder von Spezialeinheiten, die vor dem Hintergrund der RAF Zeiten, gegründet wurden. In den neunziger Jahren übergaben die Alliierten der dankbaren Berliner Polizei mehrere Liegenschaften. Hierzu gehörten auch Fighting City (ein Gelände, welches mittlerweile mehr als bedauerlich aussieht), die Schießanlagen Bernauerstr. und die Range in Wannsee. In der Bernauerstr. herrschte immer der zweifelhafte Charme der Siebziger Jahre. Schon in den Achtzigern ,vermittelte einem die Anlage das Gefühl einer dieser Underdogs aus einem amerikanischen Krimi zu sein. Schwarzer Sandboden, zerschossene Balken, ausgemusterte Tische zum Waffenreinigen, eine selbst zusammengestückelte «Dreizimmer – Wohnung – Simulation», welche mit Sperrmüll vollgestellt war, eine etwas in die Tage gekommene Drahtseilzug – Anlage, mit der die Schießscheiben hin – und her gezogen werden konnten, rundeten das Bild ab. Mitglieder von Spezialeinheiten geben immer ein paar mehr Schuss im Training ab, als andere Polizisten. Also feuerte das SEK aus allen Rohren und gab die Halle für das MEK frei. Die Mitglieder des MEK warteten einen Moment, bis sich der Pulverrauch verzogen hatte und wieder freie Sicht bestand, um dann selbst den Raum einzunebeln. Hiernach ging es ans lästige Hülsensammeln. Mit bloßen Händen wurden die Geschosshülsen vom kontaminierten Boden aufgesammelt. Warum auch nicht? Eine halbe Stunde vorher hatte man ja noch auf ihm gelegen und im Liegen geschossen. Oftmals wurde es eilig, schnell verließ man die Halle, sprang ins Auto und fuhr zum Einsatz – Händewaschen wird überbewertet.

Neunziger Jahre! Der damalige sehr kritische Polizeipräsident Georg Schertz verließ das Amt. Schertz verließ eine Berliner Polizei, die nach dem Mauerfall vor vollkommen neuen Aufgaben stand und außerdem mit den Hypotheken einer vollkommen maroden Volkspolizei der ehemaligen DDR belastet war.

Er erkannte, dass sich die Zeiten ändern würden. 2003 brachte er dies kritisch in einer internen Publikation zum Ausdruck. Diese wurde prompt gestoppt. Der damalige Leiter der Polizeischule Otto Drecksler und der Chef vom Landespolizeiverwaltungsamt Andreas Walther, machten sich zum Erfüllungsgehilfen des Polizeipräsidenten und leiteten damit eine neue Ära in der Berliner Polizei ein. LPolD (a.D) Drecksler ist nebenbei der Leiter der Polizeischule, welcher zusammen mit dem ehemaligen Innensenator Körting bei der Verabschiedung der ausgebildeten jungen Beamten durch Abwesenheit glänzte, als diese nicht in die Polizei übernommen wurden. Er ist aber auch der viel beschäftigte Redner auf Kundgebungen, die von der AfD initiert werden.
Über Herrn Walther kursierten 2009 Gerüchte, dass er eventuell als neuer Vize – Präsident ins Gespräch kommen könnte. Dies war der Berliner Morgenpost einen Artikel wert, in dem es u.a. hieß:

« … Nach Angaben von Teilnehmern haben dabei die anwesenden Direktionsleiter vor allem die in ihren Augen gefährliche Personalreduzierung angesprochen. «Da wurde schonungslos die schlechte Stimmung in der Polizei dargestellt. In dieser Form und Geschlossenheit habe ich das noch nicht erlebt», sagte ein Teilnehmer. (Zitat: Berliner Morgenpost https://www.morgenpost.de/printarchiv/berlin/article104345389/Spekulationen-ueber-Berlins-zweithoechsten-Polizisten.html

Immerhin acht Jahre später, positioniert sich der aktuelle Polizeipräsident Herr Klaus Kandt im November 2017, in einem Interview im Tagesspiegel mit den Worten:
«Am Anfang, also 2013, auch noch 2014 dachte ich, mit den gegebenen Ressourcen werde ich mit viel Mühe wohl auskommen. Mit dem Wissen von heute hätte ich gleich mehr Druck auf die Politik machen sollen, um Personal und Ausrüstung aufzustocken. Zitat: http://www.tagesspiegel.de/berlin/berlins-polizeipraesident-klaus-kandt-wir-kaempfen-taeglich-mit-den-folgen-der-sparpolitik/20571228.html&raquo;

Wie gut, dass es da einen immer noch unermüdlich mahnenden kritischen Georg Schertz gibt:

«Auch Zahlen nennt er: „Heute sind weniger Polizisten auf der Straße als ich damals vor der Wende allein für West-Berlin hatte. Und wenn Beamte Verstärkung anfordern, bleiben sie doch immer in der Minderheit gegenüber immer größeren Täter-Gruppen. Das halte ich für unerträglich. Zitat: https://www.bz-berlin.de/berlin/ex-polizeichef-schertz-beklagt-unertraegliche-verrohung.&ldquo;

Wohlgemerkt, der Mann ist nicht mehr im Amt, aber besitzt offenbar einen realistischeren Blick auf die Berliner Polizei, als der amtierende Präsident. Dies mag daran liegen, dass er sich in einer Stiftung immer noch für die Polizei engagiert.

Doch dank des Sohnes eines verarmten Gemüsehändlers im fernen Tunesien wird alles besser. Neue Einsatzkonzepte werden als die Heilsbringer verkauft, die bevor sie gelobt werden, erst einmal den Beweis antreten müssen, dass sie besser funktionieren. Der aktuelle Senat beweihräuchert sich mit der Anschaffung neuer Schusswaffen, obwohl die Anträge hierzu uralt sind. Die Schießstände werden modernisiert, sehr zügig, sonst könnte unter Umständen noch der Beweis bezüglich des Urzustandes festgestellt werden. Der jahrzehntelang verschleppte Prozess des Digitalen Funkeinsatzes, welcher immerhin bereits zur Fußball – WM vollmundig angekündigt wurde, ist wieder ein politisches Kampfthema.

Aber 2017 gab es noch mehr, als AMRI und die Schießtrainer. Polizisten, die man beim Anblick der Geschehnisse in Hamburg eher als zivile Soldaten bezeichnen mag, wurden in einer Barackenanlage beim Feiern vor dem Einsatz erwischt. Sie sollen sich mit Molotow – Cocktails und Steinplatten bewerfen lassen, aber an einen Zaun pinkeln ist moralisch verwerflich – eine verrückte Gesellschaft.
Ihr Verhalten wurde medial diskutiert, dass sie aber für eine widerliche Machtdemonstration missbraucht wurden, stand nicht zur Debatte. Interessanterweise wurde in der Diskussion auch angeführt, dass in einer solchen Anlage seltsame Verhaltensweisen vorprogrammiert sind. Ich frage mich dabei am Rande: «Wenn dieses schon für Polizisten gilt, was ist dann eigentlich mit traumatisierten Flüchtlingen, die dort Jahre ausharren?» Aber dieses nur nebenbei.
Kaum wurde es hierzu etwas ruhiger, tauchte eine Sprachnachricht auf und das Skandälchen um die Akademie kam ans Tageslicht. Nur wenige verstanden, dass das Problem nicht bei der Akademie liegt, sondern die Ereignisse dort nur eine sichtbare Hautreizung einer jahrzehntelangen Krankheit ist. Wie angeführt, brachen bereits 2009 die Direktionsleiter das Schweigen!
Ärgerlich ist dabei auch die Tatsache, dass die Mitverursacher sich mit dem warmen Deckmantel der Geschichte zudecken. Klaus Wowereit genießt seinen Ruhestand, Annette Fugmann-Heesing hat sich auf Steinkohle und Beratung des Öffentlichen Dienstes verlegt, Thilo Sarrazin findet Zeit, zum populistischen Erfolgsautor zu mutieren, und von Körting hört man gar nichts mehr. Vielleicht hat er mittlerweile verstanden, dass es keine gute Idee war, ausgerechnet mit der Salafisten – Hochburg «Al – Nur Moschee» auf Kuschelkurs zu gehen.

Wie kann man die Berliner Polizei bzw. den Öffentlichen Dienst verstehen?

Wenn man sich an den alten Ermittlergrundsatz des ermordeten italienischen Staatsanwalts Falcone hält, ist es eigentlich simpel: Folge der Spur des Geldes!

1994 wurde in Berlin das sogenannte «5 Säulenmodell» eingeführt. Verkauft wurde es als die große notwendige Reform, tatsächlich war es mehr eine Bastelarbeit mit Papier und Schere, die einige unliebsame Führungskräfte aus dem Weg räumte u. neue Seilschaft begründete. 1995 -97 durfte sich das Wirtschaftsberaterunternehmen «Mummert+Partner» um die Berliner Polizei kümmern. Dieses stellte fest, dass sich Berlin einen Führungswasserkopf leistete und viel zu komplizierte Hierarchiestrukturen besitzt. Neben diesen Erkenntnissen kamen die Prüfer auch zu Erkenntnissen, die sich aus den Unterschieden eines Betriebes in der Freien Marktwirtschaft und dem Öffentlichen Dienst erklären. Sicherheit und Prävention lassen sich nun einmal nicht zwingend marktwirtschaftlich analysieren. Sie fanden nämlich heraus, dass es zum Beispiel Spezialfahrzeuge gibt, die kaum bewegt wurden. Frage: «Haben sie dieses Material schon einmal eingesetzt?» Antwort: «Die stehen hier für den biologischen u. atomaren Katastrophenfall! Den Einsatz hätten sie bemerkt!» Gleichermaßen kritisch wurden die Einsätze beäugt. Die Prüfer konnten nicht nachvollziehen, dass auf einem Abschnitt nur ein Einsatzwagen zu einer Ruhestörung fuhr, während auf einem anderen gleich drei Wagen heraus eilten. Warum? Sehr einfach! Es ist ein Unterschied, ob es sich um eine Gartenpartie handelt oder eine arabische Großfamilie eine Hochzeit feiert. Am Ende war es wenig überraschend, dass die Streifenwagen gestrichen wurden und der Wasserkopf blieb.

In Reaktion auf die Untersuchungsergebnisse wurde das Berliner Modell ins Leben gerufen. Für die Beamten ein Desaster, weil diverse Schichtzulagen wegfielen, häufigere Dienstantritte in der Woche erfolgten und das Arbeitsleben noch unübersichtlicher wurde. Parallel dazu wurden 2000 Stellen gestrichen. Dieser Umstand wurde zähneknirschend von der GdP zur Kenntnis genommen.
Im nächsten Zuge erfolgten die Zusammenlegungen von Abschnitten, verschont wurde ausschließlich der Bereich des Regierungsviertels – ein Schelm, wer dabei Böses vermutet. Alles wurde stets begleitet von wohlfeilen Texten, die dies als positive Reformen verkaufen sollten.

Zusätzlich wurde erheblich bei der Besoldung eingespart. Erst wurde das 13te Monatsgehalt nur noch anteilig gezahlt, dann gar nicht mehr. Urlaubsgeld und Zulagen folgten nach und nach. Endgültiger Motivationsablass war letztlich der Vorstoß des Regierenden Bürgermeisters Wowereit, der den Zusammenschluss der Bundesländer bei der Besoldung zerschlug, welcher die mit am meisten mit Kriminalität belastete Stadt Deutschlands auf den letzten Platz der Besoldung verwies. Die daraus entstandenen Verluste sind nicht mehr aufzuholen. Nach Urteilslage des Bundesverfassungsgerichts besteht über Jahre hinweg eine Differenz zu anderen Bundesländern, die nicht verfassungsgemäß ist, anders formuliert: Das Land Berlin sitzt gegenüber seinen Beamten auf einem Schuldenberg. Wenn 2017 der Senat frohlockt endlich wieder Geld zu haben, dann wurde dieses Geld u.a. verfassungswidrig aus den Taschen der Bediensteten geholt.

Doch was schert einen Berliner Senat das Verfassungsgericht? Oder besser noch, die Richtlinien einer EU? Viele Beamte in einem sinnvoll geregelten Schichtdienst zu behalten ist kostspielig. Wie schön, wenn man sie im Zuge einer Rufbereitschaft nur anteilig bezahlen muss. Die modernen Kommunikationsmittel machen es möglich. Zum Thema Rufbereitschaften äußerte sich das VGH Baden Württemberg, im Urteil vom 26.06.2013 , Az. 4 S 94 /12 mit der Feststellung,

«Bei der Rufbereitschaft dürfen keine zeitlich engen Vorgaben von der Alarmierung bis zur Aufnahme des Dienstgeschäfts am Einsatzort erfolgen (der Beamte müsse nur „alsbald“ vor Ort sein, nicht „unverzüglich/sofort»
und
«Die Rufbereitschaft dürfe nur sporadisch und nicht mit einer prognostisch verlässlichen Regelmäßigkeit von Einsätzen unterbrochen werden.»

Über diese beiden Sätze kann jeder Sachbearbeiter des LKA Berlin, aus den Bereichen OK, Staatsschutz, Rauschgift und die Mitglieder des LKA 6 (MEK) nur herzhaft lachen. Wie kommt das Gericht zu solch wilden Feststellungen? Sie basieren auf den Arbeitsrichtlinien der EU, die zwar die Ausnahme Soldaten und Sicherheitskräfte kennen, aber stets darauf hinweisen, das Abweichungen die Ausnahme bleiben sollen. Wieder einmal geht es nur um Geld und Personal.

Die Polizei? Die gibt es nicht!

Wen wundert es da noch, wenn Polizisten im Einsatzdienst nach und nach ausbrennen? Diese Einschränkung habe ich sehr bewusst in diesen Satz eingebracht. 2017 wurde stets über die POLIZEI diskutiert. Die existiert de facto aber nicht. Es liegen Welten zwischen den unterschiedlichen Aufgabengebieten und den damit im Zusammenhang stehenden Belastungen. Die Unterschiede liegen nicht nur bei Schutz- und Kriminalpolizei, sondern mehr zwischen Beamten «an der Front» und denen im Büro. Wie immer in unserer Gesellschaft wird die körperliche Arbeit schlechter bezahlt, als der Dienst am Schreibtisch. Einem Schreibtischtäter ist es ziemlich egal, ob er eine brauchbare Taschenlampe hat oder er regelmäßig schießen gehen kann. Vor einigen Jahren wurde beispielsweise wegen Haushaltseinsparungen die Übungsmunition rationiert. Dies wurde am Schreibtisch sicherlich nicht bemerkt. Schichtdienst, Bereit- oder Rufbereitschaften gehen an Stabs – Mitarbeitern in der Regel vorbei. Bei sozialer Isolierung durch Überstunden und unregelmäßigen Dienstzeiten können die nicht mitreden. Die können auch nicht verstehen, welche Wirkung die Streichung einer Fahndungskostenpauschale hat. Wer hat schon Lust nach einem ereignisreichen Einsatz in Zivil minutiös für irgendeinen «Tinten – Urinierer» die Ausgaben aufzulisten? Und wieder wurde gespart.
Auch das zeigte sich 2017 wieder sehr deutlich. In der Berliner Polizei existiert eine Zweiklassengesellschaft. Die Bundespolizei, deren Besoldung deutlich höher angesiedelt ist, wurde vor 7 Jahren im Auftrag des BMI im Rahmen der BEERLAGE Studie (u.a. nachzulesen Deutsche Polizei 9/12, S.22) untersucht. Innerhalb der Studie wurde festgestellt, dass jeder 4te der Beamten im Einsatzdienst als «ausgebrannt» zu bewerten ist. Zur Erinnerung: Ausgebrannt ist eine nette Umschreibung für «von Depressionen geplagt!». Prof. Dr. Strohmeier von der TU Chemnitz stellte hierzu fest, dass 76 % Wochenend – Dienste, Überstunden, Schichtdienst und die mangelnde Vereinbarkeit des Berufs mit der Familie, als extrem belastend empfinden. NIEMAND wird in Berlin eine derartige Studie in Auftrag geben, man wahrlich kein Wahrsager sein, um das Ergebnis bereits vorher zu kennen.

Sollten die Zahlen in Berlin auch nur ansatzweise ähnlich liegen, fahren da draußen eine Menge belastete Leute mit Blaulicht und Schusswaffe durch die Straßen. Da muss sich keiner gesteigerte Sorgen um die Polizeischüler machen, die sind noch frisch. Bei einem Durchschnittsalter von Anfang 40 in der Berliner Polizei, sollte man sich eher Sorgen um die «Alten» machen. Lange «Strassenterrier» zu sein, formt den Charakter und die Bewertung von Gesten. Wenn die Polizeiführung 2017 zu Weihnachten Keksteigausstecher in Form eines Polizeisterns mit Begleitschreiben verschickt, mag das an den Schreibtischen gut ankommen, die Kommentare auf der Straße hören sich anders an.

Karten auf den Tisch!

Meiner sehr persönlichen Auffassung nach, hat Polizeipräsident Kandt 2017 eine riesige Chance vertan. Als ehemaliger Berliner Polizist, der auf Berliner Kosten in den höheren Dienst wechselte, um dann im Nachbarbundesland Karriere zu machen, hätte mit Dienstantritt klare Worte gegenüber der Politik finden können und dieses auch den Mitarbeitern mitteilen sollen. Alles was zur Zeit passiert, ist nur noch ein Zurückrudern. Es wäre unfair ihm die Zustände der Polizei anzulasten, da haben andere vor ihm viel mehr Zeit aufgewendet. Auch die Querelen seiner Besetzung sind ihm nicht zuzurechnen. SPD, CDU und LINKE haben sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten erfolgreich am Niedergang der Polizei beteiligt und sei es nur, in dem ein Diepgen Berlin finanziell an die Wand gefahren hat.

Doch warum erfolgte nicht von Anfang an eine saubere Bestandsaufnahme? Da stehen wir und so geht es nicht weiter! Trat da jemand engagiert mit einem Auftragspaket in der Tasche seinen Dienst an und prallte auf alte Seilschaften? An irgendeiner Stelle hätte in der hohen Politik jemand sagen müssen: Oh, Oh, wir haben die Polizei zu 100 % kaputtgemacht. Wir haben schlicht politisch komplett versagt. Da helfen auch keine schönen neuen Worte aus dem Management – Hiltrup Kauderwelsch weiter. Controlling, Kompetenzzentren, Akademie, Balanced Scorecard, Assessment – Center usw. werden uns nicht weiter bringen – die Amtssprache zur Fehlerbehebung ist immer noch Deutsch. Ausgerechnet ein ehemaliger Präsident, Georg Schertz, äußerte sich deutlich.

Was soll`s? Weihnachten und 2018 stehen vor der Tür!

Irgendwo zwischen diesem Theater geht das Leben im großen B weiter. Nächtens machen sich die osteuropäischen Profieinbrecher auf den Weg, die Großfamilien planen ihre alljährlichen Raubzüge in der Vorweihnachtszeit auf die Elektronikmärkte, einige deutsche Kriminelle hecken aus, wie sie mit brachialer Gewalt die gut gefüllten weihnachtlichen Geldtransporter erleichtern können, der eine oder andere treibt noch ein wenig Geld ein und unterschiedlichste junge Männer diverser Nationen radikalisieren sich ein wenig mehr. Die in Berlin laut Körting nicht existierende offene Drogenszene wir tagsüber ein wenig einbrechen gehen und die Polizei wird bis Mitte Januar wieder einmal unter Volllast stehen. Die Politiker gehen in die Pause, um sich 2018 wieder im Kreis aufzustellen, damit sie sich gegenseitig auf die Schulter klopfen können. Einige Schießtrainer werden brav ihre Medikamente nehmen, um die Schwermetalle aus dem Körper auszuleiten und viele Polizistenehen werden ihr letztes gemeinsames Weihnachten feiern.

Allen, die da draußen im Kalten ihren Job machen, eine verletzungsfreie und vor allem private konfliktfreie Zeit. Mein Statement dazu: Vielen wurde anfangs gesagt, dieser Beruf ist kein Job, sondern eine Berufung. Meiner Meinung nach, ist dieses gequirlter Quatsch. Es ist ein verantwortungsvoller Beruf, mit dem das Leben finanziert wird. Lasst es Euch weder physikalisch noch psychologisch nehmen, gerade Weihnachten sollte daran jeder mal denken. Den Außenstehenden sei gesagt, die auf der Straße geben alles, aber es lässt sich in einer Großstadt nun einmal nicht alles Verhindern, so ist das Leben! Und gerade den Polizeischülern sollte mal jemand sagen: «Alles der ganz normale Wahnsinn! 2018/19 kräht kein Hahn mehr danach, dazwischen gibt es wieder diverse Einsatzlagen, u.U. sogar Terroranschläge und neue Skandale. Genießt Weihnachten und lasst Euch nicht Bange machen. Nach der Ausbildung wird Weihnachten Luxus.»

 

1 Dezember 2017

Kollege Kamera

Lesedauer 4 Minuten

Artikel der BZ – Berlin zur Kameraüberwachung

Zitat: BZ – Berlin, 30.11.2017

Kamera fährt nicht, Kamera läuft! Zum ersten Mal werden Polizeibeamte zur Videoüberwachung eingesetzt – und filmen an Alex und Breitscheidplatz – anstelle der neuen mobilen Video-Anhänger.

Knapp ein Jahr nach dem Terror-Anschlag vom Breitscheidplatz (12 Tote, mehr als 60 Verletzte) haben die Weihnachtsmärkte wieder geöffnet. Zum ersten Mal werden Polizeibeamte zur Videoüberwachung eingesetzt – aber nicht die neuen mobilen Video-Anhänger. 

Kamera fährt nicht, Kamera läuft!

„Wir werden am Alex und am Breitscheidplatz mit Polizei-Teams mit jeweils zwei, drei Beamten und Kameras präsent sein“, sagt Polizeisprecher Winfrid Wenzel (49). „Sobald sie mit Straftaten wie Taschendiebstahl oder Schlägereien rechnen, werden sie anfangen zu filmen.“ Der Markt am Alex zählt mit 2,5 Millionen Besuchern zu den größten Berlins.

Die Beamten sind kameraerprobt (Anmerkung: Ich dachte immer, dies bezieht sich auf Models!) : Bei Großereignissen wie Demonstrationen am 1. Mai sind sie mit ihrer Technik regelmäßig im Einsatz. Wenzel: „Sie haben ein Gespür, wo sich Konflikte und rechtswidrige Handlungen entwickeln könnten.“ Die Aufnahmen sollen 2–3 Monate gespeichert werden. Bei BVG und S-Bahn ist das nur 48 Stunden der Fall …

Der Video-Einsatz der Polizei ist rechtlich durch das Allgemeine Sicherheits- und Ordnungsgesetz gedeckt. Es erlaubt anlassbezogene Aufnahmen: z. B. Menschenansammlungen bei Großveranstaltungen, die zeitlich befristet sind – wie Weihnachtsmärkte.

Die 170 000 Euro für zwei mobile Überwachungswagen hat die Polizei möglicherweise umsonst investiert. Ursprünglich sollten sie zunächst drei Monate an fünf Kriminalitätsschwerpunkten getestet und die Ergebnisse dann ab Januar 2018 ausgewertet werden.

 Doch erst am Freitag sollen die Mitarbeitervertretungen der Polizei zu dem Pilotversuch befragt werden, wie das gesetzlich vorgeschrieben ist. Ihre Zustimmung ist fraglich.

Als Bürger der Stadt Berlin würde ich spontan denken: “Prima! Die Polizei macht etwas u. sie bekommen endlich Ausrüstung!” Dann würde ich mir einen Kaffee kochen, eine Zigarette rauchen und nachdenken.

Da gibt es also kampferprobte Polizisten, die Erfahrungen im BeDo – Trupp  (Beweis – u. Dokumentations Trupp) bei Demonstrationen gesammelt haben. Demonstration? OK! Ist denn so eine Demonstration mit einem Weihnachtsmarkt vergleichbar? Und sind Taschendiebe mit gewalttätigen Demonstranten gleichzusetzen? „Sie haben ein Gespür, wo sich Konflikte und rechtswidrige Handlungen entwickeln könnten.“ Äh? Ich auch … bei Menschenansammlungen und dichten Gedränge, also quasi auf einem Weihnachtsmarkt an sich, deshalb treibt sich die Polizei dort herum. Früher nannte man dieses einen Satz mit “X”. Schlägereien würde ich überall dort vermuten, wo entweder Alkohol konsumiert wird oder Erlebnisorientierte zusammentreffen, ergo Alex, Kneipe oder Glühweinstand. Früher hieß das: “Der erfahrene Schutzmann hat das im Urin!”

Was macht denn ein Taschendieb eigentlich? Wäre ich einer, würde ich die Gegend sondieren. Mit Sicherheit würde ich die Bereiche vermeiden, an denen sich Uniformierte Polizei herum treibt. Das wäre jetzt wahrlich sehr frech. Obwohl! Ich kenne ein paar Belgrader, denen ist alles zuzutrauen. Ich hoffe ein Budimir D. u. eine Cvetlana C. sind bereits in Rente.

Aber bei der Tat filmen? Da gibt es doch immer diese Zivilbeamten, die sich auf Taschendiebe spezialisiert haben. Spezialisiert? Scheinbar kann das nicht jeder einfach mal nebenbei. Ob die sich veralbert vorkommen, wenn die Kollegen in Uniform behaupten, die machen das mal eben nebenbei? Durchaus vorstellbar!

Was wäre im Falle eines Terroristen? Da steht doch immer in allen Zeitungen, dass die observiert werden. Angeblich ist der Aufwand dafür auch nicht unerheblich. Deshalb schreiben die immer, bei einer derart hohen Anzahl von Gefährdern kann nur punktuell vorgegangen werden. Würde ich mich im vollen Salafisten Outfit unter die Leute mischen? Eher nicht! Die Filmaufnahme eines heranrasenden LKW, wäre jetzt auch nicht wirklich präventiv sinnvoll. Also müsste ich mich benehmen,  wie alle anderen auch. Könnten mich dann Beamte, die auf “linke” – Gewalttäter spezialisiert sind, in der Menge ausmachen? Nun, sie könnten wenigstens die nachfolgende Tatortarbeit erleichtern, jedenfalls wenn sie weiter als 30 Meter von der Explosion entfernt standen

Schlägereien? OK! Wenn ich mich in einer Fäustelei befinde, achte ich eher auf den Gegner, als auf Kameras. Wenn mich dann die Polizei entdeckt, können sie mich beim Eingreifen filmen, also nicht sie selbst, sondern die anderen herbei eilenden Kollegen. Doch da würde es doch mehr Sinn machen, wenn die die Kamera am Körper hätten. Da gibt es doch diese Go Pro – Kameras. Hm? Verstehe ich nicht.

Warum stecken die das Geld nicht in die Zivilen Einheiten, die mit verdeckten Observationen erfahren sind? Die kennen die Demonstrationen, aber auch die Taschendiebe und die Terroristen. Solche Leute wissen ganz genau, wer sich da herum treibt. Die könnte dann auch mit guten verdeckten Kameras viel mehr ausrichten. Aber ich räume ein, dies hätte einen Nachteil. Öffentlichkeitsarbeit wäre das selbstverständlich nicht. Doch für die Öffentlichkeit könnte ich doch mehr Polizeistreifen heraus schicken. Also nicht nur auf die Weihnachtsmärkte, sondern auch in die Fußgängerzonen, Einkaufszentren usw.. Na ja, unter Umständen haben sie dafür nicht genug Leute. Wer weiß, vielleicht besteht die Sorge, dass die gar nicht so schnell ausgebildet werden können? Immerhin sind diese zivilen Einheiten spezialisiert, ich denke mal, diese Arbeit lernt man nicht von Heute auf Morgen. Da müssen die aber wirklich geschlafen haben oder die Spezialisierung falsch eingeschätzt haben.

Unter Umständen ist es aber auch ganz anderer Gedankenansatz. Die Politische Führung denkt: “Wenn wir den Terroristen nur genug Angst einjagen, dass sie nachträglich ermittelt werden, dann unterlassen sie es.” Vielleicht könnte das funktionieren, doch ist es einem Selbstmordattentäter nicht ziemlich egal, ob er nachträglich namhaft gemacht wird? Oder will er möglicherweise sogar ermittelt werden? Sonst ist das ganze Unterfangen doch sinnlos. Und die bekommen auch nur dort Angst, wo die Kamera hingestellt wird.

Aber es schaut schon toll aus! Doch … ich werde meinen Glühwein ein wenig ruhiger und mit einem freundlichen Gesicht schlürfen, die Auswerter sollen nicht nur grimmige Gesichter zu sehen bekommen. Schön war es früher aber schon, wenn man mal mit einem Schutzmann ins Gespräch kam … was soll’s jetzt filmen sie halt. Ob man da auch mal “Kamerakind” spielen darf? Wie damals bei Onkel Michael Schanze? “Ob Du Recht hast oder nicht, sagt Dir gleich das Licht! Bei eins, zwei oder drei heißt es “Bumm!” oder die “Brieftasche ist weg!”

 

11 Juli 2017

g20: [dd] das blut auf dem pflaster ist auch eures | linksunten.indymedia.org

Lesedauer 5 Minuten

ps: du bist im dienst und liest dies? dein vorgesetzter, deine prügelkollegen, deine überstunden, dein job kotzt dich an? zeig deine gesellschaftliche verantwortung und veröffentliche interna, reiche beschwerden ein, verrate deine kollegen, kündige deinen job und komm auf die straße!

Verfasst von: anticapitalistas. Verfasst am: 10.07.2017 – 01:12. Geschehen am: Montag, 10. Juli 2017.

Quelle: g20: [dd] das blut auf dem pflaster ist auch eures | linksunten.indymedia.org

Es hat noch nie einen Sinn ergeben, wenn Menschen übereinander oder gegeneinander reden, sondern das Miteinander bringt die notwendigen Erfolge. In den folgenden Absätzen wähle ich die persönliche Anrede, in der Hoffnung, dass ich mit Hashtags den einen oder anderen auf diese Seite locke, der mit mir kontroverser Meinung ist.

Also! Autonome, Anarchisten, Interventionistische Linke … ich verstehe da viele Sachen nicht, obwohl ich Euch an manchen Stellen zustimme. Ihr argumentiert, dass die Gewalt bereits vorher da war. Eine Demonstration gegen den G20 findet nicht irgendwo statt, sondern auf der Straße in einem Land mit dem Namen Deutschland. Ihr meint die Gewalt, die in dieser Gesellschaft allgegenwärtig ist und täglich von dieser Gesellschaft aus geht. An dieser Stelle stimme ich Euch bedingt zu. Wenn Ihr dann aber im Gegenzuge ebenfalls zur Gewalt greift, ist dies nicht als agieren auf demselben Niveau zu bewerten? Wenn ihr selbst propagiert, dass Gewalt und Repression Gegengewalt erzeugt, widersprecht Ihr Euch dann nicht? Es ist doch zu erwarten, dass das System mit Gegendruck reagieren wird. Wenn dieser Druck Sympathien für Euch erzeugen würde, könnte das einen Sinn ergeben. Aber wir leben gemeinsam in Deutschland. Ob es Euch oder mir nun gefällt, ist Nebensache, der Deutsche Michel wird immer zuerst sein Eigentum und seine Sicherheit in Gefahr sehen und deshalb auf diesem Wege niemals Sympathie entwickeln.

Ihr habt die Vision Deutschland und die Welt über mehrere Schritte in eine andere Gesellschaftsform überzuleiten. OK! So wie es zur Zeit läuft, rennen wir langfristig auf einen Abgrund zu. Wenn die Menschheit nicht schleunigst lernt, eine neue Umverteilung auf diesem Planeten hinzubekommen, die Sache mit der Zusammenarbeit in Energiefragen und Rohstoffen nicht geregelt wird, sitzt spätestens die übernächste Generation sehr tief im Dreck. Doch wenn ich Euch richtig verstanden habe, hängt ihr immer noch auf der alten Ebene fest, die uralte Vordenker formuliert haben oder ihr habt überhaupt keine konkrete Vorstellung. Interessieren würden mich vollkommen neue kreative Ansätze, aber ich kann Euren Handlungsdrang nachvollziehen. Doch wo sind die Visionen?

Unter dem Pflaster liegt der Strand! Stadtguerillero, macht kaputt, was Euch kaputt macht, sind doch nun wirklich alte Hüte. Clash, Slime, Ton Steine Scherben, buchen langsam Plätze im Altersheim. Die Zeit ist vorbei und ist nicht zielführend.

Nehmen wir mal an, wir hätten an einigen Punkten Übereinstimmungen in den Zielen, dann würden wir theoretisch nur über den Weg dahin reden. Als ich vor Urzeiten Volkswirtschaft studierte, sagte ein Professor, dass es jede Menge andere Wirtschaftsformen neben Kapitalismus, soziale Marktwirtschaft und zentrale Planwirtschaft geben würde, und es dringend neuer noch unbekannter Formen brauchen würde, um die sich abzeichnenden Probleme anzugehen. Ich stimme Euch zu, wenn ihr formuliert, dass Konzerne, die Arroganz der G20 – Staaten und die sich im Tross befindlichen Multinationalen Konzerne das Demokratieprinzip aushebeln. Alles richtig! Aber schaut Euch doch mal selbst an. Vom Bier, bis zur Jacke, Mobiltelefon und Stiefel, ihr geht Ihnen doch auch auf den Leim.

Schon immer, auch bei den Alten, war klar: Ohne das Volk auf seine Seite zu ziehen, geht gar nichts. Letztens habe ich ein Interview mit Joschka Fischer gesehen, in dem er meinte, dass es für ihn sehr schwierig gewesen sei, von der Protestbewegung in die Regierung zu wechseln. Na ja, kann man so oder so sehen! 2017 betrachte ich ihn und ein paar andere aus der Riege mehr als Abweichler von den ursprünglichen Zielen, die sich vom System haben einatmen lassen. Einige von Euch sehe ich in einigen Jahren genau an der gleichen Stelle. Dann gibt es unter Euch noch die Mitläufer. “Ich war dabei!” – Na toll! Bisher habe ich bei Euch keine Lichtgestalten erkennen können, die eine Verbindung zwischen Straßenprotest, Straßenkampf und polarisierender Öffentlichkeitsarbeit hergestellt hat, mit der sich der Otto Normalverbraucher hätte auseinandersetzen können, eine Reibung hergestellt hätte und zum Nachdenken gekommen wäre.

Viel schlimmer noch! Ihr lasst Euch von Leuten des linken Establishment benutzen und vertreten, dass ist nun wahrlich einem Sponti unwürdig. Ich schrieb von Wegen und Zielen.

Meine Antwort an anticapitalistas:

du sitzt nach dem G20 zu Hause? dein kumpel, den vogel, den du von der solibesprechung kennst, der mit der zwille geschossen hat, also versucht hat meine kollegen zu killen, die idioten, die die kleinwagen angezündet haben, die verblödeten mitläufer, die die läden geplündert haben, die irren, die gewalt zum selbstzweck haben werden lassen, die vollhonks, die den absturz eines hubschraubers auf wohngebiet verursachen wollten, die ballerköppe, die steinplatten vom haus herunterwerfen und menschen töten wollten, sich nicht einmal sicher sein können einen bullen zu treffen, sondern vollkommen unbeteiligte töten könnten, und, und, … zeig ihn/sie doch einfach an. oder treff dich mit mir auf ein oder fünf bier, lass uns reden, wo es hingehen soll. lass uns darüber reden, wo sich unsere weltauffassung überschneidet. versuche mich zu überzeugen. aber hör auf zu labern und lass uns aufhören uns gegenseitig die taschen vollzulügen. ich weiß wie strassenkampf aussieht und  du scheinbar auch … bitte! du willst die gesellschaft verbessern – ich auch! ich war schon mehr als einmal auf der strasse – dienstlich und privat. wahrscheinlich bin ich im verhältnis zu dir ein steinalter sack, meine slime buttons und anti – akw plaketten sind arg vergilbt, clash und ton steine scherben habe ich noch auf vinyl, deshalb erkenne ich nach 30 jahren bullerei u.u. besser, welche munition du mit deinem verhalten dem gemeinsamen gegner auf der rechten seite in die hand gibst.

angebot steht: die ersten zwei runden gehen auf mich. aber dann müsstest du dich mit einem bullen unterhalten. ich habe mich 84 mit den vögeln von der fdj gestritten, mich allen linksextremisten gestellt, mit den reps und skins von zyklon b diskutiert und ehemalige stasi mitarbeiter nach ihrer motivation gefragt. ich habe mich ebenso mit zuhältern, einbrechern, nutten und dealern unterhalten, du willst überzeugen? bitte … dann quatsch nicht immer nur deine phrasen “prügelbullen” herunter, sondern stell dich einem echten gespräch.

Ja! Eine Demonstration zum G20 ist kein Kindergeburtstag und spätestens, wenn die Sache mal wieder eskaliert, besonders wenn es über zig Tage geht, fangen alle an, sich in die eigene Tasche zu lügen.

Da rennen Reporter mitten ins Getümmel und brüllen im Lärm des Geschreis, den Sirenen, Feuerwerkskörper, aufschlagenden Steinen: Presse! Dabei versuchen sie noch Makroaufnahmen einer Festnahme zu machen und wundern sich, wenn sie etwas abbekommen. Das ist in etwa so, als wenn ich bei einem laufenden Boxkampf versuche mit meiner Kamera zwischen die beiden Boxer zu gehen. Die Leute mit selbstgemachten Ausweisen, oder Pappnasen, die sich für die Presse halten, weil sie einen BLOG haben, machen es nicht besser.

Früher hat man einiges auch noch sportlich hingenommen. Wenn ich mich im Getümmel einer längst aufgelösten und eskalierten Demo befinde, bekomme ich auch als friedlicher Demonstrant mal eine mit. Soll vorkommen … ist jedem schon mal bei so etwas passiert. Ob nun vor dem ICC bei der Ant – Rep – Demo oder am Ku- Damm gegen den IWF. Menschen bleiben Menschen! Und wer den ganzen Tag Steine kassiert hat, langt auch mal dem Falschen eine. So wie sich bei Euch Wut anstaut, so staut sie sich auch auf der anderen Seite. Normal!

Und diese hysterisch schreienden selbsternannten Beschützer: “Nenn Deinen Namen!”, damit er der Roten Hilfe genannt werden kann, verbessern die Nerven nicht wirklich. Und jeder der sich mal an die eigene Nase fasst, weiß das er vielleicht sehr ungünstig stand, als er kassiert hat.

Der “Schwarze Block” bildet sich ja nicht sinnfrei und der Kreis, der um ihn herum gebildet wird, hat auch seinen taktischen Sinn – wissen wir alle! Das sind alles Geplänkel, die nun schon ab 1980 praktiziert werden. Wir beide wissen, dass solche Demos und Strassenkämpfe auf beiden Seiten nicht fair geführt werden. Wenn neben dem Aufzug schon die ersten mit Steinen im Beutel lauern und nur auf den günstigen Augenblick warten. Und ja … bisweilen fährt mal einer im Vorbeirennen das Tonfa aus oder knallt dem Idioten, der da vor dem Wagen quasi “Hemmung, Hemmung …!” schreit, eine mit dem Handschuh.

Was wäre denn mal im Gegenzuge mit eigener Ehrlichkeit? All die kleinen versteckten Fouls …  Aber das könnten wir ja bei einem Bier ausdiskutieren. Dresden? Lebowski Bar in der Neustadt? Berlin? Elefant, Alibi oder Trinkteufel? Am 25.10.2017 spielen die Dead Kennedys in Berlin, das wäre doch ein Anlass? Such Dir was aus … ich verspreche, dass ich alleine komme, Du auch?

Ps.: Für die ganz Schlauen unter den indymedia – Lesern. Ja! Ich war bei dieser ganz bösen Truppe, die ihr überhaupt nicht leiden könnt (ergibt sich nach wenigen Klicks), aber das macht die Sache doch spannender … oder?

Bis dahin:

 

 

 

 

13 Juni 2017

Sicherheit für die Ohren: Wie groß ist die Terrorgefahr in Berlin? von BILD

Lesedauer 4 Minuten

Wenn Herr Geisel etwas erreicht hat, dann die Qualitätssteigerung der Informationen bei den Journalisten, die über die Sicherheits- und Polizeithemen in der Hauptstadt schreiben und sprechen. Vielen muss in den letzten Jahren ein “Kamm” gewachsen sein und die letzten Ereignisse, also AMRI, der Skandal bezüglich der Schießhallen und dem Polizisten, der angeblich Informationen an die 1 % er Rocker weitergeleitet hat, haben offensichtlich die inneren “Fässer” zum Überlaufen gebracht.

Im aktuellen Podcast sinnieren die beiden Reporter Peter Rossberg und Axel Lier über Terror, Terror – Angst und die bisher getroffenen Maßnahmen. Insbesondere das Thema Angst nimmt eine herausragende Stellung ein. Angst ist bekanntermaßen nicht verkehrt, sondern macht den Unterschied zwischen dummdreist mutig und Vorsicht aus. Nur sehr dumme Menschen haben gar keine Angst. Aber es gibt sehr unterschiedliche Art und Weisen mit diesen Ängsten umzugehen. Ein Großstädter ist darauf angewiesen, mit diesen Ängsten umzugehen. Manchmal kommt dann auch noch die Angst um die Kinder dazu. Beide haben ihren Aussagen nach Kinder.

Mit den Kindern ist das so eine Sache. Wir können sie nicht vor allem beschützen. Jedoch können wir ihnen beibringen eine vernünftige Gefahrenanalyse durchzuführen, geeignte Strategien zu entwickeln und ihnen zeigen, wie man mit Angst umgehen kann. Sicherlich gehört hierzu der Strassenverkehr, einer der Killer in einer Metropole überhaupt. Wir lernen auf Motorengeräusche, Bremsenquietschen und andere Laute zu achten. Dazu gehört auch das Aufpassen auf den Drink am Tresen, damit keiner irgendwelche Substanzen beifügt. Vielleicht auch das Ausweichen auf die andere Straßenseite, wenn sich Unsympathen an einer Stelle sammeln. Wir sagen unseren Kindern, dass sie nicht bei betrunkenen Freunden ins Auto einsteigen sollen, die Mädels sollen lieber mit der Taxe fahren, als sich nachts an eine Bushaltestelle zu stellen und die Kerle sollen gefälligst nicht in der U-Bahn einpennen. Dieses und noch sehr viele Dinge mehr, sind naheliegende Gefahrenquellen in einer Metropole.

Auch die Gefahren einer Massenveranstaltung versuchen wir ihnen aufzuzeigen. Gasflaschen auf Weihnachtsmärkten können hoch gehen, der Stand kann in Brand geraten, eine Windböe verwandelt Abdeckungen in ungesunde Fluggeschosse, Betrunkene beim Rockkonzert drehen durch, Massenpaniken, Bengalos im Fanbereich, Hooligans usw.. All dieses sind durchaus reale Gefahren, Albträume eines Vaters, der mit Sicherheitsfragen zu tun hat und nicht von der Hand zu weisen sind. Ganz simpel: “Massenveranstaltungen sind immer ein Horror!” Veranstaltungen, die ich stets meide. Leider teilen meine Töchter diese Ansicht nicht und vielleicht ist das auch gut so. Wenigstens konnte ich ihnen einiges zeigen. Immer einen Plan B in der Tasche haben, dafür sorgen, dass im Rücken ein wenig Platz ist, ab und zu mal den Kopf oben und die Umgebung im Blick haben. Zu Demos sagte ich Ihnen, das sie  auf die Helme achten sollen, denn wenn die anfangen auf und nieder zu gehen, weil die Polizei am Rennen ist, sollte man gehen. Ich brachte ihnen ein Gespür dafür bei, wie es sich anfühlt, wenn die “Strasse anfängt zu flimmern und kurz vor der Eskalation” steht. Keine Ahnung, ob sie sich daran halten, ich kann es nur hoffen.

Wie verhält es sich mit der Terrorgefahr? Gibt es da Besonderheiten? Sollen sie darauf achten, dass sich jemand seltsam verhält? Nun, dass tun andere Spinner auch. Nicht jeder Durchgedrehte mit einem Messer ist auch ein Terrorist in Berlin. Im Gegenteil, die Wahrscheinlichkeit, das es sich um einen kaputten Grossstadtneurotiker handelt, ist unweit größer. Bei einer vernünftigen Gefahrenbewertung muss man recht nüchtern feststellen, das alle anderen Gefahren 1000 fach größer sind, als das Opfer eines Terroranschlags zu werden.

21:00 Uhr, Berlin Spandau, Glühweinstand mit örtlich ansässigen Trinkermilieu ergibt ein deutlich höheres Risiko für eine Körperverletzung, als ein Salafist auf Erlebnistour ins Paradies. Ich gebe Herrn Rossberg recht, wenn er sagt, dass es nicht sein kann, wenn die Regierung mir vorschreibt, dass Angst jetzt die falsche Reaktion wäre, denn Angst ist ein Überlebensfaktor in einer Millionenstadt. Oftmals ist es auch genau das, was wir Großstädter den “Landeiern” voraus haben. Längst sind wir aber nicht in der Situation eines Israeli, der sehr konkret Ausschau halten muss und seine Kinder in zwei verschiedene Schulbusse setzt, damit im Falle eines Anschlags, wenigstens ein Kind überlebt. Was nicht ist , kann noch werden, aber wir leben jetzt.

Außerdem wird über den Frust der Berliner Polizisten gesprochen. Auch hier lassen  beide einen guten Informationsstand durchblicken. Jenseits des Podcast stört mich dabei aber immer mehr, dass dieses ausschließlich auf abstrakte Begriffe abgeschoben wird. “Der Senat”, “die Behörde”, “die Politiker” werden immer als die üblichen Verursacher benannt. Ich möchte hinzufügen: “die Bevölkerung!”. Warum? Ich habe sehr genau verfolgt, wie die Presse titelte: “Lügenpolizisten!” und ein sehr großes Spektrum klatschte und der Geifer aus dem Mund tropfte. Ebenso stürzt sich die sensationsgeile Gemeinschaft der “Besorgten Bürger” auf die angeblich gemeinsame Sache eines Ermittlers mit den Hells Angels. Der durch RTL, SAT1, SPRINGER, Pro7 und GRÜN geschulte Mob an Verschwörungsexperten weiß bereits nach der ersten Meldung: Der Staat, seine Büttel die Polizei und die Politiker verarschen uns.

Dieselben Kandidaten, die nachmittags bei einem lactose- u. koffeinfreien Milchkaffee in einem Lokal am Görlitzer Park saßen und sich bei der Festnahme eines Dealers empörten “Was machen Sie mit dem Mann da?”, weinen beim Lesen der TAZ über den Verlust ihrer Freiheiten. Sie sind es auch, die nicht verstehen können, dass ein AMRI aufgrund eines Drogenhandels nicht abgeschoben wurde.

Am Ende des Podcast wird darauf eingegangen, dass die 7. Mordkommission zum Polizeilichen Staatsschutz wandert. Wieder wird ein Loch aufgerissen, um ein anderes zu stopfen, es sei denn das LKA 1 hat einen Ermittlerüberschuss. Na, ja … die werden wissen was sie tun. 2010 hieß es noch:

Auch wenn die Aufklärungsquote bei Tötungsdelikten bei rund 95 Prozent liegt, gab es immer mehr Klagen über die Arbeitsbelastung. Jeder der derzeit 70 Mitarbeiter des Morddezernates häuft im Durchschnitt pro Jahr 300 Überstunden an.Die zusätzlichen zehn Ermittler sollen aus anderen Dienststellen des LKA gewonnen werden. An Bewerbern dürfte es nicht fehlen, das Dezernat ist behördenintern hoch angesehen, wenngleich der Beruf maximalen Stress bedeutet. Im Wechsel mit den anderen Mordkommissionen müssen die Ermittler jeweils zwei Wochen lang 24-Stunden-Bereitschaft haben. “Die Arbeit in der Mordkommission ist der Feind jeglichen normalen Familienlebens, jeglicher Hobbys, jeglichen Sports, jeder Beziehung. Man muss sich darauf einrichten, dass man auf vieles verzichten muss, sagte der Leiter der 7. Mordkommission, Thomas Scherhant. – Quelle: http://www.berliner-zeitung.de/15178396 ©2017 Ausgabe: 20.02.10, A. Kopietz

Was hat sich denn in den letzten 7 Jahren gravierendes geändert?

Polizeipräsident Kandt erklärte anlässlich der Vorstellung der Zahlen: “Bei den schwersten Verbrechen wie Mord, Totschlag und Raub gibt es deutliche Rückgänge. Damit ist belegt: Die ständig wiederholte Behauptung ‘es wird immer schlimmer’ ist falsch.” Quelle: Tagesspiegel Berlin, 13.3.2017

Da hat der Präsident recht, von 112 Delikten, sank die Zahl auf 92 Taten, da kann schon mal reduziert werden, es zeichnet sich ja quasi eine Tendenz in Berlin ab. Das gute alte Berlin, eine kleine Stadt gegen alle, denn bundesweit steigen die Fallzahlen. Aber prozentual sind die Fallzahlen bezüglich Terror um 100 % gestiegen – na dann … rüber mit den Ermittlern.

Ceterum censeo Carthaginem esse delendam … endeten die Reden von Cato dem Älteren. Ich neige langsam dazu, meine Beiträge hier mit den Worten: “Im Übrigen bin ich der Meinung, dass eine Gesellschaft, die nach dem Motto lebt: Wasch mich, aber mach mich nicht nass, es nicht besser verdient hat.”, zu beenden.