April 26 2022

Über

Lesedauer 3 Minuten

Mit dem Quittieren des Dienstes beim Landeskriminalamts Berlin leitete ich eine neue Lebensphase ein. Alles, was ich vorher nebenbei tat, versuche ich miteinander zu verbinden. Zeichnen, vornehmlich Cartoons, Reisen in ferne Länder, das Interesse für Philosophie, besonders die fernöstliche, Politik und Literatur.

Bei der Polizei habe ich in zwei Jahrzehnten etwas besonders gelernt: Beobachten! Dies nutze ich heute um mich kritisch mit dem Geschehen um mich herum und dem was ich unterwegs sehe auseinanderzusetzen. Während ich früher zur Neutralität verpflichtet war, kann ich mir heute erlauben, Kritik am Gesehenen zu äußern und meine Gedanken dazu niederzuschreiben.

Biografie

1987 – 2018
LKA Berlin, u.a. OK-Russen u. ehem. Jugoslawien (AG Jugo), Mobiles Einsatzkommando
Seminartrainer: Konfliktmanagement u. Kommunikation, interne Mediation

2018 – ?
Reisen durch Südostasien (Thailand, Kambodscha, Myanmar, Malaysia, Vietnam)
Transsibirische Eisenbahn, Mongolei, China
Schweiz, Frankreich

Cartoons
Genau genommen begann es damit, dass ich kleine Figuren an die Tapete meines Kinderzimmers malte. Später, im Dienst, boten Cartoons mir eine Möglichkeit mir Luft zu verschaffen. Später erschuf ich die Figur Kommissar Emmes, dem ich eine eigene Seite bei FACEBOOK gönnte. Aktuell ist das Zeichnen ein wenig zu kurz gekommen. Aber wird wieder werden. Bis dahin gibt es hier auf der Seite eine kleine Sammlung. Weitere Bilder befinden sich auf der Plattform toonsup

Wie heißt es immer? Wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Kaum einer geht ohne Grund frühzeitig in Pension. Eines Tages wollte meine Psyche nicht mehr, wie ich es mir vorstellte. Seitdem setze ich mit dem Thema BURNOUT auseinander und möchte mit dem einen oder anderen Text andere unterstützen. =>

HALTUNG

Wir erleben einen Zeitenwechsel. Zerstörung der Lebensgrundlagen, Klimaveränderungen, Digitalisierung, damit einhergehende Veränderungen des Zusammenlebens, fordern der Menschheit erstmals ein Überdenken der eigenen Programmierung ab. Mit dem steten Streben nach Wachstum, alles zu tun, was machbar ist, ohne ethische Überlegungen anzustellen, hat die Spezies Homo sapiens das auf der Erde existierende Lebenssystem an den Rand einer Katastrophe gebracht.
Leben ist von Wechselwirkungen bestimmt. Kein Lebewesen, welches jemals existierte, kann aus dem Gesamten entfernt werden und jede unserer Handlungen bleibt nicht ohne Folgen. Dessen sollte sich jeder Mensch zu jedem Zeitpunkt bewusst sein und danach handeln. Allerdings passiert genau jenes nicht.
Die Menschheit wird nicht aussterben. Irgendwie wird es ein Überleben geben. Aber wie? In Biosphären mit begrenzten Plätzen? Wer wird bestimmen, wer dort leben darf? Was ist mit der Flora und Fauna?
Humanismus bedeutet, dass sich der Mensch ins Zentrum gestellt hat. Meines Erachtens ein Akt von übermäßiger Hybris und Arroganz. Ich vermeide weitestgehend die Verallgemeinerung “Menschheit”, da das schädigende Verhalten überwiegend von den Bewohnern der industrialisierten Regionen ausgeht.

Ich bin mir bewusst, dass ich deren Verhalten nicht ändern kann. Doch hierzu möchte aus dem von Erich Mühsam 1914 verfassten Idealistischen Manifest zitieren:
[…] Der Gedanke, das Raubtier Mensch werde in Ordnung und Verständigkeit miteinander auskommen, der Geschmack der rohen Masse könne umgeformt werden, Freiheit werde jemals etwas anderes sein als eine schöne Phrase, ist absurd und kindlich. Schon die Formulierung deiner Ideale ist ein Beweis, wie unabwendbar und naturgewollt alle die Einrichtungen sind, die du bekämpfst. Bitte: Ich fordere nicht auf, – ich bekenne. Und ich suche meine Gefühle, die mir Wahrheiten sind, in das Gefühl der Nebenmenschen zu verpflanzen. Verstandeskühle Einwendungen können richtig oder falsch sein, – an der Erkenntnis dessen, was gut und recht ist, prallen sie ab. […]Diesen Worten ist wenig hinzufügen, außer: Ich bekenne …