Why Not – ein Web – Book?

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WHY NOT

Der Weg des Travellers

Vorwort

Dilettanten, Dilettanten! – so werden Die, welche eine Wissenschaft, oder Kunst, aus Liebe zu ihr und Freude an ihr, per il loro diletto, treiben, mit Geringschätzung genannt von Denen, die sich des Gewinnes halber darauf gelegt haben; weil sie nur das Geld delektirt, das damit zu verdienen ist. Diese Geringschätzung, beruht auf ihrer niederträchtigen Überzeugung, dass Keiner eine Sache ernstlich angreifen werde, wenn ihn nicht Noth, Hunger, oder sonst welche Gier fazu anspornt. Das Publikum ist des selben Geistes und daher der selben Meinung: hieraus entspringt sein durchgängiger Respekt vor den „Leuten vom Fach“ und sein Misstrauen gegen Dilettanten. In Wahrheit hingegen ist dem Dilettanten die Sache Zweck, dem Mann vom Fach als solchem, bloß Mittel …

Arthur Schopenhauer „Über Schriftstellerei“.

Nunmehr sind ein paar Jahre seit der Veröffentlichung meines Erstlingswerk „Die Wanderung Vol. II“ vergangen. Es wurde kein Bestseller. Das hatte ich auch nicht erwartet. Ich bekam ein wenig Zuspruch und der war mir wichtig. Die Wanderung endete mit einem Versprechen an mich selbst. Reisen! Bevor dies geschehen konnte passierte in meinem Leben einiges. Ich wurde pensioniert oder wie es offiziell hieß: „Verzichte ich (Polizeipräsidentin) auf Ihre weiteren Dienste.“ Mit dem Tag, an dem mir die Urkunde mit dieser Bekundung überreicht wurde, endeten 32 Dienstjahre bei der Kriminalpolizei Berlin. Ihm ging eine harte Zeit mit vielen Fragen an mich selbst und einem Aufenthalt in einer Klinik für psychosomatische Erkrankungen voraus.

In dieser Zeit intensivierte ich meine Beschäftigung mit dem BLOG. Mal schrieb ich mir von der Seele, worüber ich nachdachte, an anderen Tagen setzte ich mit dem Zeitgeschehen auseinander oder ich kritisierte die meiner Meinung nach durch den Neoliberalismus passierende Erosion der westlichen Industriegesellschaften. Parallel las ich einen Haufen Bücher, schaute über Stunden kritische Dokumentationen und verfolgte Bundestagsreden. Dabei durchlief ich die Gemütszustände, Wut, Frustration, Verzweiflung und Resignation. Zunächst versuchte ich mir mit meinen Cartoons Luft zu verschaffen.

Eine echte Erleichterung verschaffte mir das nicht. Genau sowenig wie die öffentliche Empörung auf Facebook und Twitter. Dort geriet ich eher in Gefahr zum polemischen Narzissten zu werden. Ich verfiel auf den Gedanken, mich nochmals einem Buchprojekt zu widmen. Dieses Mal wollte ich es anders angehen. Deshalb traf ich mich mit erfolgreichen Autoren. Einige gaben mir den Tipp, in Buchhandlungen zu schauen, was sich gerade gut verkauft. Verlage wollen Geld verdienen, dies ist nachvollziehbar und verständlich, doch was macht das mit mir? Ich erinnerte mich an den Rat Charles Bukowskis an Autoren. Wer wegen des Geldes schreibt, die Texte erst einmal den Freunden vorlesen muss und sich von deren Meinung abhängig macht, nichts im Innern spürt, was unbedingt nach draußen muss, egal wie es ankommt, sollte gar nicht erst mit dem Schreiben anfangen. Um in diesen Worten Wahrheit zu finden, muss man kein Fan von ihm oder seinem Stil sein.

Man darf nicht schreiben, damit wir Leser haben, sondern so, als ob wir einen Leser haben.

Nicolás Goméz Dávila

Da war einiges in mir. Und es schmerzte wie ein Furunkel in dem sich der Eiter Millimeterweise zur Hautoberfläche durchbohrt, während sich alles rund herum entzündet. In der Zeit nach der Pensionierung kam ich in Kontakt zu Menschen, die ähnlich empfanden. Leute, die sich verirrt hatten, weil sie lange Zeit auf einem falschen Weg liefen, diesen verließen, nun aber keinen neuen fanden. Die meisten erkannten, dass sie da nicht hinwollten, wo sie ankamen. Damit weiß man nichts über sein Wunschziel und welcher Weg dahin der richtige ist. Ich lernte, dass es hilft, wenn man auf dem falschen Weg mit Leuten ins Gespräch kommt, die dies auch erkannt haben oder gar sagen können, wo der Weg endet. Dies habe ich in einigen der folgenden Kapitel (Online – Seiten) zwischen die Zeilen gesetzt. Hier schreibt einer, der möglicherweise auf Deinem Weg unterwegs war. Damit bist Du nicht mehr alleine und es muss Dir nicht peinlich sein.

„Es gibt eine Einsamkeit auf dieser Welt, die so groß ist, dass man sie in den langsamen Bewegungen der Zeiger einer Uhr sehen kann.“

Charles Bukowski

Die Themen Burnout und Depressionen werden mittlerweile in der Öffentlichkeit diskutiert. Oftmals geschieht dies in einer Art, die mich wütend werden lässt. Niemanden ist mit Diskussionen über die Richtigkeit des Begriffs geholfen. „Es gibt kein Burnout, sondern korrekterweise muss von Depressionen gesprochen werden.“ Ja, und? Buddha fragte einst seine Schüler, wie sich ein Arzt bei der Hilfe für einen von einem vergifteten Pfeil getroffenen Krieger verhalten soll. Wäre es angeraten sich nach dem Namen des Schützen zu erkundigen? Oder hat die Beschaffenheit des verwendeten Bogens eine Bedeutung? Natürlich nichts von alledem. Wichtig ist es den Pfeil herauszuziehen und schnellstmöglich die Ausbreitung des Giftes einzudämmen.

Es gibt bedingende Umstände und Verhaltensmuster, die ins Burnout führen, den Zustand, den langen Weg hinaus, ein Leben danach, sowie die Erfahrungen und Erkenntnisse, welche man dadurch sammelt. Was es nicht gibt, ist der universelle Königsweg hinaus. Ich denke, für mich einen gefunden zu haben. Er ist mit dem Verändern meiner Anschauungen und dem womit ich mich identifiziere verbunden. Am Anfang des Wegs begann ich zu schreiben. Dabei überholte ich mich ständig selbst. Nahezu alles, was ich einige Tage zuvor schrieb, erschien mir eine Woche später unerträglich. Damit hielt ich mich lange auf. Bis mir aufging, wie unmöglich es ist auf einem Weg laufend über sein Ende zu schreiben. Ich musste mich gedulden bis ich eine wenigstens vorübergehende Endstation erreichte.

Ich denke diese gefunden zu haben. Von dort aus betrachtet, erschien mir das Schreiben eines Buchs nicht mehr so erstrebenswert. Seit Monaten bestimmt weltweit das Virus Covid-19 das Leben. Innerhalb der Pandemie hat die Digitalisierung nochmals mehr Fahrt aufgenommen, als am Beginn meines Weges. Ich bin über Monate hinweg gereist. Mit Unterbrechungen war ich in Laos, Vietnam, Kambodscha, Mongolei, Russland, Myanmar und Malaysia. Überall traf ich auf Backpacker, Traveller, Digitale Nomaden. Die Tendenz geht zum E-Book. Aber warum sollte ich mich in meinen Möglichkeiten auf die eines E-Book beschränken, wenn ich seit Jahren einen BLOG schreibe, der mir viel mehr anbietet?

Hier nun das Ergebnis meiner Abwägung zwischen Buch, E – Book und Präsentation innerhalb meines BLOG. Auch die folgenden Kapitel werden mich nicht zum viel gelesenen Autor werden lassen. Und wie damals bei der „Wanderung“ ist das für mich sekundär. Wenn eine oder einer nach Lesen einiger Kapitel von seiner Couch aufsteht und die Kraft findet, einen neuen Weg zu probieren, genügt mir dies vollauf. Wenn ich dazu auch noch eine Nachricht bekomme, streichelt dies mein Ego.

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