September 16 2022

Schnell, schnell!

time lapse photography of brown concrete building Lesedauer 12 Minuten

Statt zu sagen: Sitz nicht einfach nur da – tu irgendetwas, sollten wir das Gegenteil fordern: Tu nicht einfach irgendetwas – sitz nur da.

Thích Nhất Hạnh, buddhistischer Mönch und Schriftsteller

Es ist eine banale Erkenntnis, dass das Leben in westlichen Industriestaaten deutlich schneller getaktet ist, als dies z.B. noch vor 100 Jahren vor sich ging. Die Verheißung hieß einst: Maschinen übernehmen die Arbeit der Menschen und die können sich dann um andere Dinge kümmern. Wobei sich da bereits die Frage eröffnet: Was sind denn diese anderen Dinge?
Schaue ich im eigenen Leben zurück, lebte ich gefühlt um ein Doppeltes schneller, denn ich es heute tue. Und schon wieder bin ich in einer Formulierungsfalle gelandet. Leben ist Leben! Man kann es nicht schneller leben. Präziser formuliert, will der Mensch, innerhalb der gleichen Zeitspanne mehr erledigen, wahrnehmen, verarbeiten, gestalten, kommunizieren. Begleitet wird das von der Überzeugung, dass ein Mensch dazu imstande ist. Ist das so?
Seit geraumer Zeit stehen uns technische Möglichkeiten zur Verfügung, die uns dabei unterstützen. Was war zuerst da? Der Wille mehr in eine Zeitspanne packen zu können oder die Technik? Ich denke, es war der Wille. Bei Wille denke ich sofort an Motivation. Die alte Phrase: “Zeit ist Geld!” wird allgemein Benjamin Franklin zugeschrieben, weil er diese Worte 1748 in einem Ratgeber für junge Kaufleute niederschrieb. Etwas tiefer schürfende Texte führen einen auf eine weitere Fährte. Allgemein werden die Worte zum Antreiben benutzt. Wer im Akkord arbeitet, kann viele Produkte herstellen, welche wiederum veräußert werden können. Ganz anders sieht die Interpretation aus, wenn man die Worte auf die Texte des Römers Seneca anwendet. Er fordert dazu auf, Zeit mit Geld gleichzusetzen. Eine Schatztruhe mit Münzen kann sich jeder vorstellen. Ist sie gut gefüllt, sind Ausgaben leicht. Oftmals ist man dazu geneigt, jedenfalls wenn man nicht geizig ist, das Geld auch für Dinge auszugeben, die absolut unnötig sind. Leert sich die Kiste allmählich, wird man bedächtiger. Die Wertschätzung wird immer mehr zum Thema. Seneca setzt die Münzen mit der Lebenszeit gleich. Ständig veräußern wir Sekunden, Minuten, für irgendwelche Aktionen. Wenige Menschen wissen den Schlaf zu schätzen, obwohl er der Gesundheit dient. Tatsächlich geben wir damit einige Stunden für unseren Körper aus. Unterhalten wir uns, geben wir Lebenszeit aus und kassieren gleichzeitig die Zeit eines anderen Menschen. Denken wir über etwas oder einen anderen nach, stellt dies eine Ausgabe dar. An der Stelle kritisiert Seneca, wie oft Zeit für Smalltalk ohne Inhalt verschwendet wird oder wie wenig Wertschätzung die Menschen für die Zeit aufbringen, die andere für sie investieren. Auch jetzt in diesem Augenblick gebe ich Zeit aus. Wenn ich den Text fertig habe, wird Zeit vergangen sein und was da am Ende herauskommt, ist ein Produkt, aber keins, welches ich gegen Geld verkaufen kann. Hieraus ergibt sich wiederum, dass ich dabei andere Aspekte heranziehen muss. Was hat für mich einen derart großen Wert, dass ich bereit bin, hierfür Lebenszeit zu veräußern? Andersherum investiert ein anderer Mensch beim Lesen Zeile für Zeile Lebenszeit. Eine Ausgabe, die ich wertschätzen sollte.

Klassische Produkte besitzen in der Regel die unangenehme Eigenschaft der Vergänglichkeit oder wir verlieren sie mit absoluter Sicherheit beim Sterben. Noch spannender wird es beim Thema Geld. Geld an sich, also gegenständlich, hat absolut keinerlei eigenen Nutzen. Der Nährwert eines Geldscheins ist nicht sonderlich hoch. Auch wenn ich Scheine verbrenne, komme ich nicht weit. Papier brennt schnell ab und ist für eine längerfristige Wärmeabgabe vollkommen ungeeignet. Münzen bestehen immerhin noch aus Metall, welches sich zu nützlichen Dingen umfunktionieren lässt. Erst durch die Ausgabe, den Tausch Ware-gegen-Geld, erfährt das Geld einen Wert. So lautete jedenfalls der Grundgedanke. Geld, welches nur noch digital existiert, sprengt alles. Ich treibe die Überlegung mal auf die Spitze. Bei uns ist ein großer Teil des Lebens ist davon bestimmt, dass für Geld gearbeitet wird. Vollkommen anders zu sehen ist die Zeit, welche für Arbeit an etwas verausgabt wird, was man selbst nutzt und in den Händen hält. Die Arbeitszeit, welche mit Geld entlohnt wird, führt im Prinzip zu einer Transformation. Schaue ich auf das Geld, sehe ich meine dafür benutzte Lebenszeit. Liegt das Geld auf dem Konto, schaue ich auf die Tage, Wochen, Monate oder bisweilen Jahrzehnte, die ich dafür hergab. Erst, wenn ich etwas kaufe, erfolgt eine weitere Umwandlung. Betrachte ich die neu gekaufte modische Jacke, ist dies u.U. jene Zeit, die ich nicht mit meinen Kindern verbrachte, mir nicht dafür nahm, um mich selbst zu regenerieren oder einfach mal alles baumeln ließ. Doch auch hier gibt es einen Haken. Manche Leute bekommen als Gegenleistung für einen halben Tag, gerade mal eine warme Mahlzeit und andere einen Betrag, mit dem sie sofort eine Luxuslimousine kaufen könnten.

Konsequent muss die Erkenntnis lauten: Bei dieser Konstellation hat die Lebenszeit des einen weniger Wert, als die eines anderen.

Theoretisch kann sich jemand, der für wenig Lebenszeit viel Geld bekommt, entspannt zurücklehnen und es sich leisten, nicht alles gleichzeitig zu machen. Nicht von ungefähr sagt man auch: Der oder die lässt das Geld für sich arbeiten. Gleichsam könnte sich so ergeben, dass finanziell gut gestellte Zeitgenossen genügend Zeit haben, sich über all die Aspekte des Lebens Gedanken zu machen, zu denen die anderen nicht kommen. Meinem Eindruck nach funktioniert dies nicht. Ganz im Gegenteil! Häufig sind es die, welche hart für jeden EURO arbeiten und erheblichen Zeitaufwand betreiben müssen, um über die Runden zu kommen, diejenigen mit den weiseren Aussagen. Wo ist der Haken? Mir scheint, dass es etwas mit der Wertschätzung zu tun hat. Eine Betrachtung, die auf dem direkten Weg in die Tiefen des menschlichen Daseins führt.

Ohne die Kooperation ist der Mensch nichts und wäre nicht einmal ansatzweise so weit gekommen, wo er heute steht. Angefangen bei der Horde, die einst durch die Gegend streifte, und später bei der ersten Arbeits- und Wissensteilung. Damit ist die gegenseitige Hilfe, Unterstützung, Kommunikation, voneinander Lernen, sehr weit oben angesiedelt. Dies gilt selbst beim Plündern. Was habe ich davon, wenn ich mir gewaltsam etwas aneigne, dessen Funktion ich nicht verstehe? Nur Völker, die dies verstanden, konnten sich weiter entwickeln. Griechen, Römer, Theben, Phönizier, Perser, Karthager, Makedonier, gründeten in der europäischen Antike große Reiche und machten sich darüber Gedanken. Nicht anders sah es in anderen Teilen der Welt aus. Immer schwang dabei auch die Überlegung mit, was einem mehr einbringt. Der Krieg oder der Frieden? Lange friedliche Phasen brachten stets Entwicklungsschübe mit sich. Und dazu gehörte auch, über das Dasein, das Wesen des Menschen, die Art und Weise, wie man die begrenzte Lebenszeit zufriedenstellend nutzt, nachzudenken. Schlicht, weil der Mensch in der Evolution etwas entwickelte, was er selbst als Denken bezeichnete. Rückschlüsse aus dem ziehen, was gesehen, gehört, gerochen und gefühlt wird. All diese Denkprozesse werden als Verstand definiert. Man nimmt seine Umwelt wahr und wertet sie passend aus. Hinzu kommt die Fähigkeit, nicht sinnlich Erfassbares anzunehmen, logisch abzuleiten oder für die Zukunft zu prognostizieren. Jenes nennen wir die Vernunft.

Aber welchen Wert bemessen wir diesen existenziellen Fähigkeiten bei? Vor allem, wie will man sie anwenden, wenn dafür gar keine Zeit bleibt? Wäre es nicht zweckmäßig, für die Fähigkeiten, welche den Menschen von anderen Spezies unterscheidet, Lebenszeit zu verwenden? Was unterscheidet uns sonst von einem Bonobo-Schimpansen, der den Entwicklungsstand eines vierjährigen Menschen erreichen kann? In einer dekadenten Wohlstandsgesellschaft komme ich grundsätzlich mit wenig Benutzung von Vernunft und Verstand durch. Bei sehr vielen Vorgängen verstehe ich überhaupt nicht, was da gerade passiert. Ich kann stundenlang auf einen modernen Motor starren und werde trotzdem nicht nachvollziehen können, was da in diesem kunstvoll zusammengeschraubten Wirrwarr aus Gummi, Metall, Kunststoff, vor sich geht. Erst recht nicht, wie dieser Laptop vor mir funktioniert, aus welchen Bestandteilen das Ding im Einzelnen besteht und wie es möglich ist, dass das Geschriebene im Internet landet. Ich benutze es einfach, ohne es zu verstehen. Die Überlegung ist simpel. Träte jetzt im nächsten Moment eine Dystopische Situation ein und ich wäre auf mich alleine gestellt, würde sich zeigen, über welche Fähigkeiten ich wirklich verfüge. Kann ich ein Feuer machen? Nahrung herbei schaffen? Mich mit anderen zusammen tun? Wäre ich vernünftig, empathisch, kooperativ genug, um in einem Zusammenschluss mit anderen Menschen agieren zu können?

Doch die Überlegungen gehen darüber hinaus. Welchen Wert bemesse ich persönlich meinem Dasein über den Tod hinaus bei? Ist es mir wichtig, wie die Menschen danach über mein Wirken denken oder es bewerten? Möglicherweise ist es mir egal. “Nach mir die Sintflut!”, wie einige sagen, denken und vor allem handeln. Oder was ist meinem Wirken in der Gegenwart? Erfüllt es mich oder gibt es mir eine Befriedigung, wenn ich in meinem Sinne Einfluss nehme? Einfluss nehme ich immer, dagegen kann ich mich nicht wehren. Egal was ich tue, es hat eine Wirkung, fraglich ist nur, wie es vonstattengeht und inwieweit ich eine Kontrolle darüber habe. Bin ich aggressiv unterwegs, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich diese Aggression über mehrere Stationen fortsetzt. Maule ich die Kassiererin oder den Kassierer im Supermarkt an, wird das Folgen nach sich ziehen. Ich lege auf dieses immer mehr Wert. Was genau bewirke ich jetzt gerade?

Für diese Überlegungen benötige ich Zeit, die ich mir nehmen muss. So wie ich sie mir gönnen musste, um überhaupt auf diesen Stand zu kommen. Schenke ich dem Augenblick keinerlei Beachtung, werde ich auch nicht erkennen, was gerade passiert. Wer schnell “lebt”, reiht eine ganze Kette von Handlungen aneinander, ohne sich der Wirkung bewusst zu sein. Gleichzeitig kommt es zu jeder Menge Fehlern beim Denken. Das Gehirn erzählt sich innerhalb von Sekunden lauter kleine Geschichten, die immer weiter miteinander verkettet werden. Gern werden dabei Umstände miteinander verbunden, die objektiv nichts miteinander zu tun haben. Nimmt man sich die Zeit, nachträglich nochmals alles sauber auseinanderzunehmen und zu analysieren, nennen wir diesen Prozess “Nach/denken”, woraufhin eventuell andere Ergebnisse zustande kommen. Das meiste, was wir bei Mitmenschen als Dummheit bezeichnen, ist die Folge vom falschen Zusammenziehen mehrerer Ereignisse zu einer Geschichte, die schlicht unstimmig ist, aber leider die Basis für weitere Handlungen darstellt. Im Ergebnis steigt aufgrund der Schnelligkeit, dem übermäßigen Füllen eines Zeitraums mit Handlungen, die Gefahr Dummes zu tun oder verbal abzusondern. Dem lässt sich nur mit Nachdenken begegnen, ein Vorgang, wenn er sich auf das bezieht, was wir den lieben “langen” Tag so anstellen, als Selbstreflexion bezeichnet wird. Ich will davon nicht zwingend ableiten, dass hektische Menschen, Leute, die alles gleichzeitig machen wollen, sich stets “busy” geben, dumm sind. Aber die Wahrscheinlichkeit steigt an. Parallel wird es unwahrscheinlich, dass sich die Menschen selbst reflektieren.

Warum sie sich nicht die Zeit nehmen, steht auf einem anderen Blatt.

Bei einigen ist es die Gier. Andere sehen sich verpflichtet, von anderer Seite her gestellte Aufgaben bzw. Anforderungen zu erfüllen. Vielleicht sind es subjektive Existenzängste oder oftmals tatsächlich bestehende Gefahren, weil man z.B. sonst seinen Job verliert. Ebenso kann es das Heischen nach Anerkennung sein oder eine angenommene moralische Verpflichtung. Als Mensch komme ich nicht daran vorbei, ein gesundes Verhältnis zur Ausgabe meiner Lebenszeit zu finden. Unter gesund verstehe ich dabei eine dem Leben zuträgliche Taktung, mit anderen Worten zu einem Zustand der Ausgeglichenheit führt. Schaue ich in die Wildnis, kann ich eine ganze Menge ableiten. Prädatoren sind auf Effizienz angewiesen. Eine Löwin kann es sich nicht leisten, unzählige halbherzige Versuche zu unternehmen. Jeder neue Ansatz erfordert immense Energie und zu viele erfolglose führen zum Tod. Zur Steigerung der Chancen tun sie sich im Rudel zusammen. Im gewissen Sinne wird vorher genau überlegt und im Fall des Scheiterns ausgewertet. Die meisten kleinen, hektischen Lebewesen werden nicht sonderlich alt. Die ältesten Lebewesen des Planeten sind eher behäbig. Tiere in Gefangenschaft, die ausreichend und ihrer Art angepasst versorgt werden, sind vom nervenaufreibenden Beschaffen von Nahrung befreit, werden oftmals älter als ihre Artgenossen in der Wildnis. Dies gilt auch für diejenigen, welche kaum Fressfeinde zu fürchten haben. Verkürzend wirkt sich allerdings die Verkümmerung aus, wenn sie nicht wie gewohnt agieren können oder in Interaktion treten können. Auch für letzteres benötigen sie und auch wir: Zeit!

Zeit ist ein kostbares Gut, nicht komprimierbar und im Fall des Daseins eine unbestimmbare Größe. Was habe ich davon, wenn sie auf meinem Konto in Form einer Zahl dargestellt wird und ich die Transformation, die eigentlich eine Art bestimmungsgemäße Rückführung darstellt, zu einem Zeitpunkt in die Zukunft verschiebe, den ich u.U. gar nicht erlebe? Oder was ist mit der Zeit, die ich in Produkte investiere, von denen die Gesellschaft, in die ich hineingeboren wurde, behauptet, dass sie wichtig sind, während ich andere Prioritäten setze?
Letztens hatte ich darüber mit einer Frau einen interessanten Austausch. Unser Einstieg war die Frage nach dem Sinn eines Lebens und die Gefahr eines Suizids, wenn man eben diesen nicht mehr sieht. Vorab: Für mich gibt es keinen fremdbestimmten Sinn eines Lebens. Würde ich dies akzeptieren, müsste ich auch irgendjemanden die Definitionshoheit zugestehen. Was mache ich, wenn ich diese Definition nicht erfülle? Ist mein Leben dann sinnlos? Kann ich es dann nicht auch beenden? Meiner eigenen Vorstellung nach, ist keine Existenz, wie auch immer sie sich darstellt, aus dem Gesamten zu entfernen. Gäbe es nichts, was ich als böse ansehe, würde auch alles Gute wegfallen. Alles Negative, ist gleichzeitig geeignet, eine positive Gegenreaktion auszulösen. Selbst ein früher Tod erinnert andere Menschen an die mögliche Kürze des Lebens. Bei allem gilt: Es steht nicht in meiner Macht, hierüber die Kontrolle zu haben. Mir bleibt tatsächlich nur der Versuch, eventuell mit der eigenen Lebensart über die Gesetze der Wechselwirkung eine von mir erwünschte Richtung, Struktur, zu begründen. Ein Suizid setzt für andere eine Lösung in die Welt. Aber er wird nichts daran ändern, was mich mein Leben als nicht lebenswert empfinden ließ. Wenn ich den anderen zeigen will, dass es so ist, bitte, aber dies ist ohnehin bereits allgemein bekannt. Ergo, kann ich es auch lassen und weiter leben, um anderes auszuprobieren. Richtig kompliziert wird es bei Schmerzen. Beispielsweise wird im Buddhismus der dem Tod vorangehende Schmerz als eine Zeit für die Vorbereitung des nächsten Lebens betrachtet, während der plötzliche Tod eher unglücklich ist, weil der oder die Betroffene, das Leben nicht bewusst zu Ende brachte.

All diese Gedankengänge setzen voraus, dass ich in einem Leben mehr sehe, als wirtschaftliche Produktivität, Mehrung des allgemeinen materiellen Wohlstands, Erfüllung vorgefertigter gesellschaftlicher Vorgaben oder Ansprüchen, die andere an mich richten.

Der von der Gesellschaft ausgehende Druck ist immens. Hinsichtlich des Zeitmanagements bestehen Vorgaben, deren Erfüllung erwartet werden und wer sich dagegen stellt, muss dafür Kraft aufbringen. Hierfür ein alltägliches Beispiel. Wer einen Supermarkt betritt, soll darin Zeit verbringen, die irgendwann in Konsum mündet. Das ändert sich schlagartig, wenn die Sachen auf dem Laufband landen. Geschwindigkeit und Länge sind kein Zufall, sondern ein ausgetüfteltes Forschungsergebnis[1]https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/der-deutsche-testmarkt-das-hassloch-experiment-1.907694. Spätestens wenn das Geld von A nach B transferiert wurde, ist der oder die Kunde/in uninteressant. Die Leute sind darauf konditioniert. Hungrig nach Befriedigung hineingehen, Beute machen, befriedigt sein, bezahlen, schnell weg. Es ist interessant, wer in kleineren Märkten lautstark als Erstes die Öffnung einer weiteren Kasse fordert. Entweder es sind von ihren Kindern genervte Eltern oder Zeitgenossen mit oder nur Spirituosen im Einkaufswagen. Die einen wollen den Nachwuchs ruhig stellen und die anderen haben die tägliche Dosis schon vor Augen. Schwierig wird es, wenn ältere Leute, die noch auf die alte Taktung konditioniert sind oder körperlich nicht schneller können, ins Spiel kommen. Richtig übel sind Kandidaten, wie meine Wenigkeit. Registriere ich allzu ungehaltene Personen, die auch noch pöbeln, kommt bei mir die Rebellion zum Vorschein. Es ist nicht verboten, seinen Einkauf zu Dritteln und einzeln zu bezahlen oder lange das Kleingeld zu zählen, um dann doch mit Karte zu bezahlen. Schon dem Druck standzuhalten, bereitet mir Vergnügen.

Ähnliches lernte ich in letzter Zeit über Onlinebanking. Ein Konto eröffnet man heutzutage sehr einfach. Mit wenigen Klicks ist alles erledigt. Zack, Zack, hat die Bank Geld verdient. Um so komplizierter wird die Auflösung. Mich würde mal interessieren, wie viele Senioren aufgeben, nachdem sie sich stundenlang im Dschungel der Untermenüs verirrten. Auch das ist Druck. Es ist nahezu unmöglich, sich all der Onlineportale, Apps, Digitalisierung zu entziehen, die einzig einen Zweck erfüllen: Beschleunigung! Um so schneller und einfacher sich zum Beispiel eine Ratenzahlung abschließen lässt, desto unüberlegter wird die Ausgabe nebst ihrer langfristigen Folgen. Wer sich nicht übers Ohr hauen lassen will, muss ständig auf der Höhe der Entwicklung bleiben.

Entschleunigung, Achtsamkeit, Bewusstes Leben

All die oben genannten Begriffe haben in der breiten Gesellschaft einen zweifelhaften Ruf. Das geht bei esoterischer Spinnerei los, zumeist als Modeerscheinung abgetan und spült viel Geld in Kassen von Therapeuten/innen. Gut, wenn es sich dabei nicht um Scharlatane handelt. Aus meiner Haltung und Sicht auf die Gesellschaft heraus ist dies nicht verwunderlich. In einer Zeit, die von Zahlen, Geld, Statistiken, Daten, bestimmt ist, sind diese Begriffe die Bezeichnungen für Schadprogramme. Machen wir uns nichts vor. Selbst mit Burnout-Patienten/innen, Depressiven, psychosomatischen Erkrankungen, lässt sich ein gutes Geschäft machen. Erst recht gilt dies für alles, was entweder beschleunigt oder die Grenzüberschreitung des dem Menschen möglichen Tempos ermöglicht. Die Grauzone zwischen illegalen “Drogenmissbrauch” (der in dem Fall streng genommen nicht einmal ein Missbrauch ist) und Medikamenten-Behandlung ist riesig. Jede Menge therapeutische Maßnahmen sind mehr Perversion, als wirklich hilfreich. Wie sonst sollte man die Aufforderung zu meditieren verstehen, damit man im Sinne der Gesellschaft mehr leisten kann? Wie viele Ärzte, Psychiater, Psychologen, versuchen Menschen zur Geschwindigkeit kompatibel umzugestalten?

Passend zum Thema Geschwindigkeit, tobt in Deutschland eine Debatte über ein Tempolimit, welches selbst US-Medienvertreter zum Staunen bringt. Was genau passiert eigentlich mit dem oder der Fahrer/in bei einer hohen Geschwindigkeit? Geht es wirklich um das schnellere Ankommen? Dies lässt sich überprüfen und das Ergebnis ist reine Mathematik. Selbst bei halsbrecherischer Fahrt, sind die Zeitgewinne nicht der Rede wert und ob ein Meeting zehn Minuten früher oder später stattfindet, ist objektiv egal. Wenn überhaupt Geschwindigkeit eine Rolle spielt, dann bei den Hochgeschwindigkeitstransfers im Finanzwesen. Etwa innerhalb des Intervalls zwischen 100 und 120 km/h steigt der normale untrainierte Mensch aus und Technik, Zufall, Glück, übernehmen. Es macht Klack im Kopf und der/die Fahrer/in schaltet ab. Befragte nennen dies oftmals Entspannung. Eine Alternative wäre, den Zug zu nehmen. Prompt sitzen viele dort vor einem Laptop und “nutzen” die Zeit, um Geschäftliches zu erledigen. Ich nehme für mich in Anspruch, dabei ein wenig mitreden zu können. Schlicht, weil beides Bestandteile meines Lebens waren. Was das bei mir verursachte, wird mir erst danach immer mehr bewusst. Alles passierte, mein Gehirn speicherte, der Körper speicherte, aber kaum etwas davon, drang wirklich in das mir zugängliche Bewusstsein vor. Dennoch ist, wie ich im Nachgang feststellte, alles da. Kaum befand ich mich in einer längeren, vom Körper erzwungenen Ruhephase, ging es mit den Flashbacks los. Mal in Form von plötzlich auftauchenden Erinnerungen, manchmal nur Bilder, Emotionen, die nicht im Zusammenhang mit dem gegenwärtigen Geschehen standen oder körperlichen Reaktionen, die unpassend bzw. zusammenhanglos erschienen. Wer nicht auf solche Selbstexperimente steht, sollte rechtzeitig die Notbremse ziehen.
Man muss es nicht gleich übertreiben, aber ich möchte anmerken, dass es im ZEN – Buddhismus eine schöne Betrachtung gibt. Wie lange dauert ein Leben? Exakt einen Atemzug. Der Mensch, welcher dazu ansetzte, ist beim Ausatmen ein anderer. Nach dieser Betrachtung ist ein Mensch, der sich am Tag nur einige Minuten Zeit des Bedenkens zugesteht oder meditativ den Synapsen ein wenig Ruhe gönnt, hektisch. Bedenkenswert ist ebenso, ob eine/r, die/der einfach nur dasitzt und denkt, wirklich untätig ist. Der vorhergehende Doppler ist gewollt. Folge ich den Vorgaben der Gesellschaft, in der ich lebe, müsste ich von Faulheit, Untätigkeit, ausgehen. Doch wie bewerte ich dann das Verhalten von Gläubigen, wenn sie längere Zeit beten oder buddhistische Mönche, wenn sie mehrfach am Tag stundenlang meditieren? Ist das auch Faulheit? Wie wäre es mit einem Vergleich zu jemanden, der sich 1,5 Stunden lang einen mehr oder weniger belanglosen Film ansieht? Ich sehe da Unterschiede.

Je enger das Leben getaktet wird, hektisch zu geht, Versuche unternommen werden, die Zeit zu komprimieren, um so mehr Lebensqualität, Bewusstsein, gehen verloren und Dummheit breitet sich aus. Mal ganz davon abgesehen, dass damit körperliche und geistige Krankheiten, Drogenkonsum und Aggressionen, gefördert werden. Wie bereits beschrieben, könnten all die tollen technischen Innovationen der Entschleunigung dienen. Tun sie aber nicht, weil eine andere Vorgabe herrscht. Ich sehe in der stetig zunehmenden Geschwindigkeit einen von mehreren Sargnägeln der Zivilisation. Sich seiner Handlungen bewusst zu sein, sich selbst zu sehen und einordnen zu können, sind unabdingbare Voraussetzungen des Einzelnen, um Mensch zu sein. Viele Einzelne bilden dann eine Gesellschaft, in der Vernunft, Verstand, Kooperation, Kommunikation, Bewusstsein, verantwortliches Handeln, einander ergänzen und erzeugen, was als Kultur und Zivilisation bezeichnet wird. Eine funktionierende Menge an Individuen, die nach funktionalen Regeln zuverlässig, produktiv, zusammen agieren, erinnert mich eher an einen Insektenstaat. Zumindest für mich selbst, strebe ich jeden Tag an, ein wenig mehr Tempo herauszunehmen. Einfach ist das nicht, da ich mich leider immer wieder in einem Kontext bewege, innerhalb dessen mir anderes aufgedrückt wird. Aber es ist besser geworden.



April 19 2022

Pazifismus

Lesedauer 13 Minuten„Der klügste Krieger ist der, der niemals kämpfen muss.“

Sun Zi
Chinesischer General, vermutl. 543 v. Chr. – 495 v. Chr.

Eine Weltanschauung, wie der Pazifismus, hat derzeit keinen leichten Stand. Da hilft es es auch nicht, wenn die Christen zu Ostern die Auferstehung eines Heilands oder den Sohn Gottes feiern. Wobei sich in den letzten Tagen wieder einmal zeigte, wie wenig Christen ihre eigene Religion verstehen. Sich Gott als eine Figur vorzustellen, daraus einen Mann, einen Vater zu machen, am besten noch als einen alten Mann mit weißen Haaren und dann darüber auch noch eine Gender-Diskussion anzustreben, ist freundlich ausgedrückt ziemlich simpel. Auf diese Art brachte man damals seitens der katholischen Kirche dem einfachen Volk die christliche Weltanschauung bei. Gott ist abstrakt, ein Neutrum und Sohn bedeutet im eigentlichen Sinne, dass sich das Abstrakte in Menschengestalt manifestierte. Michelangelo war ein Genie, aber bei den Bildern im Kopf, auch Kind seiner Zeit. Dieser Exkurs nur am Rande zur Darstellung, wo sich Teile der Gesellschaft derzeit befinden.

Das dialektische Gegenteil oder auch Antonym des Pazifismus ist der Bellizismus. Einmal die Ablehnung des Krieges und auf der anderen Seite die Befürwortung. Die vollkommene Ablehnung von Gewalt, auch in einer Notwehr – oder Nothilfesituation, ist eine Spielart des Pazifismus. Wie immer, wenn Gedankengänge unter einem einzigen Begriff zusammengefasst werden, wird es unscharf. Also worum geht es denn eigentlich?
Seit tausenden von Jahren machen sich Menschen Gedanken über Krieg und Gewalt. Lao Tze soll beispielsweise gesagt haben: “Ich kann nicht viel voraussagen, aber wer die Gewalt bevorzugt, wird eines gewalttätigen Todes sterben.” Ich bleibe an der Stelle die Quelle schuldig. Es steht irgendwo im “Tao des Lebens”. Er und diverse andere, inklusive Buddha und Konfuzius, wiesen stets auf die Wechselwirkung hin. Bin ich gewalttätig, löse ich weitere Gewalt aus. Das ist logisch nachvollziehbar und bedeutet in der Konsequenz, dass ich für den Fall, dass ich keine Gewalt haben will, selbst keine ausüben darf. In einem idealen theoretischen Gedankenmodell, endet die Gewalt, wenn sich alle daran halten. Nicht mehr oder weniger besagt der Pazifismus. Fraglich ist, wie ich mich verhalte, wenn ich angegriffen werde, also ein anderer die Wechselwirkung nicht berücksichtigt. Selbst Sun Zi, der General und Schöpfer des Werks “Die Kunst des Krieges” hatte einen gesunden Respekt davor. Doch er sah auch die Notwendigkeit, unter Umständen in den Krieg zu ziehen.

Folge ich der Logik, erfolgt durch die Wechselwirkung weitere Gewalt. Nehme ich mir einen gedanklichen Nullpunkt, startet die Gewalt also nicht mit dem Pazifismus, sondern mit dem Bellizismus. Es ist ein sich verzweigendes Ablaufdiagramm, bei dem an der obersten Position zwei Entscheidungen möglich sind. Entscheide ich mich zusammen mit allen anderen für den Pazifismus, endet damit auch schon alles und jeder lebt in Frieden. Der Bellizismus wird sich über eine lange Strecke nach unten weiter verzweigen. Demnach kann der Pazifismus bis hierin für friedliebende Menschen die einzig richtige Entscheidung sein. Aber verpflichtet mich diese Haltung zum Verzicht auf eine Gegenwehr?

In jeder Religion stößt man dabei schnell auf Widersprüche. Zum Beispiel ist für Buddhisten das jetzt geführte Leben lediglich eine Art Episode, somit eine flüchtige Begebenheit innerhalb eines größeren Zusammenhangs, innerhalb derer, wie auch in allen anderen vorhergehenden und noch kommenden, das Karma geformt wird. Solange, bis man es salopp gesagt: Endlich verstanden hat! Jeder kennt die sagenhaften Kampfkünste der Shaolin. Alles was sie tun ist auf Verteidigung ausgerichtet. Sie haben nicht die Ursache gesetzt, aber sind durchaus in der Lage sich zu verteidigen. Doch wäre es nicht konsequent für das eigene Karma auf eine Gewaltanwendung, zu verzichten, um dann in der nächsten “Episode” auf einem neuen höheren Level, weiterzumachen?
Im christlichen Glauben sieht es nicht viel anders aus. Einerseits soll man nicht töten und im Zweifel die andere Wange hinhalten, andererseits ist die Rede von Auge um Auge, Zahn um Zahn. Im alten Testament ist eine Menge legitime Gewalt geschildert. Hauptsache, Gott hatte sie irgendjemand befohlen. Dann ging es immer richtig zur Sache. An sich eine schlüssige Konzeption. Was man auch bei ein paar tausend Jahren Entwicklungszeit erwarten darf. Töte ich konsequent alle, die sich nicht an die Vorgabe Pazifismus halten, setze ich alles wieder auf Null. Sollte ich es als Laie in Sachen Christentum richtig verstanden haben, läuft es in der Bibel darauf immer hinaus. Beim Propheten Hesekiel spricht Gott von all dem Gräuel und fordert, dass alle, die damit ein Problem haben, gekennzeichnet werden sollen und alle ohne Zeichen im Nachgang erwürgt werden müssen. Warum nicht alles belassen, wie es ist und den Job Satan in der Hölle überlassen. Ja, ich weiß, die Hölle ist eine recht späte Erfindung des Christentums und der Teufel, Luzifer, der gefallene Engel, noch später. Wie einfach hatten es da doch die Wikinger? Ein ordentlicher Tod im Kampf war eine gute Sache. Die Griechen setzten auf die Nachkommen. Bei der Erzählung über die Irrfahrten des Odysseus tröstet Achilles den Helden in der Unterwelt mit dem Hinweis, dass die Lebenden respektvoll über ihn sprechen. All dies scheinen mir Ideen von Typen zu sein, die irgendwie den Krieg, den keiner wirklich wollte, schmackhaft zu machen. Da fand ich die Episode bei Sketch History, in der Alexander der Große versucht seine Armee zu motivieren, während die nicht so richtig wollen, ziemlich amüsant. Machen wir uns nichts vor, wenn um Dich herum die ersten Leichen verwesen, Leute mit heraushängenden Gedärmen unter Stöhnen verrecken, gehen Achilles die Argumente aus.

Ich habe mir zu diesen Ungereimtheiten meine eigene These zu Recht gelegt. Buddha soll zu seinen Schülern gesagt haben, dass sie die Letzten wären, welche seine tatsächlichen Worte zu hören bekommen. Später werden sie aufgeschrieben werden und jeder fügt seine Interpretation hinzu oder ergänzt im eigenen Sinne. Selbst wenn er es nicht gesagt haben sollte, hat der Urheber dieser Worte Wahres gesprochen. Immer, wenn etwas nicht mit der Grundidee zusammen passen will, besteht der Verdacht einer nachträglichen Änderung. Selbst Buddha, der Lehrer, war nicht frei von Zwängen. In einem hinduistisch geprägten Gesellschaftsgefüge radikal alles auf den Kopf zu stellen, wäre äußerst unklug gewesen. Seine Botschaften wären in Empörung untergegangen.

Die Nummer mit dem Sterben, vor allem im Krieg, und den Religionen ist ohnehin eine eher zweifelhafte Angelegenheit. Wenn es mir zu Lebzeiten dreckig geht, alldieweil sich eine wenige ein gutes Leben gönnen und dafür über Leichen gehen, wird mir unterdessen eine bessere Zukunft im Jenseits vorausgesagt, während der sündige “Brutalinski” oder “Despot”, nach seinem Tod in der Hölle schmort, riecht verdächtig nach einer Konstruktion, die von Typen erfunden wurde, welche zu Lebzeiten unbehelligt andere ausbeuten wollten. Im Ursprung nachvollziehbar. Wenn ich als Sklave (Hebräer/Ägypten) geboren werde, brauche ich irgendetwas, woran ich mich hochziehen kann. Später kam dies einigen sehr entgegen (Absolutismus/Katholische Kirche).
Der Buddhismus erscheint einem auch erstmal ziemlich suspekt. Nichts zu besitzen, soll besser sein als Reichtum? Klingt erst einmal nach Christian Lindner & Friends, weil sie damit dem unvermögenden Pöbel die Lebenssituation attraktiv machen wollen, während sie sich mit kreativen Wirtschaftsmodellen bedienen. Wenn man etwas tiefer einsteigt, wird es logisch. An vergänglichen Dingen festzuhalten und das Leben an ihnen auszurichten, führt zwingend zu einer Frustration (Leid), die spätestens mit der konkreten Erkenntnis, dass das letzte Hemd keine Taschen hat, eintritt.
Hinzu kommt, dass viele Kulturen in Abwandlungen die Weisheit “Wer Wind sät, wird Sturm ernten!”, kennen. In Asien heißt es: “Wer einen Mangobaum pflanzt, darf keine Bananenstauden erwarten.”

Der Übeltäter mag ja glücklich sein, solange er nicht erntet, was er gesät hat, aber sobald es ans Ernten geht, übermannt ihn der Kummer. Der Gute mag ja leiden, solange er nicht erntet, was er gesät hat, aber sobald es ans Ernten geht, übermannt ihn die Freude.
buddha mudra mara
Siddhartha Gautama, Buddha
Aus dem Dhammapada

Voreilig auf Pazifisten zu schimpfen ist demnach ein unüberlegter Schnellschuss aus der Hüfte. Spirituell wird es zu einer ziemlich komplizierten Angelegenheit. Zu welcher Überzeugung kommt man? Einen feuchten Dreck darauf, wenn mich jemand tötet? Wir werden sehen, was danach passiert? Hat jemand mit einer spirituellen Einstellung, jenseits der Griechen, Römer, Wikinger u.a., auf das richtige Pferd gesetzt, ist Putin sozusagen richtig am Arsch. Entweder hat er in der nächsten Episode innerhalb des Universums eine richtig miese Zeit oder in der Vorstellung eines Hieronymus Bosch, eine sehr lange BDSM-Nummer vor sich, die ihm wenig Spaß bereiten wird.

Im  Krieg zu sterben, gewalttätig, vor Ablauf der natürlichen/schicksalhaften Ablaufzeit, kommt immer mit der Erklärung eines Sinns daher. Auch eins dieser Wörter, mit denen ich ein wenig hadere. Im Besonderen gilt dies für den Sinn des Lebens. Wer soll darüber bestimmen, was einen Sinn stiftet und was nicht? Und wird meine Existenz sinnlos, wenn ich mit meinem Leben nicht den Vorgaben entspreche? Ein wenig griffiger ist der Zweck. So oder so müssen Kriege seitens desjenigen, welcher in den Krieg ziehen will, begründet werden. Man stirbt für die Freiheit, um einen oder eine Wahn|sinnige zu stoppen, einen Irr|sinn zu beenden oder das eigene Volk gegenüber einem anderen Volk zu verteidigen (anders: eine Gemeinschaft von x-Mitgliedern der Spezies Homo sapiens gegen eine andere Gemeinschaft von x-Mitgliedern derselben Spezies). Ganz abstrakt wird es, wenn das Vaterland und Schutz desselben herangezogen wird. Ein Gedankenkonstrukt, welches meiner Auffassung nach, vollkommen daneben ist. Es stammt noch aus der Zeit, in der der besetzte Boden die Einnahmequelle für Klerus und Adelige war. Ob nun durch Zufall oder eine Fügung des Universums in Verbindung mit angenommen inneren Regeln, habe ich mir die Geburt an einer konkreten Stelle des Planeten Erde nicht ausgesucht. Erweitert gesehen, gilt dies auch für den Planeten.

Der Erste, der ein Stück Land mit einem Zaun umgab und auf den Gedanken kam zu sagen: “Das gehört mir” und der Leute fand, die einfältig genug waren, ihm zu glauben, war der eigentliche Begründer der bürgerlichen Gesellschaft. Wie viele Verbrechen, Morde, Kriege, wie viel Elend und Schrecken wäre dem Menschengeschlecht erspart geblieben, wenn jemand seine Pfähle ausgerissen und seinen Mitmenschen zugerufen hätte: “Hütet Euch, dem Betrüger Glauben zu schenken; ihr seid verloren,
wenn ihr vergesst, dass zwar die Früchte allen, aber die Erde niemanden gehört.”


Jean-Jaques Rousseau, * 26.6.1772 in Genf; † 2.7.1778
französischsprachiger Schriftsteller, Philosoph, Pädagoge, Naturforscher

Rousseau gilt als einer der wichtigsten Wegbereiter der Französischen Revolution. Heutzutage würden sie ihn als Linksextremisten einordnen. Die “Heilige Schrift” des Kapitalismus, Der Wohlstand der Nationen – Eine Untersuchung seiner Natur und seiner Ursachen, wurde noch zu Lebzeiten Rousseaus von Adam Smith 1776 veröffentlicht. Es ist interessant, wie weit einige am Vorabend der Revolution waren und wem am Ende zugestimmt wurde.

Was scheren mich die Interessen eines Kaisers, Königs, Diktators oder des Managers eines Konzerns? Nehmen wir an, dass der Ukraine-Krieg sich ausweitet und der Dritte Weltkrieg ausbricht, wofür sollte ich kämpfen? Für die Freiheit? Werde ich getötet, hat sich das Thema für mich ultimativ erledigt. Für die Freiheit der anderen? Erstens, was hab ich damit zu tun und zweitens, haben große Teile ohnehin merkwürdige Vorstellungen von Freiheit. Für die Freiheit meiner Nachkommen? OK, da ist eine Klippe. Fraglich ist, ob mein Kampf wirklich zu Freiheit führt oder einfach nur einigen anderen, die auch nichts davon halten, Vorteile verschaffen.

Der Krieg, derzeit noch in der Ukraine, bringt existenzielle Fragen mit sich. Wir schauen auf einen Diktator mit imperialistischen Ideen. Ein Thema, das nie vom Tisch war. Nicht nur Putin trauert einem Imperium nach. Konservative Briten sind traurig, die Franzosen ebenso, mongolische Rockbands sinnieren in Texten darüber, was eigentlich schiefgelaufen ist, Chinesen aus der politischen Führung hätten gern ihr altes Reich in Gänze zurück, die USA, ehemals selbst Kolonie, würden gern, wenn es nach den Republikanern geht, ihren Großmacht-Status behalten, die Türken, insofern sie Anhänger von Erdogan sind, trauern ebenfalls, und bei einigen Deutschen bin ich mir nicht sicher. Zumindest bin ich mir nicht klar darüber, ob es eine gute Idee anderer europäischer Staaten ist, von Deutschland eine Führungsrolle einzufordern. Von der grundlegenden Mentalität her können wir das. Allein schon sprachlich und via Sprachmelodie (Schwaben ausgenommen) sind wir militärisch klar im Vorteil. In keiner anderen europäischen Sprache klingen Befehle so überzeugend, wie auf Deutsch. Aber gleichzeitig ist Deutsch eine sehr präzise Sprache. Was einem bei Befehlen entgegenkommt. Paradox ist dabei, dass sie damit auch der Philosophie zuträglich ist.

Imperialismus ist aktuell eine durchaus nachvollziehbare Idee. Die Ressourcen werden knapp, der Hunger nach Energie steigt ins Unermessliche und um innerhalb der sich abzeichnenden Klimakatastrophe überlebensfähig zu bleiben, braucht es Technologie, Rohstoffe, Energie und profane Landgebiete, die entweder ausgebeutet werden können oder sichere Transportwege für kostbare Güter gewährleisten. Die Alternative wäre eine sich einig werdende Weltgemeinschaft. Ich nehme an, den Glauben haben nahezu alle aufgegeben. Allerdings muss ich für mich sagen, dass ich hierfür tatsächlich zur Waffe greifen würde. Für das, was sich aktuell abzeichnet, eher nicht.

Ferndiagnosen funktionieren in der Regel nicht. Aber man kann es trotzdem versuchen. Zumindest ist es nicht verboten. Putin ist ein Mensch mit einem Großhirn. Also, was geht da vor? Pazifist ist er schon einmal nicht. Die Antwort hat er gegeben. Ich denke, er glaubt an eine globale Lösung so wenig wie ich. Ich gehe davon aus, weil er ein intelligenter Mann ist, gibt er nichts auf diese ganzen Klimaleugner. Ist er ein spiritueller Typ? Glaube ich persönlich nicht. Eher sieht er Religionen, spirituelle Betrachtungen als etwas für Leute an, die sich nicht der Lebensrealität stellen wollen. Ich denke, er gibt auch nicht sonderlich viel auf das Leben anderer Menschen. Jeder, der sich zur verfügbaren Masse machen lässt, ist in seinen Augen selbst schuld. Jetzt in diesem Moment habe ich ihn gerade als nackten Mann, ohne all den ganzen Mist, den man ihm unvorsichtig in die Hand gab, vor Augen. Denn das ist Krieg. “Arschloch, Du willst mich umbringen? Zeig mal, was Du drauf hast!” Das ist die Dschungel-Lage! Versuch ich Kontakt aufzunehmen? Werden wir uns irgendwie einig? Oder geht es wirklich nur ums gegenseitige Töten?

Menschen ist in solchen Momenten seit Urzeiten eine Menge durch den Kopf gegangen. Was ist die beste Strategie? Lange, hat bestimmt funktioniert: “Alter, ich will auch nur leben!” An der Front in der Ukraine passiert dies mit Sicherheit auch. Aber nicht bei einem Biden, einem Putin oder einem Xi Ping. Die leben in einer anderen Welt, die ihnen das Großhirn suggeriert. Jeder Schritt nach weiter oben bedeutet mehr Abstand vom anfassbaren Leben. Blut hat einen Geruch, Leben, was aus den Augen weicht, kann man sehen, Schreie kann man nicht ignorieren, den vorwurfsvollen Blick, der bedeutet, was machst Du mit mir, wird man nie wieder los. Es sei denn, man hat zugelassen, dass ein paar Aspekte, die den Menschen ausmachen, abgeschaltet wurden. Aber dann sei die Frage erlaubt, ob man dann noch die Bezeichnung “Mensch” verdient?

Ich persönlich bin dem Bundeskanzler, den ich nicht gewählt habe, für seine als zögerlich betrachtete Haltung dankbar. Eskaliert alles in einen konventionellen Krieg, was nicht realistisch ist, würde er nicht darin kämpfen. Kommt es zu einem nuklearen Krieg, stirbt er ein paar Monate nach dem gemeinen Volk. Steht einem ein Homo sapiens gegenüber, der das Großhirn nicht übermäßig nutzt, ist grundsätzlich der erste Schlag eine gute Idee. Trage ich die Verantwortung für ein ganzes Volk, sollte ich einen Gedanken mehr verschwenden. Denn dann gehen eine Menge Menschen in den Tod, die ich nicht einmal kenne. Putin hat sich von den Möglichkeiten des Homo sapiens verabschiedet. Er wird seine Gründe haben. Spirituell muss ich mir von ihm nicht aufs Auge drücken lassen, wo ich stehe. Dies gilt auch für die Ethik. Hätte ich die Möglichkeit, Gelegenheit und eine 9 mm zur Hand, gäbe es für mich auf seine Person bezogen kein Problem. Aber was kann Andrej, 25 Jahre, russischer Bürger, dafür?

In den letzten Tagen melden sich vehement diejenigen zu Wort, die es angeblich schon immer besser wussten. Putin wäre schon immer ein Potentat, Diktator, Despot, mit imperialistischen Zielen gewesen, und die “Dummen” hätten dies nur nicht erkannt. Es sei ein Fehler gewesen, mit ihm Verträge im Sinne der von Kanzler Schmidt geprägten Worte an Jimmy Carter:  “Wer miteinander Handel treibt, schießt nicht aufeinander!”, einzugehen. Rückblickend sei bereits die Ost-Politik von Kanzler Willy Brandt ein Schritt in die falsche Richtung gewesen.
Allen, die da so reden, unterläuft ein Gedankenfehler. Zu jeder Entscheidung gibt es sogenannte alternative Pfade. [1]Rolf Dobelli, Die Kunst des klaren Denkens, 52 Denkfehler, die Sie besser anderen überlassen, dtv-Verlag, 2014, S.57, der Rückschaufehler, engl. hindsight bias Niemand kann auch nur ansatzweise mit Sicherheit sagen, wohin andere Entscheidungen geführt hätten bzw. wohin die alternativen Pfade geführt hätten. Die Kritiker setzen sich rückwärtig in die Position eines perfekten Prognostikers oder Propheten. Die damaligen Entscheidungen waren getragen von der Hoffnung, dass sie Gutes bewirken und schlechte Verläufe, wie einen erneuten Krieg, verhindern. Keiner kann sagen, ob andere Optionen nicht bereits vor 20 Jahren in einem Weltkrieg gemündet wären. Unter Umständen hätte es keine Wiedervereinigung gegeben? Oder die Wirtschaft hätte sich vollkommen anderes entwickelt. Die einzige existente Realität findet jetzt in diesem Moment statt. Selbstredend gilt dies für ebenfalls für die NATO-OST Erweiterung und die damit in Verbindung stehenden Verträge. 

Aus guten Gründen lassen sich Zukunftsforscher und ganz nebenbei auch gute Einsatzleiter nicht auf Prognosen ein, sondern Szenarien, in denen die wahrscheinlichsten Ergebnisse aufgestellt werden. Für den Ukraine-Krieg habe ich dazu auf der Seite des stark von der Spieltheorie geprägten Zukunftsinstituts 8 mögliche Szenarien gefunden. [2] Future War: 8 Szenarios über den Ausgang eines unvorhersehbaren Krieges, https://www.zukunftsinstitut.de/artikel/szenarien-ukraine-krieg-matthias-horx/ , . Interessant ist dabei, dass im Netzwerk des Instituts Prof. Christian Riek mitwirkt, dessen YouTube-Channel “Spieltheorie” ich in meiner Link-Liste habe. [3]https://www.youtube.com/channel/UCSExr_QUT6h-4sGW5hGjrCA Vor dem Ukraine-Krieg kam er zum Ergebnis, dass Putin den Krieg nicht führen wird, weil der Krieg ein “dummer” Spielzug ist. Allerdings wurde er damit nicht zum Scharlatan, da er immer wieder betont keine Prognosen zu erstellen, sondern Szenarien analysiert.

Im März analysierte er die öffentlich übelst bepöbelte Aussage des Philosophen Precht, in der er die Aufgabe der Ukraine als eine Option darstellte. Es ist und bleibt ein denkbares Szenario. Aber rational ist es nur bei zwei Annahmen zu favorisieren. 1. Russland gewinnt auf kurz oder lang den Krieg. 2. Bei einer Kapitulation lässt Putin die Bevölkerung in Ruhe. Im Falle eines sich anschließenden Terrorregimes (wovon ich persönlich ausgehe), scheidet die Kapitulation aus.

In die Kategorie Denkfehler fällt für mich auch die Aussage, dass “Schwere Waffen” zu einer Provokation führen, die Putin zum Anlass für einen Atomschlag nehmen könnte. Nicht seine Gegner bestimmen, was eine Provokation ist, sondern er ganz alleine. Fraglich ist, wie er sie anderen in seinem Umfeld überzeugend verkauft. Ob ein Justizminister Buschmann, FDP nach rechtlicher Prüfung meint, dass die Lieferung der Waffen völkerrechtlich gedeckt ist oder nicht, geht einem Putin am bekannten Allerwertesten vorbei. Wie seine Haltung zu Völkerrecht ist, hat er brachial bewiesen. Zumindest ist zu Bedenken, dass die Lieferung als ein möglicher Anlass geeignet ist. Allerdings kann genauso gut angenommen werden, dass Putins Masterplan ohnehin die Eskalation in einen Atomkrieg ist oder blufft. Wir wissen es nicht.

Das Gebaren einiger Politiker finde ich nicht sonderlich hilfreich. Die Situation ist kein Brettspiel zur Unterhaltung gelangweilter Vorstädter in Einfamilienhäusern. Überall läuft alles auf Hochtouren. Die Nachrichtendienste, ihre Berichterstatter, Analysten, arbeiten Rund-um-Uhr. Ein Heer von hoch qualifizierten Beratern aus den militärischen Bereichen, den Think-Tanks, erarbeiten verschiedene Szenarien und versuchen zu ermitteln, wie man hierauf am erfolgreichsten reagieren kann. Wer glaubt, dass ein Kanzler oder andere Regierungsführer einsam und alleine ihre Ideen umsetzen, ist naiv. Dem normalen Volk sei dies zugestanden, aber nicht Politikern und schon gar nicht, die Manipulation für irgendwelche Machtspielchen. Keiner von den Gegnern Putins ruft ihn einfach mal an und reist ohne Absprachen nach Russland. Gleichsam trifft Deutschland die Entscheidung über die schweren Waffen nicht ohne Absprache mit den NATO-Partnern. Was wäre, wenn die für den Fall eines Übergriffs auf andere Staaten in den Vorhalt genommen werden? Jeder, der mal in einem Führungsgeschehen involviert war, weiß um die Rollenverteilungen. Eine pöbelt, ein anderer macht auf verbindlich, die nächste gibt die Verständnisvolle, alles orchestriert für ein gemeinsames Ziel. Wenn Scholz weniger Präsenz zeigt, wird dies Gründe haben.

Ich habe bei Putin einen Eindruck, der den Pazifismus gegenstandslos werden lässt. In meinen Augen ist er kein politisch denkender Mann, sondern mich erinnert er an einen Schwerkriminellen. Was wäre zum Beispiel, wenn er tatsächlich Anschläge initiierte, bei denen russische Bürger starben und die dann den Tschetschenen untergeschoben wurden? Was, wenn die Welt es bei Putin mit einem Psychopathen zu tun hat, der keinerlei Skrupel, Hemmungen oder irgendetwas in dieser Richtung empfindet? Da bleibt jedem von uns nur noch die spirituelle Sicht und die sich daraus ergebende Frage: Was lade ich auf mich, wenn ich töte?
Einem Politiker kann man mit Geld, Staatsbankrott, die Aussicht auf die Vernichtung des eigenen Volkes kommen. Doch was war z.B. mit Adolf Hitler? Der war vom Volk enttäuscht und kam zum Ergebnis, dass es dann auch keine Überlebensberechtigung hat. Es sind keine einfachen Zeiten angebrochen. Am Ende bleibt dem “normalen” Menschen nur das hilflose Zusehen und darauf zu hoffen, dass nicht das 8te Szenario [4]Das Ende der Welt oder: Das UnvorstellbareEin lang anhaltender Mehrfrontenkrieg bricht aus, der sich atomar hochschaukelt.Große Teile des eurasischen Kontinents und Amerikas werden … Continue reading eintritt.
Zumindest sollte man dies berücksichtigen.

Quellen/Fußnoten

Quellen/Fußnoten
1 Rolf Dobelli, Die Kunst des klaren Denkens, 52 Denkfehler, die Sie besser anderen überlassen, dtv-Verlag, 2014, S.57, der Rückschaufehler, engl. hindsight bias
2 Future War: 8 Szenarios über den Ausgang eines unvorhersehbaren Krieges, https://www.zukunftsinstitut.de/artikel/szenarien-ukraine-krieg-matthias-horx/ ,
3 https://www.youtube.com/channel/UCSExr_QUT6h-4sGW5hGjrCA
4 Das Ende der Welt oder: Das Unvorstellbare
Ein lang anhaltender Mehrfrontenkrieg bricht aus, der sich atomar hochschaukelt.
Große Teile des eurasischen Kontinents und Amerikas werden verwüstet,
200 Millionen Menschen sterben sofort, weitere 300 Millionen an Hunger
und den Folgeschäden. Trotzdem stirbt die Menschheit nicht aus, Afrika
und Südamerika, China sowie die pazifischen Räume sind weitgehend
verschont geblieben. Im Jahr 2035 eröffnet Elon Musk die erste Aussiedler-Stadt auf dem Mars mit dem Namen Newkrainehttps://www.zukunftsinstitut.de/artikel/szenarien-ukraine-krieg-matthias-horx/ , abgerufen am 19.4.2022, 23:00 Uhr
Februar 18 2021

Anti, Anti

buddha mudra mara Lesedauer 8 Minuten

Ständig lese ich, dass sich Leute als Anti – Kapitalisten, Anti – Rassisten, Anti – Sexist usw. bezeichnen. OK! Damit weiß ich, wogegen sie sind. Auf der anderen Seite kommt es oftmals reflexartig zur Interpretation wofür diese Leute stehen. Wer gegen den Kapitalismus ist, muss ein Linker sein. Wer gegen Rassisten ist, kann selbst keiner sein? Anti – Sexisten*innen stehen jetzt wofür genau?

Vorausgesetzt ich weiß, wofür ich stehe, kann mich theoretisch niemand davon abhalten, eine eindeutige Stellung zu beziehen. Ich denke hier beginnen für viele die Probleme. Wie könnte die Alternative aussehen? Die Einfältigkeit der Opposition spricht für sich selbst. Als einzige fällt ihnen der Kommunismus, den etwas differenzierter Denkenden unter Umständen noch der Sozialismus, ein. Es gäbe zum Beispiel den Weg der Genossenschaften, in denen die Werktätigen am Gewinn, den Auswirkungen auf ihr direktes Umfeld, den Investitionen, beteiligt werden. Allgemein könnte man an der umfassenden Veränderung der Anforderungen nachdenken. Jeder der ein Produkt herstellen will, muss sich den Fragen einer fachlich kompetenten Kommission stellen. Wie generierst Du ökologisch vertretbar die notwendige Energie für Dein Produkt? Welche Abfallprodukte entstehen bei der Herstellung, wie können die neutral entsorgt werden und wie steht es mit der Entsorgung Deines fertigen Produkts, wenn es defekt ist oder sich jemand dessen entledigen will? Welche Überlegungen bestehen hinsichtlich einer festzulegenden ethischen Kompatibilität? Wofür kann das Produkt zweckentfremdet werden?

Wie häufig habe ich die Frage bereits gestellt? Ist eine/r, die/der aufgrund eigener Analysen oder dem Lesen fremder zum Ergebnis kommt, dass der bisher eingeschlagene Weg in die Katastrophe führt, ein LINKER? Steht dieses Synonym mittlerweile für Vernunft und Verständigkeit? Stehen konservativ, nationalistisch, rechtskonservativ und rechts für das sture Treten des Gaspedals, die ungebremste Fahrt in Richtung Abgrund?

Ich stelle fest, dass die derzeit bestehenden kapitalistischen Theorien, allen voran der Liberalismus und der Neoliberalismus in den Anfängen des 20. Jahrhunderts eine Konkretisierung erfuhren. Also zu einer Zeit, in der die Auswirkungen auf die Lebensräume und die Begrenztheit der Ressourcen gänzlich unbekannt waren. Prinzipiell der Unterschied zwischen einem jungen und einem alten Menschen. Der jüngere Mensch denkt, es wird sein gesamtes Leben immer weiter gehen, wie es ist, während der Ältere merkt, dass dies nicht der Fall ist. Wir, die Menschheit, haben die Erde in ein Burnout getrieben. Der Verbrauch übersteigt die Regeneration um ein Vielfaches. Davon konnten die alten Theoretiker nichts wissen, für den modernen Menschen kommt diese Ausflucht nicht infrage.

Ich stelle weiterhin fest, dass sich prinzipiell alle Weisen, Religionsstifter, Philosophen der 2000 Jahre vor der industriellen Revolution mit den Themen Gier, Profit, Wachstum, dem Missbrauch von Macht, der Überheblichkeit des menschlichen Großhirns über die Prinzipien der Natur, auseinandersetzten und warnend den Finger hoben. Geht es nach denen, die auf der anderen Seite ihrer Position ausschließlich LINKE sehen, waren Laotse, Konfuzius, der historische Buddha, Mose, Jesus, Sokrates und einige mehr, LINKE, oder womöglich Kommunisten, was natürlich blanker Unsinn ist. Vielleicht erleben wir schlicht ein gigantisches Babylon?

Sind diejenigen, welche überall LINKE sehen, der König Belšazar? Steht an der Wand schon seit geraumer Zeit: Mene mene tekel u-parsin? Wären dann die als LINKE gescholtenen Daniel, die die Nachricht zu deuten wissen? Nun, immerhin wurde Daniel für seine Deutung belohnt.

Wie auch immer, die Sache hat einen nicht unerheblichen psychologisch bedingten Haken. Es betrifft in der Regel nicht die Entscheider, sondern ihre Kinder und Enkel. Und den Jungen, die sich ins Fahrwasser der alten Starrköpfe hängen, ist nicht mehr zu helfen. Einer Generation später die Gräber auszuheben ist eine Sache, es für sich selbst zu tun, eine vollkommen andere.

Es wäre aber genauso verfehlt, einen Anti – Kommunisten, als Rechten zu bezeichnen. Für diese Leute gilt selbstverständlich die Logik ebenso. Jeder Anarchist oder Autonomer ist ein Anti – Kommunist. Doch immerhin sagen beide wenigstens, wofür sie stehen. Vielleicht können einfach gestrickte Konservative nicht aus ihrer Rolle heraus. Wahrscheinlich glauben nicht wenige von ihnen an den Anti – Christen. Jener, welcher absurderweise lediglich den Christen bekannt ist.

Wir sollten niemals vergessen, dem allerersten Radikalen über die Schulter zu schauen: all unseren Legenden nach, Mythologie und Geschichte (und wer weiß, wo Mythologie aufhört und Geschichte beginnt – oder was ist was), war der erste der Menschheit bekannte Radikale, welcher gegen das Establishment effektiv rebellierte, sodass er sein eigenes Reich bekam – Luzifer.

Saul D. Alinsky, Rules for Radicals

Im westlichen Verständnis wird der buddhistischen Figur Mara die Rolle des Teufels, der gefallene Engel Luzifer, zugeschrieben. Dabei ist Mara der Versucher, der die Menschheit vom richtigen Weg abbringen will, damit sie auf immer und ewig im Kreislauf des Leidens bleiben, somit in seinem Reich leben. Versuchung! Gier nach Besitz, immer mehr, Profit, Anhäufen von flüchtigen Dingen, die den Tod nicht überdauern. Wenn man so will, ist Mara die Personifizierung des Kapitalismus. Interessant, dass bei Konservativen, insofern sie den Kapitalismus favorisieren, die Genügsamkeit, das Auskommen mit dem Vorhandenen, mit einem Verzicht gleichgesetzt wird und im Zweifelsfall im Kommunismus endet. Ich würde gern mal von einer/m, die/der Anti – Kapitalisten ausschließlich als Kommunisten verstehen kann, wissen, ob für sie/ihn Benediktiner Mönche ebenfalls Kommunisten sind.

Vielleicht könnte dies Teil der Antwort sein, wofür man steht: Genügsamkeit, Demut gegenüber dem Lebensprinzip auf der Erde, Anerkennung der Lebensberechtigung aller Lebewesen, ohne sich selbst oder den Menschen mangels Legitimierung, über andere zu erheben. Praktisch ist dabei, dass diese Haltung alle anderen anfangs genannten Anti – Aussagen inkludiert.


Kapitalisten kontern Kritik gern mit dem Hinweis darauf, dass sie nicht auf etwas verzichten wollen. Verzicht! Was bedeutet dieses Wort konkret? Zunächst einmal muss etwas existieren, worauf ich verzichten kann. Mehr noch, ohne meinen Verzicht würde es in mein Eigentum übergehen. Aber warum sollte dies passieren? In der Regel, weil ich ein Anrecht darauf habe. Ich kann mir auch alles Mögliche einfach nehmen, schlicht, weil ich es kann. Doch dann wäre es ein Unterlassen und kein Verzicht. Bei Verzicht geht es um das eigene Versagen von etwas, worauf ich ohne diesen Akt einen Anspruch hätte. Hierbei kann ich jetzt unterschiedliche Perspektiven einnehmen. Ich kann meine Ansprüche davon ableiten, dass ich in einer bestimmten Stadt lebe. Nehme ich ein wenig mehr Abstand, würde ich es von meiner Staatsangehörigkeit abhängig machen. Mit noch mehr Distanz wäre ich bei meinen Ansprüchen als Europäer. Irgendwann käme ich an dem Punkt, wo ich mir die Frage nach der Berechtigung meiner Ansprüche als Lebewesen auf dem Planeten Erde stellen würde. Wie sehen die aus? Ich wurde geboren. Damit bin ich erst einmal existent, nichts und niemand kann mir verwehren, alles dran zu setzen, diesen Zustand aufrechtzuerhalten. Kein anderes Lebewesen hat das Recht, mir dies zu untersagen. Bei näherer Betrachtung würde ich feststellen, dass ein Übermaß an Forderungen, mich in meinem Anspruch selbst sabotiert. Demnach geht es unter Umständen gar nicht um den Verzicht auf etwas mir legitim Zustehendes. Es könnte darum gehen, nicht mehr zu fordern, als mir zusteht. Dies wäre ein Unterlassen! Wenn mir jemand sagt, das ich eine Handlung unterlassen soll, frage ich meistens nach: Warum? Bekomme ich eine nachvollziehbare plausible Antwort, entsteht bei mir eine Einsicht, die sich nahezu immer darauf bezieht, dass ich den Erfolg meiner Handlung nicht möchte. Wenn Du dieses oder jenes tust, wird Folgendes passieren! OK!

Fazit, ich fordere eine/n Kapitalistin/en nicht zum Verzicht auf, sondern ich fordere sie/ ihn auf, die Handlungen einzustellen, weil sie zu einem Erfolg führen werden, den keiner von uns will. Und da es nur eine Welt gibt, habe ich keine Chance, sie einfach machen zu lassen, denn unser Schicksal ist miteinander verbunden. Wir sind auf hoher See in einem Boot unterwegs und die nächste Insel können wir nur mit vereinten Kräften erreichen. Einer allein wird es nicht schaffen. Da ist es schlecht, wenn einer allein alle Wasservorräte aufbraucht, die anderen sterben und nur einer übrig bleibt, der am Ende auch verdurstet. Als Odysseus mit seiner Mannschaft auf der Insel der Herde des Gottes Helios landete, schlachteten sie entgegen der Warnungen der Zauberin Kirke einen großen Teil der Rinder. Ihr Argument: Besser satt auf dem Meer sterben, als den grausamen Tod des Verhungerns zu wählen und Helios würde dieses einsehen. Jedes Rind symbolisierte einen Tag und Helios drohte damit, fortan nur noch für die Toten in der Unterwelt die Sonne aufgehen zu lassen, woraufhin ihm Zeus grünes Licht für die Rache gab. Wenn wir nach Ithaka zurückwollen, sollten wir aufhören die Rinder zu schlachten. Das Verhungern ist nicht sicher, der Tod auf dem Meer durchaus.

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Welchen legitimen Anspruch kann ich gegenüber den anderen Lebewesen anmelden, woraufhin ich gönnerhaft von einem Verzicht sprechen könnte? Weil ich mehr geleistet habe? Will ich mich wirklich mit der Leistung von Ameisen für den Fortbestand des Lebens auf diesem Planeten messen? Mit der von all den anderen Lebewesen? Da verliere ich. Wenn ich mir kein neues superaktuelles Smartphone kaufe, verzichte ich dann auf eins? Oder unterlasse ich es aus Überzeugung? Wenn ich beschließe meine im Kleiderschrank vorhandenen Sachen so lange wie irgendwie möglich zu tragen, verzichte ich dann darauf jeden Trend mitzumachen oder versuche ich mittels Unterlassen eines Neukaufs, das Quälen eines kleinen Jungen in Bangladesch zu mindern? Verzichte ich auf Luxus, oder unterlasse ich es, noch mehr Unheil anzurichten?

Was ist mit den Obdachlosen, den Flaschensammlern, den Rentern in Armut? Verzichten die auf etwas? Oder, und dies halte ich für die korrekte Formulierung, bekommen die etwas nicht, was ihnen zusteht? Wie kann dann jemand im gleichen Land, dessen Grundbedarf in Gänze erfüllt ist, von einem Verzicht auf etwas Legitimes ihm Zustehendes sprechen? Kann eine begründete Legitimität nicht erst dann konstituiert werden, wenn der Grundbedarf aller gedeckt ist?

Ich muss nicht nach Laos, in die Mongolei oder andere Länder fahren, um verstörende Bilder zu sehen. Wenn ich einkaufen gehe, komme ich derzeit nicht daran vorbei in ein beheiztes Einkaufszentrum zu gehen. Ein Konsumtempel, derzeit ein wenig von Corona ausgebremst. Trotz allem beheizt und beleuchtet. Überall in den Ecken stehen Frauen und Männer mit Plastiktüten, in denen zur Tarnung eine Kleinigkeit offen präsentiert wird. Sie können sich nicht setzen oder gar für einige Minuten auf die Bänke legen, dann würden sie vom Sicherheitspersonal herausgeworfen. Die Banken heizen und beleuchten die gesamte Nacht über die Räume, in denen die Geldautomaten stehen. Aber ab 22:00 Uhr werden sie geschlossen, damit sich dort kein/e Obdachlose/r zum Schlafen hinlegen kann. Ein Service für die zahlenden Kunden.

Kapitalismus bedeutet, dass es Menschen gibt, die auf Dinge verzichten können, die sich sie sich selbst zugestehen, während andere weniger als das Minimum haben. Und es werden immer mehr werden. In letzter Zeit stelle ich mir immer wieder eine Frage. In einem meiner Lieblingsbücher “Per Anhalter durch die Galaxis” wird auf einem fernen Planeten dem Super – Computer “Deep Thought” die Frage nach dem Sinn des Lebens gestellt. Nach tausenden Jahren versammeln sich die Erbauer und erwarten eine Antwort. “Deep Thought” antwortet: “42”. Auf weiteres Nachfragen hin, erklärt er, dass ein noch größerer Computer, Achtung Spoiler!, die Erde, die Antwort liefern wird. Ich stelle mir aus Gründen nicht die Frage nach dem Sinn. Aber ich finde es etwas erbärmlich, dass nach über 2000 Jahren des Nachdenkens, Buddha, Sokrates, Laotse, Konfuzius, Kant, Schopenhauer, Nietzsche, Kierkegaard, Sartre, und wie sie alle heißen, nicht mehr herausgekommen ist, als Kapitalismus. Noch erbärmlicher finde ich es, dass es Menschen gibt, die Zugang zu all dem Wissen haben, die nur einzige Antwort zum Thema haben: Anti – Kapitalisten sind Linke. Solche Typen sind für mich Menschen, die beim Anblick von “Deep Thought” die Frage stellen, ob sie auf ihm “Football Manager 2020” zum Laufen bekommen.

Nun gut, vielleicht ist alles ein Kampf gegen die Zeit. Wenn es gut läuft, vernichtet sich die Menschheit, bevor sie den letzten Überlebenden, die Chance einer weiteren Existenz nimmt. Dann wäre es taktisch klug, damit dieses Elend endlich ein Ende hat, Kapitalisten auch noch die letzte Tür aufzuhalten.

Irgendwie hätte dies Charme. Das Großhirn wäre dann am Ende doch noch intelligent gewesen und hätte die eigene Auslöschung, als einzig konsequente und richtige Lösung erkannt. Ein durchaus interessanter Gedanke.

Ach ja … ein letzter Hinweis noch. Der zum Beitrag ausgewählte Buddha hat eine Handstellung die auf seine Auseinandersetzung mit Mara hinweist. Mara fragte ihn, nachdem er alles nur Erdenkliche angeboten hatte, warum er denn zu den Menschen zurückkehren wolle. Es wäre doch vollkommen sinnlos, er, der Erleuchtete, würde sie niemals seinen Fängen der Versuchung entreißen. Gautama Siddhartha soll ihm gesagt haben, dass er die Hoffnung nicht aufgeben werde.

Februar 12 2021

Neues Kapitel “Why Not”

Lesedauer < 1 Minute

Das Kapitel 6 habe ich geteilt. Nach der Mongolei ging es über China in den Norden von Thailand. Stationen waren die beiden Backpacker Mekka, Chiang Mai und Chiang Rai. Mein erstes Hostel in Südostasien, ein weiser Australier, ein Verrückter aus Chikago, eine spannende Bootsfahrt, der fantastische Ort White Temple, gaben mir viele Anregungen. Wer diese Orte besucht, kommt nicht an einer Auseinandersetzung mit dem Buddhismus vorbei. Außerdem lässt Distanz eine andere Sicht auf Deutschland entstehen.

zum Kapitel

Februar 1 2021

Nächstes Kapitel

Lesedauer < 1 Minute

Das nächste Kapitel ist frei geschaltet. Diesmal geht es nach Ulan Bator, die Hauptstadt der Mongolei. Neben Impressionen, geht es darum was ein Traveller von einem Backpacker unterscheidet. Dann noch, wieso der Dalai Lama in der Stadt einen Thron hat, Wasserklosetts, Gangster und ein wenig Philosophie über Täuschungen. Bitte dran denken, wenn’s gefällt eine kleine Spende an eine Hilfsorganisation und es mir mitteilen, ich werde es dann auf der Spendenseite veröffentlichen. Zum Kapitel 4 – Ulan Bator –

Dezember 27 2020

Thoughts on an island

Lesedauer 17 Minuten

We sat on the wooden platform of the traditionally constructed house. Below a wooden terrace with a small kitchen and above it on poles the closed part, where there was a small radio station. We ate together from the rice with fish, in which everyone helped themselves from the plate with their bare hands. In addition, there was cold tea with small pieces of jelly from a carafe.

“Andreas, are you coming to the island tomorrow?” asked Big Roy. Like the other locals around me, he had adopted this name as a substitute for his Islamic name. Fat Roy, Indian Roy, Little Roy, but also “I”, “AI”, “G”, all beach boys, officially bore a miserably long string of their father’s name, their father’s father’s name, and a religious symbol name. Pretty uncool if you wanted to live the life of a rebel. It was the time of the Corona Pandemic and the resulting “Mobil Control Order”. According to this order, only absolutely necessary things were allowed to be done. The beach was closed and any activity there was prohibited by the authorities. On Langkawi, an island in the Strait of Malaka, a rather excessive measure. We were sitting together in April and the last two Corona falls were three months in the past. Since then, no one had come to the island. The locals present and the few backpackers had been squatting together for over three months. If any of us had had Corona, it would have come out long ago.

But in an office someone had made a rule for the whole country. To prohibit swimming in a hotel pool is understandable. But visiting a mile-long empty beach and swimming in an ocean? There’s plenty of room there to keep your distance at all times. There the petulance is pre-programmed. In fact, Corona caused strange things to happen. In the small markets, customers had their body temperature measured with a laser device. The devices were rather nice gadgets, because someone could not take them seriously. The measured values were entered in lists. According to what it said, there must be a lot of zombies surfing around with a body temperature of 32 degrees. In other stores, everyone was measured at 42 degrees. The insanity spread. A visit to the island did not violate sanity, but it did violate rules. A violation that could result in imprisonment or at least a fine of the equivalent of 200 EUR. At least this was true at that time. In the meantime, the situation has worsened considerably. Recently, the police organized some raids. Everyone who was found after midnight and especially without a mask was collected and taken to the “Lock – Up”. The idea is similar to the German police custody. In the arrangement everything looks a little differently. The small concrete cells are usually overcrowded with 10 inmates. Only three or four can sleep on the bare floor, the rest have to stand or squat. In the back there is a gutter for defecation, the water tap is installed low with an attachment. To eat, there is half-cooked fish, which reliably causes diarrhea. Make a long story short: You don’t want to end up there! Women are particularly hard hit.Sanitation is not provided and among 10 women at least one has her period. The authorities had been watching the game with the tourists for a while. During the last raid, they must have run out of patience. This time it hit not only the locals, but also the tourists who were present. Better yet, the locals were released after 48 hours, while the tourists were not brought to justice until two days later. The customs there might have surprised one or the other. The police enter a resistance by default. If one admits this in court, there is a small addition. If one contradicts the statement of the police, there is a proper penalty surcharge. Without any ifs and buts, the police are the extended arm of the government. Doubts about their actions are inadmissible. But they also have to reckon with being nastily punished in the event of an investigation, usually arising from a competitive motive. At Lock Up, everything is available for a fee. Medicines, halfway tolerable food, drugs … Outsiders have to bribe the guards and pay ten times the price.It’s a shame when you, as a tourist, have no one to help you.

But as mentioned, it hadn’t progressed that far at the time I asked. “Who else is going to be there?”, I inquired. Big Roy shrugged his shoulders. “I think the usual people, maybe a few more backpackers.” With that, he nodded in the direction of a group that had sat down by a small lake belonging to the property. A Swedish woman, two Norwegians, a couple from Belgium, two Germans and an Austrian, all of whom had been at the Lockdown for three months. I knew them quite well by now. The Belgian was not exactly the smartest. He had met his girlfriend on the road. Unlike him, she had a lot on her mind. Her problem was her experimentation with magic mashrooms. The Norwegian girls were not real backpackers. With interruptions, they had been on the island for five years. The Swedish girl had some kind of problem going on. I didn’t know anything for sure, but Big Roy had mentioned that she had said something about trauma and therefore smoked weed all the time.Because one of the Germans had told around everywhere that she had taught English in Vietnam, the locals gave her the nickname “Teacher”. I knew nothing about the other one. The Austrian had probably run away from home. She didn’t have a real plan. She talked without interruption and, above all, unpleasantly loudly. Because she was running out of money, she had grabbed one of the beach boys. The poor guy thought he had made a good catch. But she had long since turned the tables on him.

According to her self-image, the German teacher, who was barely 24 years old, was an experienced woman who had the talent to make anyone successful. For this reason, she had set her mind on becoming a life coach. The Beach Boys were suspicious to her. She did not understand their consistent resistance to career, success and consumption. Their lives did indeed have some pitfalls. On the surface, they seemed like guys who lived a free, self-determined life, either spending most of the day dozing in one of the guesthouses or working on the beach. There they waited for tourists to whom they rented a jet ski. Some of them even rode the skis on the water or hired themselves out as tour guides. The money was enough for rice with chicken. The young backpackers who succumbed to her charm provided a change of pace. With them they made trips on their scooters. In return, the girls paid for the food. If you looked a little closer, tragic stories often came to light. Most of them belonged to families with many children. In Malaysia, social security often still works through the children. At least two are chosen to provide for the parents in their old age. For this to work, despite possible failures, most families have around five children. Beatings and draconian educational measures, which one does not even want to call such, are not uncommon. The contrast could not be greater. Young people from the western industrialized countries, who complain about the lack of understanding on the part of their parents and see this as a sufficient reason for their behavioral problems, meet young men whose childhood took a clearly different course. On the islands, people try to avoid the police and the authorities as much as possible. What cannot be settled alone is negotiated beyond the “officials”. Thais and Malays argue about who has more corruption to offer. In my observation, this does not take much. The local police participate diligently in the drug trade by maintaining their own dealers who have to pay money to them. Everything they do in terms of prosecution is to eliminate the competition. In addition, they themselves throw in everything they get. Twice a year is hunting season. An officer explained to me that this is when they fill their quotas, which they report back to headquarters in Kuala Lumpur. During this time, anything with long hair and dreadlocks is fixed. Those with a positive urine test go to a re-education center for a month. Those with drugs on them first get a fine, in case of a repeat they end up in jail. Since they are usually only tested for THC, the beach boys switch to other drugs during this time. A tactic that has the expected consequences. By their early twenties at the latest, most are addicted to meth, heroin and pain pill cocktails. Despite all this, there is little acquisitive crime among beach boys. It is not entirely absent. I heard about various failed jobs.

Once, someone had the glorious idea to attack the hut of a Rohingya family living on the beach. I think it was a case of mistaken identity. In any case, he was first disarmed by the father, then beaten up by the mother. As I was told one day excitedly by the youngest son, a peck of 9 years, the children attacked him afterwards.
Already after my first visit to the island, I was not surprised by the soundtrack that sustained them. Reggae! None of them has ever dealt with the history of reggae. They are concerned with the idea that was born in the slums of Kingston Town. Bob Marley, and especially “One Love “, is present everywhere at all times. In fact, there is also a hard rock, trash metal and jazz scene. But reggae always prevails. Conveniently, the music draws tourists to the beach bars. If you cannot have the original on the other side of the world, you can at least have a cover. Here, too, an exciting contrast is created. The beach boys who live the roots of reggae and the young tourists who buy into reggae as a fashion movement. It is strange for an observer to see a Canadian with dreadlocks being served a shisha by a beach boy. In the end, capitalism buys everything. Some people got their act together one day. Often, they then turned more intensely to religion. There is no such thing as a rehab facility according to European ideas. The existing facilities have the same effect as Synanon in Berlin. By means of brainwashing, one addiction is exchanged for another. But at least it prolongs life.

There is a motto among travelers. Why not? Those who have a fixed plan or shy away from risks don’t even need to go on tour. Plans are for tourists who have an agent design a fortnight of their lives. Perhaps tour is inappropriate. Most ask among themselves how long they will be on the road. On the road is a better term. Time spent beyond the place where one started. This “Why Not ” is a kind of compass like Jack Sparrow uses. It leads you to places you never had on your mind. Well, as described, there were some reasons. It was a bit presumptuous to sit on an island with two seasons during the pandemic, of all times, and long for something new. After all, people were stuck in their homes all over the world. For me, it was less about the island than spending time with the locals in a special environment.

“OK! I’m in!”, I replied. The next day I set off for the beach. Before that, I bought cigarettes, six cans of beer, and three servings of rice with chicken. Roy had said noon, adding with a grin: “But Langkawi style!” That meant at least an hour’s space. It turned out to be two hours. Even the backpackers arrived an hour and a half later. I sat down in the shade of a jet ski rental that was fallow because of Corona. One by one everyone gathered as if there was no Mobil Control Order. Roy had a small boat that he had built from the hull of a jet ski. Five people could just fit in it. The dudes had organized another boat, which was normally used for tourism tours into the mangroves. After twenty minutes we reached the other shore. I was a little concerned that although the beach was difficult to see with the naked eye, it could be easily observed with simple binoculars. The beach boys had created an adult adventure playground on the island over the years. With whatever was around, they erected small huts. Around them were some improvised seating, two fireplaces, and a long table carved from an old plank. I grabbed a machete and started cutting firewood from old stranded trees. As I did so, I felt the skeptical looks of the locals on the back of my neck. A Westerner with a machete. One wrong blow could quickly sever a finger. I could understand the concern. People from the island rarely get to see a Westerner who cannot handle his hands. German tourists have countless times given me the feeling of second hand embarrassment.

Since the incidents in the USA, racism has also been discussed in Germany. The pack of self-proclaimed left-wing intellectuals pulls itself up on trivialities. Words, bad sayings or bad jokes are identified as signals of racism. Yet most of those who take them on are simply harmless helpless people who are out of their depth. Tourists who go to a bar and consistently turn to the white barker to pay are living in racism. Or ignore the local owner in the guesthouse because they think the white volunteer is just that. Then there are the Germans who show a bossy attitude with every gesture. “I pay money here, so everyone has to jump.” Once, a couple of Germans walked in front of me on the street. It was late even by island standards. The group was headed to a Thai pedicure. A woman among them wondered if the store was still open. Her companion replied, “We’re Germans and they want our money, so you can expect them to reopen.” Beyond these aspects, the boundless naiveté of the young women from Europe is remarkable. They’ll let guys from tougher countries tell them almost anything. The Members of the Nigerian gangs mutate into failed businessmen, lawyers or formerly successful consultants. Locals sell themselves as architects with marriage problems or are at least involved in a startup, which is still in the startup phase, as the name suggests. European soldiers of fortune tell the most outrageous stories, some of which I wasn’t sure they didn’t believe in themselves. There is this effect that liars eventually believe their own fictions. The result is a pack of liars who portray themselves as victims and a crowd of naive young women who buy their stories and bask in the role of savior. Until one story really hurts them and they grow up to be frustrated adult women. Somehow a pretty tricky act.

When it came to eating, the wheat was separated from the chaff for the first time. The Austrian woman loudly demanded chicken and a beer. She had paid nothing. Which raised the question of what she derived a claim from. A little later I understood. I talked to her about possible checks. “Then I play the little girl and make pretty eyes. And I speak bad English. Don’t foreigners do the same in our country?” I let her believe. She would learn on her own that predominantly male Malay policemen have a somewhat different image of women than their European counterparts. “Teacher” gave me a sociological lecture and how much she had tried to help the poor beach boys. She talked herself in trouble. She thought of herself as a descendant of a higher level organized society. One in which the environment is respected, garbage is separated and animals are loved. Certainly this corresponds to the attitude towards life of many Germans. Across the face of Roy, who speaks pretty good German, flashed an expression that struck me as a mixture of contempt, rejection and anger. But it was minimal tinge. He had trained for years to hide his language skills from Germans. Traveling through Southeast Asia, garbage and the careless handling of it cannot be overlooked. Piles of garbage are everywhere and an army of giant rats roams the cities. The consequences of poor waste management and the effects of a throwaway culture that is spreading globally are present at all times.But the facts are not quite that simple, in my opinion. I thought about this on a Thai island. There, every day, I walked past the back of a pile-dwelling settlement of the indigenous Moken people, half-built into the sea. Lots of trash collected in the outflow area of the tide. Plastic packaging, all kinds of affluent plastic garbage, old nylon nets, almost everything was synthetic. Accordingly, garbage from a world with which the Moken had only marginally something to do. Rather, one that had driven them out of their own within the past forty years. Everything accumulating had to be transported away from the island by boats. A luxury hotel company operated a kind of garbage incinerator. Servants collected the garbage on the beach every day and in the evening it was chased through a high chimney. Of course without a filter system. Until the seventies, the Moken lived the life of a sea nomad people. Then a deadly disease struck the islands. Mass tourism discovered the area. This changed everything. The range of goods in the stores adjusted to the tourists. The Moken lost the right to be anywhere they wanted. Fishing, employment, business, nothing remained. They are simply overwhelmed with what is happening. The sea washes up, their traditions were destroyed by consumption, and behind the house everything piles up.

In Germany, the mountain of garbage that is created every day is removed from sight in a tightly organized manner. Somewhere where the average citizen is no longer bothered by it. The plastic cup, neatly disposed of in the right garbage can to ease the conscience, disappears, at least from view. So it goes with a container ship on a long journey. There, where also all the crabs caught by German cutters land. Asia! There it is granulated and processed, to then return home again together with the crabs, which are now freshly poulticed. If Germans can do anything well, it is to make everything beautiful. Chemicals disappear into the sea, into rivers or are seeped away into desert sand. If the cutting down of forests is forbidden, one simply commissions a mercenary force in distant countries through three or four intermediaries to convince an indigenous people to move and shoves it into the pocket of a right-wing populist president, who puts it away with a smile and a full wallet.On the one hand, angry young protesters demonstrate against domestic environmental sins; on the other, they post the system’s opposition with smartphones whose components come from the steppes of Mongolia, which become a little more rugged every day. Part of the truth is that their peers in the dark alleys of Bangkok, Bangladesh, who have sewn their fancy clothes, lack a little time for reflection. There is a reason why German houses have significantly more curtains, blinds, opaque fences, rooms that guests never get to see. Not everyone has to see everything! The Moken are different. Their houses are open in almost all directions, fences do not exist, everyone sees everything. But is someone who could see something, but in order to feel better, does not want to see anything, a better person?

During this time, a refugee boat landed on the main island. About 150 Sunni Rohingya had made it to Langkawi in their old cutter. Another 150 had died on the three-month journey. During the last part of the escape, the fugitives orient themselves by the lighting for the airport on Langkawi, which shows them the way. Although Malaysia is a Muslim country, the refugees do not expect solidarity. Belief doesn’t go that far, then. An abstruse number. They are driven to flee by Buddhists and turned away by Muslim co-religionists, as Christians do with Africans. At least Malaysia has little to do with the causes of the escape, and to the rescue of the Buddhists there is a faint ray of hope. All the major Buddhist movements have joined together to sharply criticize what is happening in Myanmar. No, this is not a ray of hope. To me, it is the end of a hope. Buddha: Who knows the teaching and lives contrary to it is a shepherd who tends the herd of a neighbor and abandons his own herd.
The unimaginable horror that takes place there is incomprehensible to any human being. Who of us wants to presume in the face of all this misery from Myanmar, Central Africa to Syria to speak of justified fears of the Germans of uncontrolled refugee movements? It is also the story of Bangladesh. The largest refugee camp in the world. Nearly 1 million people escaped there. As almost always, it is also a remnant of colonialism. The British used the Rohingya to fight the rest of the population. The resulting hatred they share with the Hmong in Laos, who were captured by the Americans in the Vietnam War. Last but not least, good old capitalism comes bending around the corner. In the Rohingya territory, there is uranium, nickel and rare earths under the surface, which the military wants to grab. One particularly colorful figure is a monk named Ashin Wirathu, who cannot be called a Buddhist. The man is a racist, agitator, hate preacher who found an orange cloth on the side of the road. After all, there is now an arrest warrant against him and Thailand, a central point in Theravada Buddhism, refuses him entry.

I always think of the words of a Vietnam veteran when I think of things like this, which I wrote down before. “The Vietnam War did not show what man is capable of. The war showed what man is. A vicious, brutish, intelligent predator who, with those traits, became the dominant species on the planet.” But predators don’t kill senselessly. They follow the instinct of survival. I made a mental mistake while visiting the Killing Fields in Cambodia, the Vietnam Museum in Saigon/Ho Chi Minh City, or the Amputee Aid Center in Vientiane/Laos. For a very brief moment, I wondered why Asian societies, of all societies, showed such brutality. Strange how one’s own history slips away in such moments. Against the Germans under Nazism, the Khmer Rouge and the Junta in Myanmar look pale. Not that these atrocities somehow deserve a ranking. But it shows that this predator is in all of us. Only one thing tames it: the ability to develop a will that tames it. If this will is removed, however, or not developed at all, the consequences are bestial.

With these thoughts, I was miles away from Teacher. I asked myself at the sight of the carefree looking backpackers, why I had done all these things to myself. No one had forced me to go to these places. Is there a duty for a privileged person to look? I have been asking myself this question for a long time. No one cannot turn back time. There is no reparation. I wanted to understand what the perpetrators saw. How can one, even if blinded or filled with hatred, bear these images, the screaming, the smell, the despair? How can it be? I don’t live and never lived non-violently. Physical struggle, fisticuffs, pain, injuries are not foreign to me. But I know my limits. A friend of mine once said that I should begrudge people for not having some images in their heads. Can this be right? Look away? Move on? Keep silent? On the other side, can something be changed? Change? I don’t believe in that. In all systems, which I got to know a little bit in the last years, a similar type of human being has pushed himself up in hierarchies. Maybe that is exactly the point. You need special characteristics to be able to work and live in a team or within a small anarchy for a long time, just as you have to be suitable to box your way up in a fixed hierarchy. I don’t possess the latter idiosyncrasies, so I won’t change anything. Somehow this is a dead end. The hierarchy freaks won’t change anything, certainly not the hierarchy itself.

A guy like me, can’t get past thinking in a place like this. I know some people who also have this problem and avoid such places. The desire for the simple island is quickly expressed. But who protects you from having to deal with yourself? The many images, stories, decisions that suddenly catch up with you. The presence of young women and guys under thirty doesn’t make it any easier for a man in his fifties. The comparison between their lives and your own practically jumps out at you bare-bottomed. You can hardly think of a better training session for getting rid of the addiction to evaluation that already developed in childhood. Different does not mean wrong and certainly not worse. A process is happening around us that cannot be told exactly when it was started. No one can say exactly when Europeans began to intervene devastatingly in the global system. The course was set with industrialization at the latest. In the case of processes, it may be possible to predict what the outcome will be if the process is unimpeded. But how likely is it that the process will not one day experience a vehement interruption? Clever philosophers could make some prediction under the yoke of church and monarchy. They could not count on the replacement of the centralist worldview and the Enlightenment. Anyone with a little sense can see that neoliberalism and similar capitalist models of society are languishing. The only question now is: when will death occur and who will inherit? Nothing significant will come from the former dominant Western civilizations. Those from the island will have little to do with what is happening.

The day passed little by little. Suddenly, a Coast Guard boat appeared. It was too late to hide. But they showed no apparent interest in us. Nevertheless, a worried mood spread among the sensible ones. They could alert a police boat by radio at any time. Together with Roy, I vigilantly watched the water. After some time the boat returned. I took a hike in the direction of the jungle. But again they did not stop. When I returned to the beach, I found that Roy had joined a small group that was crossing to the beach on a passing fishing boat. For me, this meant being stuck on the island for over hours with the remaining adventure-oriented rest. The guys had already enjoyed a few bongs. Relaxed, they camped by the fire. I had no choice but to resign myself to fate. With a last burst of energy, I asked one to drive to the opposite beach that night. Talking to a palm tree would have promised more success. For a full seven hours I sat on the beach and looked angrily at the black sea. Actually, there were two sitting there. Me and my inner self in dialogue. I thought about Germany and my life there. I wondered if I would ever get rid of the police. As soon as I pondered this, I asked myself why I wanted to achieve this at all costs. Yes, it had been wild times. Much of it, a young detective of today cannot imagine. A different police force in a different society with different demands, ideas, informal rules. There was that day when we realized as a team that every squad has its time. At some point, you arrive at crossroads. There, a decision must be made as to how to proceed. Follow the old direction, or choose to turn left or right? I wanted to go further. But the instructions were different. In this case, one is free to leave the troop. For far too long I followed a path that had nothing to do with me. This feeling of not being able to get away from the island, of not being able to get my butt to safety according to my own ideas, suddenly seemed unpleasantly familiar to me.

When we made the boats ready at high tide, the sun was already high up. Unprotected, we set sail. Except for the Russian woman, who enthusiastically filmed herself and the trip, everyone had a sinking feeling. But we were lucky. The police patrols were still in the quarters. After landing we hurriedly searched for the distance. For me it was clear that I would do without further adventures of this kind. A few days later, most of the locals involved were arrested on the occasion of a small drink at Big Roy. Three months Lock Up and loss of the Dreadlocks, were a hard, and I find disproportionate, punishment. The Russian woman was also arrested, but at that time she could still buy herself free. Teacher got an apprenticeship in Germany and the Austrian is back home. Big Roy was briefly in Germany to see his son. I will definitely return to Langkawi. Why? That is another story and another post.

Dezember 12 2019

On the road – Nord Laos

Lesedauer < 1 Minute

Weiter geht es auf dem Trip durch Südostasien. Diesmal geht es um den Norden von Laos. Laos ist für den neugierigen Reisenden mehr Landschaft, Kultur, Dschungel und Elefanten. Das Land ist auch Zeuge eines Krieges, der meine Generation beeinflussen sollte. Nachdem  Tonkin-Zwischenfall 1964, begann die Flächendeckende Bombardierung von Nordvietnam, Kambodscha und Laos. Zwei Jahre vor meiner Geburt. Die aktiven Kriegshandlungen endeten 1975 mit dem Abzug der USA Truppen. In Deutschland empörten sich die Studenten und Vietnam wurde Teil der 68er Bewegung. Eine Folge des Kriegs war eine Massenflucht aus Vietnam, weil sich die neuen Machthaber rächten. Auch damals bekleckerte sich Deutschland nicht gerade mit Ruhm. Die Aufnahme der Boatpeople erfolgte eher zurückhaltend.

Auch Laoten trieb es ins Exil in die USA. 2005 deckte das FBI eine Verschwörung auf, bei der ehemalige US Militärangehörige zusammen mit Exil – Laoten einen Putsch in Laos planten. Bei den Verschwörern handelte es sich vornehmlich um Angehörige der Hmong. Auch um die geht es bei der Schilderung meiner Eindrücke.

Der Krieg, die Gründe und das dahinterliegende Denken, sind immer noch aktuell. Ebenso wie die Folgen, die an jeder Straßenecke in Laos zu sehen sind. Laos ist mit 90 % bekennender Buddhisten ein zutiefst spirituelles Land. Allein wenn die in den frühen Morgenstunden in den Klöstern die Trommeln angeschlagen werden und die Mönche sich auf den Weg machen, die Spenden einzusammeln, merkt der Mitteleuropäer, wie intensiv Gesellschaft und Buddhismus in Laos miteinander verbunden sind.

Kolonialherren, Kommunisten, Neoliberale, chinesische Imperialisten, versuchen erfolglos die Mönche auf ihre Seite zu ziehen. Wenn man nicht ausschließlich der blinde Tourist sein will, der die uralten Kunstschätze bestaunt und auf Elefanten reitet, ist Laos ein guter Platz, um über das nachzudenken, was vor 3000 Jahren im alten Indien formuliert wurde.

>>> zum Text >>>>

Dezember 10 2019

Ulan Bataar

Lesedauer < 1 Minute

Der nächste Teil aus der Reihe Reiseberichte. Dieses Mal aus der Hauptstadt der Mongolei. Ein Klosterbesuch, eine Buddhistische Zeremonie, Geld Mützen und ein wenig etwas über das Schicksal der Nomaden.

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